Zwei Fliegen ruhen sich aus

Fliegen hört man ja eher, als dass man sie sieht. Sie leben meistens auf einem viel höheren Schwingungsniveau als wir. Ihren Flugbahnen kann man kaum mit den Augen folgen. Um so faszinierender finde ich es sie zu beobachten, wenn sie sich auf menschliche Frequenz down tunen und sich ganz gemächlich mit den Vorderbeinen putzen.

Ich bin die sprichwörtliche „kann keiner Fliege was zu leide tun“-Person. Wann immer ich kann, fange ich die Fliegen, wenn sie sich an der Fensterscheibe müde geflogen haben, mit einem Glas, um sie nach draußen zu setzen. Neulich habe ich sogar mit einer Fliege gesprochen. Ich versuchte sie zu überreden, doch endlich still zu halten, weil es ihr da draußen im Garten viel besser gehen würde. Sie muss mich verstanden haben, denn es gelang mir das Glas über sie zu stülpen. Als sie wegflog, habe ich ihr noch ein „mach´s gut“ hinterher gerufen.

(Das darf jetzt aber wirklich keiner wissen, sonst heißt es noch, ich bin ein bisschen verwirrt – mit Fliegen reden, wer macht denn sowas? ts ts ts ssssssssssssssssssssssssssssssssssssss………)

Linien-Meditation

An manchen Tagen, wenn ich mich hinsetze, um zu meditieren, bekomme ich einfach keine Ruhe in meinen Kopf. Aber ich habe bemerkt, dass Linien ziehen, ganz langsam den Stift übers Papier gleiten lassen, ebenfalls eine gute Meditation sein kann. Man kann außer sitzen und atmen, jede andere Tätigkeit zur Meditation werden lassen, z. B. gehen oder Kartoffel schälen, also warum nicht meditierend Linien ziehen? Es funktioniert. Nach einer Weile wird durch die Konzentration auf die Linie das Denken abgestellt. Ich bin froh, dass ich eine Alternative zur üblichen Meditationspraxis gefunden habe, die meinem Wesen entspricht.

 

Meine neue Engel-Jeans

Eine Jeans zu finden, die richtig gut passt und in der man aufrecht sitzen und gleichzeitig ausatmen kann, ist ein Wunder.

Mit wenig Hoffnung durchstreifte ich vor ein paar Wochen mal wieder die Jeans-Abteilung eines Kaufhauses. Hier nichts, dort nichts, nichts was mir gefiel. Seufzend schickte ich ein Gebet an meinen Schutzengel, mit der Bitte man möge sich doch mal an höherer Stelle darum kümmern.
Sich jederzeit beschützt zu fühlen auf allen seinen Wegen ist ja ganz schön, aber so richtig Spaß macht es erst, wenn man was Passendes zum Anziehen hat.

Schon die nächste Jeans nach der ich griff, machte einen vielversprechenden Eindruck. Obwohl meine Größe draufstand, sah sie nicht aus wie ein Expeditionsschlafsack für zwei Personen mit extra breitem Kopfteil.

Diese Hose passte nicht nur, sie „saß“ und, ich konnte es kaum fassen, auf dem Weg von der Umkleidekabine zum Spiegel, hatte ich vier Pfund abgenommen.

Ich stürmte damit zur Kasse. Falls sich herausstellen sollte, dass ich doch nur geträumt hatte, wollte ich wenigsten für einen kurzen Augenblick das Gefühl haben, diesen Traum von einer Jeans zu besitzen

Draußen vor dem Geschäft zog ich sie aus der Tüte, um sie mir in Ruhe anzuschauen und zu bewundern. Zum ersten Mal las ich das Marken-Schild.

Darauf stand: „Angel-Jeans“.

Wenn das mal kein Wunder ist.