Meine neue Engel-Jeans

Eine Jeans zu finden, die richtig gut passt und in der man aufrecht sitzen und gleichzeitig ausatmen kann, ist ein Wunder.

Mit wenig Hoffnung durchstreifte ich vor ein paar Wochen mal wieder die Jeans-Abteilung eines Kaufhauses. Hier nichts, dort nichts, nichts was mir gefiel. Seufzend schickte ich ein Gebet an meinen Schutzengel, mit der Bitte man möge sich doch mal an höherer Stelle darum kümmern.
Sich jederzeit beschützt zu fühlen auf allen seinen Wegen ist ja ganz schön, aber so richtig Spaß macht es erst, wenn man was Passendes zum Anziehen hat.

Schon die nächste Jeans nach der ich griff, machte einen vielversprechenden Eindruck. Obwohl meine Größe draufstand, sah sie nicht aus wie ein Expeditionsschlafsack für zwei Personen mit extra breitem Kopfteil.

Diese Hose passte nicht nur, sie „saß“ und, ich konnte es kaum fassen, auf dem Weg von der Umkleidekabine zum Spiegel, hatte ich vier Pfund abgenommen.

Ich stürmte damit zur Kasse. Falls sich herausstellen sollte, dass ich doch nur geträumt hatte, wollte ich wenigsten für einen kurzen Augenblick das Gefühl haben, diesen Traum von einer Jeans zu besitzen

Draußen vor dem Geschäft zog ich sie aus der Tüte, um sie mir in Ruhe anzuschauen und zu bewundern. Zum ersten Mal las ich das Marken-Schild.

Darauf stand: „Angel-Jeans“.

Wenn das mal kein Wunder ist.