Rose Nr. 67

Verwelkte Rosen zeichne ich manchmal lieber als noch frische. Ich vergesse dann leichter, dass es sich um eine „schöne“ und symbolträchtige Blume handelt und ich kann mich ganz darauf konzentrieren, was ich tatsächlich vor mir sehe.

Früher konnte ich Rosen überhaupt nicht leiden. Als ich zehn war, schrieb mir meine ältere Schwester in´s Poesiealbum:

„Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden, sittsam und rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.“

Damals habe ich das wirklich ernst genommen und geglaubt, wer schön ist, muss einen schlechten Charakter haben. Also: Rosen sind doof.

Zum Glück hat sich mein Sprüche-Repertoire im Laufe der Zeit erweitert und ich wählte mir ein neues Lebensmotto:

„Bescheidenheit ist eine Zier, doch besser lebt man ohne ihr.“

Selbstverständlich bin ich nach wie vor sittsam.

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Ein Gedanke zu „Rose Nr. 67

  1. Guten Morgen, Martina,
    mein Poesiealbum ist auch voller solcher Schrecklichen Sprüche!
    Ich bin wirklich froh, dass es heute Freundschaftsbücher wie die Kinder gibt – Jungs wie Mädels gleich. Und da gibt es auch schon eine Vorgefertigte Liste von Ankreuzfragen *grins* – vielleicht damit solche Scheußlichkeiten nicht mehr den Weg in den Kopf kleiner Mädchen und Jungen kommen!
    LG Susanne

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