Der Radiergummi ist ein falscher Freund

Der Radiergummi lässt dich glauben, mit seiner Hilfe wirst du zum besseren Zeichner, weil er ja jeden Fehler ungeschehen machen kann.
Er wartet aber nur geradezu auf Fehler. Er ermahnt den Zeichner, sich beim Zeichnen nicht zu sicher zu fühlen, denn es ist jeden Moment mit einer (Zeichen-)Katastrophe zu rechnen.
Der Radiergummi will nichts gelten lassen, was mit seiner vorgefassten Meinung nicht übereinstimmt.
Er stuft automatisch alles als Fehler ein, was er nicht sofort einordnen kann.
Etwas Unvorhergesehenes wird er nie zulassen
Der Radiergummi hilft uns nicht beim Zeichnen, er frustriert und verunsichert.

Zeichnen ist nichts anderes, als Zeichen erfinden, die uns nicht nur „etwas“ erkennen lassen, sondern die in uns ein entsprechendes Gefühl dafür wachrufen.
Wenn man während des Zeichnens mit einer Linie nicht einverstanden ist, zeichnet man diese Linie neu auf die vorherige.

Das ist keine Korrektur, sondern eine Ergänzung, ausgelöst durch einen weiteren Blick, durch den ein weiteres Zeichen aufs Papier kommt und das die Zeichnung zum Leben erweckt.

2 Gedanken zu „Der Radiergummi ist ein falscher Freund

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