Aller Anfang ist leicht oder: nur eine nicht gezeichnete Zeichnung ist eine misslungene Zeichnung

glatte PetersilieEine Zeichnung zu beginnen, ist keine große Sache.
Ein Stück Papier, ein Stift, ein Strich – der Anfang ist gemacht.
Das war doch leicht, oder?

Warum aber erscheint es uns oft, als sei es so schwierig? Warum fühlt es sich oft so „schwer“ an, eine Zeichnung tatsächlich zu beginnen?

Es ist immer „schwer“, etwas zu beginnen, von dem wir nicht wissen, wie es ausgehen wird, wenn wir nicht vorhersehen können, wohin uns eine Unternehmung führt.
Das ist nicht nur schwierig, sondern das kann geradezu beängstigend sein.

Eine Zeichnung zu beginnen, ist so eine Unternehmung mit ungewissem Ausgang.
Man macht sich auf den Weg, ohne zu wissen, wo man ankommen wird.
„Was kann nicht alles schief gehen“, fragen wir uns. „Wird mir gelingen, was ich mir vorgenommen habe oder werde ich mich am Ende ärgern, mich schämen, mich schlecht fühlen?“

Wenn man sich von Anfang an mit solchen Überlegungen und Zweifeln „belastet“, fühlt es sich tatsächlich schwer an, mit dem Zeichnen zu beginnen.

Aber mal ehrlich, muss das sein?
Muss man sich diesen schweren Sack tatsächlich aufladen?
Wenn man sich mal genau anschaut, woraus diese Last besteht, wird man feststellen, dass diese Ängste und Zweifel, die so schwer wiegen, überhaupt nicht schwerwiegend sind.

Was kann schon passieren?
Was kann schief gehen?

Eine Zeichnung kann niemals misslingen.

Ja, es könnte sein, dass sie dem einen oder anderen nicht gefällt.
Ja, es könnte sein, dass sie dem Freund, dem Nachbarn oder der Ehefrau nicht gefällt (oder irgendjemandem auf facebook).
Es könnte sein, dass sie einem selbst nicht gefällt.
Na und?

Selbst wenn wir mal an einen (inneren) Ort kommen, an dem wir uns nicht wohlfühlen, macht das nichts, solange wir dort nicht verharren.
Wir können einfach weitergehen.
Wir zeichnen einfach weiter. Wir machen eine weitere Zeichnung.

Wenn man schon auf das Wort „misslingen“ nicht ganz verzichten will, kann man allenfalls sagen:

Nur eine nicht gezeichnete Zeichnung ist misslungen.

Über eine tatsächlich gezeichnete Zeichnung müssen wir uns niemals ärgern, denn keine Zeichnung war jemals überflüssig oder hätte man sich sparen können.

Wir brauchen jede einzelne Zeichnung, denn jede Zeichnung führt uns auf direktem Weg zur nächsten und immer weiter.
Wir können uns also das Zeichnen von Anfang an selbst leicht machen, indem wir diesen schweren Sack voller Befürchtungen und Selbstzweifel erst gar nicht auf unsere Schultern laden.

Wir können uns selbst entscheiden mit welcher inneren Haltung wir das Zeichnen und die nächste Zeichnung beginnen.
Es ist immer nur ein kleiner Schritt, ein kleiner Strich, mit dem alles beginnt.
Dieser erste Strich ist derjenige, der dich am weitesten trägt, nämlich mitten hinein ins Zeichnen.

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4 Gedanken zu „Aller Anfang ist leicht oder: nur eine nicht gezeichnete Zeichnung ist eine misslungene Zeichnung

  1. …und auch wenn man das alles weiß, fällt es manchmal furchtbar schwer, den ersten Strich auf einem weissen Blatt zu tun… ab dem zweiten geht’s dann meistens eh besser, aber bis dahin…!

  2. Eine Zeichnung kann niemals misslingen.

    – Kann ic so nicht behaupten. Ok, ich bin wirklich eine absolute Anfängerin, aber wenn ich nach Vorlage abmale, dann kommt selten etwas halbwegs Ähnliches dabei raus.
    Vor ein paar Wochen wollte ich ein paar Architekturelemente der Alten Oper in Frankfurt zeichnen, was enebenfalls misslang.

    • Liebe Nomadenseele, wenn du eine Zeichnung danach misst, ob sie aussieht WIE etwas anderes, machst du es dir unnötig schwer.
      Wen interessiert es denn, ob man etwas genau ab-zeichnen kann?
      Was DU gesehen hast, was DU empfunden hast, DAS erkennen zu können, macht eine Zeichnung interessant und wertvoll.
      Zeichne weiter, solange, bis du siehst, was du NEUES auf dem Papier erschaffen hast und es nicht mehr für wichtig erachtest, es mit irgendetwas zu vergleichen, auch nicht mit einer Vorlage.
      Der Sinn von Zeichnen ist nicht, irgendetwas nachzuahmen, damit irgendjemand sieht, dass das eine so aussieht wie das andere.
      Lass dich von einem Motiv dazu inspirieren, deine einzigartige Sicht wiederzugeben. DAS ist für einen Betrachter interessant.
      Warum sollte ich mir, als Betrachter, anschauen, mit wieviel Mühe du irgendetwas ganz genau abgezeichnet hast?
      Und wenn du mal das Gefühl hast, man ist das doof geworden, was ich da gezeichnet habe – solche Gedanken und Gefühle bleiben niemandem erspart – dann zeichne weiter und weiter und weiter. Trotzdem!!!! Dieses Gefühl geht vorbei, aber du hast dann trotzdem gezeichnet.

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