Ich zeichne, um zu sehen

Neulich habe ich in der Mediathek des Bayrischen Rundfunks eine Sendung über den Autor Michael Köhlmeier gesehen. Er wurde gefragt: „Was ist deine Poetik?“
Und er antwortete kurz und knapp: „Schreibend etwas zu lesen.“
Puh. Das musste ich erst mal setzen lassen.
Michael Köhlmeier sagt damit, er schreibt nicht, um zu schreiben, was man ja eigentlich denken könnte, nein, das Schreiben ermöglicht ihm, etwas zum Lesen zu finden. Und während des Schreibens liest er schon.
Es ist ein Unterschied, ob man schreibt, damit andere etwas zu Lesen haben, also etwas er-findet, oder ob man schreibt, um das zu Lesende lesbar zu machen, das ohne den Schreibprozess ungelesen geblieben wäre.
Verwirrend, ich weiß.
Wenn mich jemand fragte, was ist deine Zeichen-Poetik (ich weiß gerade nicht, wie man den Begriff „Poetik“ auf die bildende Kunst übertragen kann. Wahrscheinlich wäre es am ehesten das Wort „Ästhetik“), würde ich sagen, ich zeichne, um etwas zu sehen.
Ich weiß nicht, was ich sehe, bevor ich es nicht gezeichnet habe. Das heißt, ich sehe nicht, um zu zeichnen, sondern ich zeichne, um zu sehen.
So mag es Michael Köhlmeier auch gemeint haben. Um zu erfahren, was es zu lesen gibt, muss er es schreiben und um zu erfahren, was es zu sehen gibt, muss ich es zeichnen.

Rose307______________________________________________________

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4 Gedanken zu „Ich zeichne, um zu sehen

  1. Das ist ein schöner und wahrer Gedanke – zeichnen um zu sehen. So habe ich es an fremden Orten erlebt. Wenn ich neu irgendwo bin, muss ich mir erst die Umgebung erwandern und erst dann beginne ich, sie zeichnerisch zu entdecken. Das ist ein anderes Sehen und das Gegenteil vom Fotografieren. So erlebe ich es jedenfalls. Danke.

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