Inspirierende Vorbilder suchen

FueßeManchmal sieht man die Arbeiten anderer Zeichner und denkt, oh ja, soooo möchte ich zeichnen können, genau so!

Aber Vorsicht! Man sollte sich fragen, WARUM man sich das wünscht. Fühlt man sich im Vergleich zu diesen bewunderten Arbeiten klein und ungenügend (oh, das schaffe ich niemals) und man traut sich kaum mehr den Stift in die Hand zu nehmen ODER fühlt man sich vom Anblick einer bewunderten Zeichnung inspiriert, sofort selbst zum Stift zu greifen – nicht um diese Zeichnung zu kopieren, sondern einfach um zu zeichnen, wie man eben zeichnet?

Man glaubt oft, nur weil man eine Arbeit toll, großartig, umwerfend findet, dass sie das eigene zeichnerische Ziel verkörpert und dass man unbedingt genauso zeichnen können „muss“, wenn man „gut“ zeichnen will. Das ist aber nicht so.

Die Zeichnungen anderer Künstler, die zu sehen tatsächlich für die eigene Entwicklung wichtig sind, lösen immer eine innere Freude, eine Art Wiedererkennen aus. Im ersten Fall, vergleicht man sich und fühlt sich mies. Im zweiten Fall, denkt man gar nicht daran, sich zu vergleichen, weil man viel zu ungeduldig ist herauszufinden, wie es mit dem eigenen Zeichnen weitergeht.

Diese anderen Zeichnungen kann man ruhig weiterhin großartig finden und bewundern, aber man muss sich davon nicht niederdrücken lassen. Wichtig für das eigene Zeichnen sind die Zeichnungen, die einem diese positive Ja!-Ja!-Ja!-genau-das-ist-es! – Energie vermitteln. Es fühlt sich an, wie nach hause kommen. Alles was dich auf diese Art ruft, alles, was deine Seele so unmittelbar anspricht, vermittelt dir die Kraft, die Zeichnerin zu werden, die zu sein du bestimmt bist.

 

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Wie unmittelbares Sehen gelingen kann

piano no. 70

piano no. 70

Beim Zeichnen nach der Natur gibt es ein grundlegendes Problem:

wir nehmen die Dinge um uns herum nicht in ihrer ganzen Wahrheit wahr. Wir sehen sie immer nur flüchtig und ungenau. Wir bemerken sie quasi nur im Vorübergehen.

Warum ist das so?

Weil wir meistens nicht UNMITTELBAR SEHEN. Es steht immer etwas zwischen uns und dem Motiv, das wir zeichnen wollen, das uns den Blick verstellt.

Es sind wir selbst und unsere Gedanken, die uns beim Zeichnen im Weg stehen.
Alles, was wir um uns herum sehen, wird von unseren Gedanken gefiltert.
Wir sehen nicht alles WIE es ist, wir sehen alles wie wir denken, dass es ist.
Man kann sich diesen Filter auch wie einen halb transparenten Schleier vorstellen, der sich auf alles legt, was wir sehen und was wir erleben.
Dieser Schleier ist gewebt aus unseren Bewertungen, Vermutungen und Vorurteilen.
Bei allem, was wir anschauen, sehen wir immer noch etwas, nämlich das, was wir darüber denken oder was wir denken, was andere darüber denken oder was wir denken, was wir denken sollten.

Es ist genau dieser Schleier, der uns oft glauben macht, zeichnen sei schwierig.
Auch wenn dieser Gedankenschleier zu unserer menschlichen Natur gehört und wir ihn nie ganz los werden, kann man ihn zur Seite schieben, und sei es auch nur für kurze Momente.

In diesen Momenten können wir UNMITTELBAR sehen.

Wir können dieses klare und unverstellte Sehen erleben, wenn wir HIN-sehen.
Das HIN-sehen gelingt uns dann, wenn wir von uns ab-sehen.
Dieses HIN-sehen ist zu vergleichen mit einem direkten auf etwas zugehen.

HIN-sehen ist hingehen mit den Augen.

In diesem Moment des HIN-sehens geht es (endlich mal) nicht mehr um uns.
Es geht nicht mehr darum, was wir gerade wollen (gut zeichnen), was wir erwarten (eine umwerfende Zeichnung) oder was wir denken (ich kann das nicht).

Beim HIN-sehen gehe ich aus mir heraus, ich verlasse mich selbst, als den Mittelpunkt meines Interesses.

Wenn ich von mir selbst absehe, SCHENKE ich dem Motiv meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
Es ist jene Aufmerksamkeit, die üblicherweise meiner eigenen Person gilt.

Für dieses Geschenk der uneingeschränkten Aufmerksamkeit werden wir vom Motiv großzügig belohnt.
Plötzlich ist es möglich, das Motiv als das zu sehen, was es ist.
Ich erkenne dessen einzigartige Existenz in diesem einzigartigen Augenblick.

In solchen Momenten können wir dem Motiv, dem, was es uns sagt, leicht und losgelöst mit dem Stift auf dem Papier antworten.

Das Motiv hat sich uns offenbart.

Man kann diese besonderen Momente des gelüfteten Schleiers nicht erzwingen, aber man kann ungezwungen darauf zugehen und die Wahrscheinlichkeit, sie zu erleben, aktiv erhöhen.

Es bedarf dafür gar nicht viel.

Hier einige gut wirksame “Tricks”:

1. Viel zeichnen.

2. Trotzdem zeichnen (jeder hat da sein eigenes “trotzdem”).

3. Seine eigenen Zeichnungen nie und niemals runter machen, nicht nur nicht vor anderen, sondern auch vor sich selbst nicht.

4. Für jede einzelne Zeichnung dankbar sein, unabhängig davon, was man gerade darüber denkt.

5. Jedem Motiv, sei es ein tatsächliches Wunder der Natur oder irgendwas Profanes, mit Staunen begegnen (Wow, so sieht das also aus).

Das Zeichnen selbst ist nämlich gar nicht schwierig, nur diese festgefahrenen Gedanken darüber loszuwerden, wie z. B. den Gedanken, Zeichnen sei schwierig, ist nicht immer ganz leicht.

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Warum die Bilder im Kopf nicht aufs Papier gehören.

Landschaft 3Neulich eine Email mit einer Frage:

„Bilder im Kopf…immer wieder…aber ich schaffe es nicht sie umzusetzen und auf´s Papier zu bringen…Rat? S.“

Meine Antwort:

Liebe S., ja, ich weiß, es wird immer wieder behauptet, es sei Kunst, wenn man das, was man sich (im Kopf) vorstellt, ganz genau zu Papier bringen kann. Diese Annahme ist so weit verbreitet, weil sehr viele einfach nicht mehr als das können wollen.

Mein Rat? Lass deine Bilder im Kopf – denn sie gehören dort hin, wo sie entstanden sind, nämlich im Kopf.

Es sind sicher wunderbare Bilder und dein Verstand denkt sie sich aus, weil er dadurch deine, dir innewohnende Kreativität zum Ausdruck bringt. Das ist auch gut so.

ABER: diese Bilder in deinem Kopf haben nichts mit den Bildern zu tun, die du in deinem Herzen hast. Zu diesen Bildern hast du vom Verstand her, also über den Kopf, keinen Zugang.

Deshalb weißt du sehr wahrscheinlich gar nicht, dass es diese Bilder gibt. Diese Bilder kannst du dir sichtbar machen, aber NUR und ausschließlich auf dem Papier. Wenn sie auf dem Papier erscheinen, lernst du sie selbst erst kennen.

Diese, DEINE Bilder, die unsichtbar in dir sind, musst du erlauben auf dem Papier zu entstehen. Sie trauen sich aber nur hervor, wenn sie sich bei dir sicher aufgehoben fühlen. Wenn du es dir angewöhnt haben solltest, das meiste, was du zeichnest, erst mal überkritisch zu beurteilen bzw. zu verurteilen, dann ist es deinen wahren inneren Bildern viel zu gefährlich, sich auf dem Papier zu zeigen.

Ich rate dir, schaff dir ein dickes Skizzenbuch an und zeichne nach der Natur.

Blätter die Seiten um und schaue dir deine Zeichnungen erst wieder an, wenn du das ganze Skizzenbuch voll gezeichnet hast. Ja, das ist schwierig durchzuhalten – nicht das Zeichnen, sondern das nicht Nachschauen, denn man hat sich ja so daran gewöhnt, sofort zu kontrollieren, wie es geworden ist. Du musst dich aber darin üben (wieder: nicht im Zeichnen, das geht von alleine) – du brauchst Übung darin, nicht automatisch auf deine Zeichnungen bewertend zu reagieren. Lass deine Zeichnungen eine nach der anderen entstehen, so selbstverständlich wie Äpfel vom Baum fallen. Wenn du das tatsächlich machst und 2 oder 3 Skizzenbücher lang durchhältst, verspreche ich dir, wirst du zu deinen Zeichnungen und zu dem, was du durch Kunst (malen oder zeichnen) ausdrücken willst, eine ganz neue Beziehung haben.

Du wirst dann nicht mehr vom Kopf ausgehend arbeiten wollen, weil inzwischen dein Herz die Gelegenheit hatte, sich dir auf dem Papier zu offenbaren. Deine Themen, deine Motive werden sich dir aufdrängen, weil sie wissen, dass sie bei dir in guten Händen sind.

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Gutes Zeichenpapier – weil du es dir wert bist

Der amerikanische Künstler Steve Martin ist vielseitig.
Er ist nicht nur als Schauspieler bekannt, sondern auch als Autor, Musiker und Kunstsammler.
Während einer Diskussionsveranstaltung über zeitgenössische Kunst im Getty Museum in Los Angeles, zu der er als Kunstkenner eingeladen war, fragte ihn jemand aus dem Publikum, ob er sich denn auch in der bildenden Kunst aktiv betätige.
Steve Martin antwortete, er sei ein so schlechter Zeichner, dass das Blatt Papier, auf dem er zeichnen würde, danach weniger wert wäre, als vorher.
Es wurde gelacht. Selbstverständlich weiß jeder, dass ein jegliches, von Steve Martin auch nur irgendwie bekritzelte Stück Papier sofort erheblich an Wert gewinnen würde.
Mir allerdings war gar nicht zum Lachen. Ich musste nämlich daran denken, dass viele, die gerne zeichnen, es oft nicht tun, weil sie tatsächlich davon überzeugt sind, dass ihre Zeichnungen nicht das Papier wert sind, auf dem sie sie anfertigen. Und das ist überhaupt nicht lustig.

Wir sind es gewohnt, den Preis einer Sache mit dessen Wert zu verwechseln. Weil wir an unsere Kunst nicht so einfach ein Preisschild heften können, glauben wir manchmal, sie sei es auch nicht wert mit Materialien gemacht zu werden, für die ein Preis bezahlt werden muss.
Der Geldwert eines Kunstwerks ist aber kein Wert an sich. Es ist nur ein behaupteter Wert. Ein Wert, auf den sich bestimmte Gruppen einigen, der anerkannt wird oder eben nicht.
Aber der Wert eines Menschen ist unantastbar und nicht verhandelbar. So auch alles, was ein künstlerisch tätiger Mensch erschafft und gestaltet.

Jeder, der sich künstlerisch ausdrückt, schafft einen Mehrwert. Man kann nicht ins Minus arbeiten.

Der eigentliche Wert des Papiers entsteht erst, indem man es zum Zeichnen benutzt und das gilt für jede einzelne Zeichnung von jedem einzelnen Künstler, egal ob dieser nun Steve Martin heißt oder Ernst Hugo Frohsinn.
Es macht keinen Unterschied, ob ich einer Eingebung folgend im Vorübergehen etwas auf´s Papier werfe oder mich drei Stunden konzentriert an den Zeichentisch setze. Das Ergebnis ist es in jedem Fall wert, wertgeschätzt zu werden.

Wir müssen nicht alle unsere Werke und jede Kritzelei im Tresor aufbewahren. Es ist völlig ausreichend, sie respektvoll zu behandeln.

Auch wenn man eine Zeichnung weglegt oder gar wegwirft, sollte man dies wertschätzend tun und nicht mit Verachtung.

Nur weil man glaubt, eine Zeichnung nicht mehr zu brauchen, heißt das nicht, dass das Zeichnen dieser Zeichnung nicht gebraucht wurde.

So wie ein Schritt dem anderen folgen muss, wenn man sich auf den Weg macht, um an einen bestimmten Ort zu gelangen und so wie jeder Gedanke zum nächsten führt, folgt jede Zeichnung der vorhergehenden.
Du kannst es dir nicht leisten, auch nur ein einzelnes Blatt Papier einzusparen, weil jede Zeichnung, so wie sie entstanden ist, nur entstehen konnte, weil es eine Zeichnung davor gab.

Mit jeder Zeichnung, gleichgültig was du über sie denkst, investierst du in den Wert deiner Arbeit.

Deine Wertschätzung muss sich auf dein gesamtes Schaffen beziehen und nicht nur auf die Arbeiten, die du für sehenswert erachtest.

Diese, des Sehens werten Zeichnungen konnten nur entstehen, weil du dich selbst, deine Arbeit und alle – wirklich alle – deine Zeichnungen wertgeschätzt hast.

Selbstverständlich kann man auf preiswertem Papier zeichnen, aber man muss wissen, warum man es tut.
Es ist ein Unterschied, ob ich es benutze, weil ich mir den reichlichen Gebrauch von Papier nur zu einem bestimmten Preis leisten kann oder ob ich absichtlich weniger Geld ausgebe, als ich müsste, weil ich vom Wert meiner Arbeit nicht überzeugt bin und mir teureres Papier nicht zugestehe.

Noch mal: Es ist nicht verkehrt, kostengünstiges Papier zu benutzen, wenn es nicht anders geht oder eine bestimmte Qualität bevorzugt wird, die nur zufällig nicht viel kostet.
Wenn man sich aber nur dafür entscheidet, weil man es sich nicht wert ist, macht man genau dadurch am Ende seine eigene Arbeit tatsächlich wertlos.

Du kannst dir das Zeichnen und den Gebrauch von Papier nicht so lange verkneifen, bis du eines Morgens aufwachst und du dich plötzlich „wertvoll“ genug fühlst, das Papier wert zu sein, auf dem du zeichnest.

Du erschaffst erst den Wert. Es ist dein Zeichnen, das dem Papier seinen Wert gibt. Du machst es wertvoll.

eine Million Dollar______________________________________________________

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unvermeidliche Fortschritte

orang utan - kleinDas mit dem unbedingt Fortschritte machen wollen im Zeichnen, ist so eine Sache. Wenn man beim Zeichnen dran bleibt, kann man gar nicht verhindern Fortschritte zu machen, das heißt, das eigene Zeichnen verändert sich beständig, manchmal sichtbarer, manchmal weniger sichtbar. Wenn man schon unbedingt den Ehrgeiz haben will, irgendwie voran kommen zu wollen, dann investiere man seine Anstrengung ganz allein ins weiter zeichnen, ins Weitermachen. Allein dadurch verändert sich der Zeichner, die Zeichnerin so sehr, dass dem zeichnerischen Fortschritt nichts mehr im Weg steht.

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Herzliche Grüße und bis bald :-),

Beim Zeichnen entdeckt man die eigene Sicht auf die Dinge

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Kunst zu machen ist lebenswichtig

.

schale40Deine Kunst „zu machen“ gehört genauso zu dir, wie deine Arme und Beine, dein Herz, deine Stimme und einfach alles, was dich ausmacht. Von nichts aus dieser Aufzählung könntest du dich ohne verheerende Folgen trennen, und nicht nur du hättest unter diesen Folgen zu leiden, sondern alle Menschen, die dir wichtig sind, denn du könntest nicht mehr mit deiner ganzen Kraft, mit deiner ganzen Fülle, mit deinem ganzen Wesen, für sie da sein.
Wenn dir diese Aussage zu weit geht, solltest du vielleicht nicht weiterlesen, denn dieser Text handelt nicht von dir.
Kunst machen besteht nicht nur daraus die Kunst zu machen.
Man muss auch die Beziehung zu seiner Kunst und seine innere Einstellung dazu auf die Reihe kriegen.
Weil das aber die wenigsten tun, wundern sie sich, warum das Kunst machen ihnen so schwer fällt.
Wenn du Kunst machen willst, musst du aufhören, dich dafür zu schämen, wie du sie machst und DASS du sie machst.
Wenn dir das Wort schämen zu stark klingt, probiere es mit peinlich.
Peinlich kann einem in diesem Zusammenhang alles Mögliche sein:
dass man es nicht professionell genug macht, dass man es im falschen Raum macht, dass man es nicht oft genug macht, wie man den Stift hält oder weil man die eine Technik einer anderen vorzieht. Die Liste ist endlos.
Aber einfach aufhören, sich zu schämen, für was auch immer, geht nicht.
Zu sagen, hör einfach auf damit, ist so sinnlos wie einen Kranken aufzufordern, nicht mehr zu husten.
Im Prinzip geht es auch eher darum, das ’sich schämen‘ auszuhalten.
Wir müssen unser Leben und das, was wir tun, wichtig genug nehmen, um unsere Scham zu bemerken, sie anzuerkennen und damit umgehen zu wollen.
Wir lernen damit umzugehen, nicht indem wir anstreben, die Scham, das peinlich sein, für immer und ewig loszuwerden, sondern, wie es die Sozialforscherin Brené Brown ausdrückt „…,dass man sich damit abfinden muss, verletzlich zu sein.“ (Quelle: Die Welt, 3. 1. 2014)

Die Angst, das Wohlwollen und die Anerkennung der Gemeinschaft zu verlieren, ist dem Menschen angeboren.

Wir versuchen uns, verständlicherweise, unter allen Umständen davor zu bewahren. Wir gehen auf Nummer sicher, entweder indem wir einen Teil von uns verbergen und erst gar nicht in unsere Kunst einfließen lassen oder indem wir gar keine Kunst machen und uns selbst davon überzeugen, dass es Wichtigeres gibt.
Um seine Kunst wichtig zu nehmen, muss man wissen WARUM man sie macht.
WARUM willst du Kunst machen?
Die meisten von uns beschäftigen sich nur damit, warum sie ihre Kunst nicht machen können. Dafür finden sich immer schnell Gründe.
Man hat keine Zeit, keinen Platz, keine Fähigkeiten.
Gute Antworten, warum man Kunst macht, wären z.B. weil ich es will, weil es mir gut tut, weil ich meiner inneren Stimme folge.
Aber diese Antworten sind nicht wirklich stabil und wenn wir ehrlich sind, handelt es sich bei diesen Antworten meistens um Lippenbekenntnisse, die wir uns vorsagen, in der Hoffnung, es dann tatsächlich selbst glauben zu können.
Beim leisesten Gegenwind fallen diese Antworten um, denn dem Vergleich mit anderen Anforderungen unseres Lebens halten sie nicht stand.
Wir alle haben an irgendeinem Punkt unseres Lebens gelernt, stark zu sein – für andere.
Ohne mit der Wimper zu zucken, würden wir von der nächsten Klippe springen, wenn wir damit anderen helfen könnten. (von der Klippe springen kann bedeuten sein eigenes Leben verändern, beeinträchtigen, vernachlässigen)
Und wenn dich das Beispiel von der hohen Klippe nicht beeindruckt, dann gebe ich dir ein noch viel beängstigenderes: sich vor anderen lächerlich machen.
Ich wette, so mancher würde den Klippensprung einer Situation, in der man ausgelacht wird, vorziehen. Aber auch hier hängt es davon ab, wofür wir dieses Opfer bringen würden. Klar, es müsste schon mindestens dazu dienen, ein Leben zu retten – das eines anderen.
Mutig sein können ist für die wenigsten ein Problem. Nur die Anlässe für die sich das Mutig sein lohnt, die werden sehr genau unterschieden. Um ein solches Risiko einzugehen, das Risiko verletzt und verwundet zu werden, bedarf es schon sehr guter Gründe.
Also zusammengefasst: Man geht ohne zu zögern das Risiko ein, verletzt zu werden, wenn einem etwas sehr, sehr wichtig ist.
Traurigerweise ordnen die wenigsten von uns, die eigene Person und die eigene Arbeit in jene Kategorie ein, die mit dem Etikett „sehr, sehr wichtig“ beschriftet ist.
Dabei ist es das Wichtigste überhaupt, sich selbst am wichtigsten zu sein.
Und für dich speziell ist es wichtig, dein Kunst machen genauso wichtig zu nehmen, wie alles andere Wichtige auch!!!!
Im Flugzeug wird man vor dem Start ermahnt, im Notfall sich selbst zuerst die Sauerstoffmaske aufzusetzen, damit man überhaupt in der Lage ist, auch anderen zu helfen.
„Im Notfall“ also kennen wir die Prioritäten, aber ohne Not, also ohne Notwendigkeit, fällt vieles, was uns notwendig sein sollte, unbeachtet unter den Tisch.
Das Kunst machen, unsere Kunst zu machen, ist aber genau so eine Notwendigkeit. Wir wollen und können das nur nicht so einfach glauben.
Warum nicht?
Weil uns die Folgen, sie halbherzig oder sie gar nicht zu machen, uns nicht unmittelbar lebensgefährlich erscheinen.
Dabei bringen wir uns, ohne es zu merken, tatsächlich in Lebensgefahr und beeinträchtigen auch das Leben anderer.
Wenn wir unsere Kunst halbherzig machen, leben wir halbherzig.
Wenn wir halbherzig leben, freuen wir uns halbherzig, lachen wir halbherzig, erleben wir das Leben nur halbherzig.
Auf Dauer ist so ein halbherziges Leben schmerzhafter, als alle Verletzungen, die uns von anderen, für unsere Kunst und für unser Einstehen zu unserer, aus vollem Herzen entstandenen Kunst, zugefügt werden kann.
Du musst entscheiden, gehört meine Kunst zu machen zu meinem Leben oder nicht: Und da du das hier gerade liest, kennen wir beide die Antwort.
Nimm dich und alles, was zu dir gehört, endlich wichtig genug, um es in Kauf zu nehmen, verletzt zu werden und sei bereit, dich auslachen zu lassen.
Das soll nicht heißen, dass du dich völlig wehrlos fühlen sollst. Wenn du kannst, greifst du, wenn nötig, zur nächsten Sauerstoffmaske (das können Freunde sein, die dich tatsächlich unterstützen, Bücher oder eben die Arbeit selbst), aber lege deine innere Rüstung ab.
Diese Rüstung schützt dich nämlich nicht nur vor möglichen Angreifern, sondern macht dich auch taub und gefühllos für alles, was du brauchst, um dich wirklich und vollständig zu fühlen.
Wenn du dich also mit deiner Verletzlichkeit „abfindest“, du akzeptierst, dass sich verwundbar und angreifbar fühlen dazugehört, ist es plötzlich nicht mehr schwierig oder gar unmöglich deine Kunst tatsächlich zu machen.
Denn du weiß ja, WARUM du es tust.
Sei bereit, für deine Kunst von einer Klippe zu springen. (Und ja, es gibt Zeiten, da fühlt es sich genauso an.)
Plötzlich wirst du es unaufschiebbar wichtig finden, dir die nötige Zeit zu nehmen, den richtigen Ort zu finden und die passenden Materialien und die Geduld aufzubringen, dir Fähigkeiten anzueignen.
Weil es um dein Leben geht.
Und um ein Leben zu retten, tust du alles, was nötig ist.

 

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Ist meine Zeichnung jetzt eigentlich fertig oder nicht?

bass-143-kopieBeim Zeichnen geht es ja immer auch um´s Nicht-zeichnen.

Oder anders ausgedrückt:

Eine Zeichnung entsteht nicht nur durch die Linien, die gezeichnet werden, sondern auch durch die, die nicht gezeichnet werden.

Oder anders ausgedrückt:

Zeichnen bedeutet auch, rechtzeitig mit dem Zeichnen aufzuhören.

Daran dachte vielleicht auch der Dichter Yves Bonnefoy, als er schrieb:

„So schmal ist des Zeichners Strich, so umgeben noch von den großen Stränden der Leere.“

Zu merken, wann es Zeit ist aufzuhören mit dem Zeichnen ist Erfahrungssache.

Es gibt aber ein ganz sicheres Zeichen, durch das man erkennen kann, wann es soweit ist. Blöderweise wird dieses Zeichen oft missverstanden und, im Gegenteil, eher zum Anlass genommen erst recht weiterzuzeichnen.

Ja, wann ist denn nun meine Zeichnung fertig?

Die Antwort lautet:

Immer, wenn du dir während des Zeichnens genau diese Frage stellst, ist deine Zeichnung fertig.

Immer.

Punkt.

An dieser Stelle ist der Artikel fertig geschrieben. Da soll noch mal einer sagen, ich könnte mich nicht kurz fassen.

Falls dir das aber dann doch etwas zu knapp ist, will ich diese Antwort im Folgenden etwas ausführlicher erklären.

Wenn du jetzt weiter liest, musst du mir aber versprechen, ganz genau zuzuhören, denn es wird etwas kompliziert.

Diese Frage, ob die Zeichnung nun fertig ist oder nicht, ist eigentlich keine Frage, die beantwortet werden sollte.

Vielmehr ist diese Frage ein sicheres Zeichen. Sobald diese Frage in deinem Kopf auftaucht, ist sie ein sicheres Zeichen, dass du dich verwandelt hast. (Nein, nicht in einen Werwolf). In diesem Moment hast du dich von einem Zeichner, der eine Zeichnung zeichnet, verwandelt in einen Betrachter, der eine Zeichnung anschaut.

Der Betrachter einer Zeichnung hat mit dem Zeichnen einer Zeichnung nichts zu tun, und somit hast du, als Betrachter, gar nicht die Kompetenz diese Frage zu beantworten.

Theoretisch könnte sich diese Frage, ob die Zeichnung nun fertig ist oder nicht, nur der Zeichner, der zeichnet stellen.

Der kommt aber gar nicht auf die Idee, sich auch nur irgendwas zu fragen. Ein Zeichner versteht weder eine Sprache aus Wörtern noch spricht er sie. Ein Zeichner versteht nur Gefühle und handelt intuitiv.

Ein Zeichner weiß immer, ob seine Zeichnung fertig ist oder nicht und bringt dies zum Ausdruck, indem er zeichnet oder eben nicht.

Es ist immer nur der Betrachter einer Zeichnung der zweifelt, der hin und her überlegt und der glaubt, es bedürfe rational begründeter Argumente, um beurteilen zu können, ob eine Zeichnung fertig ist oder nicht.

Wenn dich also mitten im Zeichnen plötzlich diese Frage zwickt, weißt du, dass die Entscheidung in diesem Moment gefallen ist:

Die Zeichnung ist fertig.

Falls sich später herausstellen sollte, dass sie doch nicht fertig war, was immer seltener vorkommen wird, wenn du dich daran gewöhnst, diese Frage als ein Zeichen zu verstehen, kannst du auf jeden Fall sicher sein, dass du in diesem Moment fertig warst mit dem Zeichnen.

Nichts, was du vom Standpunkt des Betrachters aus der Zeichnung hinzufügst, wird der Zeichnung gut tun, denn der Betrachter kann nicht zeichnen.

Du hast die Verantwortung gegenüber der Zeichnung, das zu akzeptieren und die Zeichnung in diesem Moment loszulassen.

Es ist wichtig, das Auftauchen dieser Frage nicht zum Anlass zu nehmen, jetzt erst recht weiterzuzeichnen, auch wenn es dir als Betrachter völlig normal erscheint zu glauben, dass du beurteilen kannst, ob die Zeichnung noch zu verbessern oder gar zu retten ist.

Spätestens bei solchen Gedanken müssen bei dir sämtliche Alarmglocken läuten. Versuche diesen Einflüsterungen zu widerstehen und lege den Stift aus der Hand.

Du kannst nichts mehr tun und der Zeichner hat schon längst den Raum verlassen.

Zitat aus: Yves Bonnefoy, Wandernde Wege, 1997

 

 

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Zeichenworkshop in Köln am Samstag, 19. November 2016

Köln Museum„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

Workshop in Köln

im Römisch-Germanischen Museum

am Samstag, 19. November 2016
von 10.30 Uhr bis 15.30/16.00 Uhr

HIER geht es zu den Informationen für die Anmeldung.

Dieser Zeichentag wird dich dazu inspirieren mit deiner eigenen Art des zeichnerischen Ausdrucks wieder intensiven Kontakt aufzunehmen.

Wenn du dir deines eigenen unvergleichlichen Ausdrucks „selbst bewusst“ wirst, fällt es dir leicht, den inneren Kritiker zu überhören und wieder „selbstbewusst“ und mit Begeisterung zu zeichnen.

Du kannst deine Zeichnungen mühelos entstehen lassen, ohne den Entstehungsprozess ständig kritisch zu kontrollieren und zu hinterfragen.

Ich zeige dir, wie du unmittelbar sehen kannst und wie dir ausdrucksstarke und authentische Zeichnungen gelingen, die keinen Vergleich scheuen müssen, weil sie einzigartig und unvergleichlich sind.


„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“ Manuela
„War alles sehr spannend und lehrreich.“ Bettina
„Es ist ein völlig anderer Zugang, als in den Workshops in der Volkshochschule. Ich bin und war begeistert.“ Susanne
“Ich fand den Kurs für mich persönlich bereichernd. Ich schätze deine ruhige, wertschätzende Leitung, die immer wieder wichtige Impulse beim Zeichnen gibt.” Waltraud

Wenn du am Workshop „Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“ am Samstag, 19. November teilnehmen möchtest, findest du HIER die Informationen für die Anmeldung.

frankfurt-24-sept-2016-blog

Das ist die fröhliche Gruppe, die sich im September in Frankfurt getroffen hatte.

Wie läuft so ein Workshop eigentlich ab?

Zunächst allerdings will ich erst mal erklären, wie meine Workshops NICHT ablaufen:

– Es werden KEINE konventionellen Zeichentechniken vermittelt, wie man sie als Lektionen in manchen Lehrbüchern findet, wie z. B. Schraffieren, Graustufenfelder anlegen oder ein Ei unter einer gedachten Lichtquelle von links oben zeichnen.

– Ich gehe NICHT während des Zeichnens herum, um den Zeichnern über die Schulter zu schauen und sie auf sogenannte Fehler aufmerksam zu machen.

– Es geht NICHT um ‚falsch oder richtig‘ oder um ‚besser oder schlechter‘ zeichnen als….

Wenn du jetzt noch Lust hast weiterzulesen, ist ein Workshop, so wie ich ihn anbiete, vielleicht tatsächlich etwas für dich.

Die Zeichenworkshops finden jeweils in einem Museum in Frankfurt, München, Köln oder Wien statt, in Frankfurt auch im Zoo.

Beim ersten Zusammentreffen der Gruppe nennen wir nur unsere Vornamen und es gibt keine dieser üblichen Selbstvorstellungsrunden.
Ich möchte, dass das ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und das ‚Was mach ich sonst noch‘ draußen vor der Tür bleibt.

Ich stelle mir die Runde der Zeichner immer gerne als eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Reisender vor, die sich vorgenommen haben, für eine gewisse Zeit gemeinsam Entdeckungen zu machen.

Im Laufe des Tages bitte ich die Teilnehmer, sich auf verschiedene Zeichenexperimente einzulassen.
Ich erkläre das jeweilige Experiment und los geht’s mit dem Zeichnen, jeder für sich.

Nach einer vorgegebenen Zeit kommen wir wieder zusammen, und wer mag(!), erzählt von seinen Erfahrungen, die er während des jeweiligen Reiseabschnittes sammeln konnte.

Es kommt dann immer zu einem regen Austausch, weil natürlich jeder durch die Erfahrungen der anderen auch Erkenntnisse für sich selbst gewinnen kann.

Auf diese Weise bewegen wir uns zeichnend und miteinander redend durch die Säle des Museums.

Die Zeichen-Experimente sind dazu gedacht, die Zeichner herauszufordern, den Prozess des Zeichnens zu hinterfragen und neu zu erleben.

Das unmittelbare Sehen und Erleben stehen im Mittelpunkt so eines Zeichenworkshops, denn nur, was den Zeichner innerlich beeindruckt, kann er auf seine einzigartige und unvergleichliche Weise auf dem Papier auch adäquat zum Ausdruck bringen.

Welche Experimente das sind, verrate ich natürlich nicht. Dann wäre ja die Überraschung weg.

Aber am Ende des Tages wird sich für jeden Zeichner etwas verändert haben und für jeden wird es etwa anderes sein.

HIER findest du die Informationen für die Anmeldung

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„Ein Workshop bei Martina ist eine Reise zum eigenen, ganz persönlichen zeichnerischen und authentischen Ausdruck und ein echter Befreiungsschlag für angstfreies Zeichnen.“ Alex 

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Der Radiergummi radiert deine Seele aus

ausradiertes SmileyHeute möchte ich….

Nein. Ich fang´ noch mal von vorne an.
Ich möchte….
Ach, was, das ist auch nicht gut.
Ich denke, ich will sagen….
Nein, halt. Ich mach´ es doch anders.
Liest da noch jemand, oder sind schon alle weg?
Ich jedenfalls würde einen Text, der so beginnt wie dieser hier, nicht lesen.
Offenbar weiß die Schreiberin nicht, was sie sagen will. Sie ist unsicher und nimmt jeden Satz, den sie beginnt sofort wieder zurück.
Jetzt stell dir mal vor, jemand würde auf diese Art eine Rede halten. Nach jedem Satz würde der Redner sagen, ach halt, das habe ich ja gar nicht so gemeint. Ich will es anders formulieren, nämlich so….
Und kurz darauf sagt er, ach nein, auch das scheint mir nicht treffend. Was halten Sie von folgender Formulierung? Und so weiter.
Das wäre kaum auszuhalten, oder?
Nicht nur würden die Zuhörer sofort jegliches Vertrauen in des Redners Kompetenz verlieren, auch der Redner würde sich nach kurzer Zeit nicht mehr trauen den Mund aufzumachen, da er ja selbst keinem seiner eigenen Worte über den Weg traut. Bald würde er nie mehr irgendwas laut aussprechen wollen.
Wenn man beim Zeichnen einen Radiergummi benutzt und immer wieder die Linien, die einem nicht gefallen, weil sie angeblich nicht treffend genug sind, sofort wieder ausradiert, verhält man sich genauso wie dieser Redner.
Schon nach kurzer Zeit traut man keiner seiner eigenen Linien mehr, beäugt sie kritisch, zweifelt sie an, will sie mit dem Radiergummi ungeschehen machen.
Eine gezeichnete Linie kann man aber nicht ungeschehen machen, man kann höchstens versuchen, sie zu „vertuschen“ und sie ausradieren (meistens mit häßlichen Spuren auf dem Papier).
Wer sich nicht nur mit Papier und Bleistift, sondern auch mit einem Radiergummi in Reichweite ans Zeichnen macht, vermittelt sich selbst eine sehr klare Botschaft:
– Ich will gar nicht wirklich zeichnen. Ich will am Ende nur eine perfekte Zeichnung vorweisen können und ich muss mit allen Mitteln verhindern, dass man meiner Zeichnung ansieht, dass ich nicht perfekt zeichnen kann.-
Wer jedoch seine eigenen Linien ständig mit dem Radiergummi bedroht, verdirbt sich die Freude am Prozess des Zeichnens. Er bemerkt gar nicht, dass es das Zeichnen selbst ist, das eine „gute“, das heißt lebendige und seelenvolle Zeichnung hervorbringt und nicht das „irgendwie Hinkriegen“ einer Zeichnung.
Der Radiergummi hilft nicht beim Zeichnen, er verhindert das Zeichnen.
Der Radiergummi verhindert das Entstehen von unerwarteten Einfällen und Zufällen.
Der Radiergummi kann nur zulassen, was schon bekannt ist.
Mit dem Radiergummi kontrolliert und zensiert der Zeichner seine spontane Kreativität und individuelle Ausdruckskraft.
Beim Zeichnen die Kontrolle behalten zu wollen und zu müssen, stammt noch aus einer anderen Zeit und gehört zu einer anderen Anwendung des Zeichnens.
Die zeichnende Hand mit Hilfsgeräten zu kontrollieren und deren Ausführungen zu korrigieren ist ein Relikt aus dem Prä-Computericum. Damals war man auf Hilfsmittel wie Lineal, Zirkel und auf den Einsatz von Radiergummis angewiesen, da man exakte Pläne nur mit der Hand zeichnen konnte.
Obwohl heutzutage Computerprogramme sicherheitsrelevante Fehlerlosigkeit garantieren, hat sich die Anforderung beim Zeichnen grundsätzlich stets korrekt und genau sein zu müssen, bis heute erhalten.
Nach wie vor gilt bei vielen Menschen Fehlerlosigkeit als grundlegendes Bewertungskriterium für eine gute Zeichnung.
Das hängt damit zusammen, dass zwei unterschiedliche Paar Schuhe den selben Namen tragen.
Sowohl das technische Zeichnen wurde und wird ganz allgemein mit „dem“ Zeichnen gleich gesetzt, als auch das kreative und gestaltende Zeichnen.
Deshalb kommt es auch heute noch immer wieder zu solch merkwürdigen Aussagen, wie: Ich kann nicht zeichnen, denn ich kann noch nicht mal eine gerade Linie ziehen.
Die einzige passende Antwort darauf wäre:
Herzlichen Glückwunsch, du bist also keine seelenlose Maschine.
Es zeichnet einen Menschen geradezu aus, dass er eben keine exakt gerade Linie ziehen kann.
Wer ohne den Einsatz eines Radiergummis zeichnet, wird immer eine lebendige und authentische Zeichnung anfertigen.
Wie auch immer der Zeichner sich entscheidet, ob er seine Linien auf dem Papier stehen lässt, wie sie ihm aus dem Stift fließen oder ob er weitere Linien über die vorherigen legt, er wird stets aus voller Seele zeichnen.

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Die gut gemeinte Meinung anderer Künstler

 

drums19Es ist unter Zeichnern und Malern weit verbreitet zu glauben, man unterstütze einander, indem man sich kritisiert und auf vermeintliche Fehler aufmerksam macht. (Diese Seite sei zu breit, jene Linie zu kurz).

Viele Künstler bitten um die Meinung anderer.
(Was meinst du, sollte ich daran noch weiter machen, sollte ich den Hintergrund verändern, sollte ich das grün oder rot machen?)

Es findet sich dann immer schnell eine wohlmeinende Person, die auf solche Fragen bereitwillig antwortet.
Ich jedenfalls weiß genau, spätestens, wenn man mich nach meiner Meinung fragt, habe ich plötzlich eine.

Die Frage ist, ob diese, meine Meinung für irgendjemanden von Bedeutung sein könnte.

Selbstverständlich nicht und ich möchte erklären, warum.

Wir alle haben ständig zu allem irgendeine Meinung, sei es zur Haarfarbe der Freundin oder zum geblümten Hemd des Nachbarn. Und wir halten unsere Meinung selbstverständlich für wahr.
(Der Nachbar hätte schon längst eine Freundin, wenn er sich geschmackvoller kleiden würde. Die Freundin wäre viel hübscher, wenn sie sich die Haare nicht blau färben würde.)
„Diese Meinungen sind doch unwiderlegbar richtig, oder?
Ist es nicht wahr, was ich da denke?
Jemand sollte es diesen beiden endlich mal sagen. Das wäre doch ein Akt der Nächstenliebe und jeder, der offen und ehrlich seine Meinung sagt, will doch nur das Beste.
Natürlich wollen die Betroffenen das nicht unbedingt hören. Nicht alle sind bereit, unbequeme Wahrheiten über sich zu erfahren. Aber ich opfere mich, ich ziehe den schwarzen Peter freiwillig und sage ihnen, dem Nachbarn und der Freundin, was ich wirklich denke. Ich fühle mich verpflichtet, ihnen zu helfen.“
Solche oder ähnliche Gedanken können mich dazu bringen, anderen, mit den besten Absichten, meine Meinung zu sagen, oder auch jemandem, der verunsichert ist und mich darum bittet, sie ihm ungeschminkt zu unterbreiten.
Durch jede geäußerte Meinung erzählt derjenige, der diese Meinung vertritt, jedoch mehr über sich selbst, als über das Thema und die Person, auf die sie sich bezieht.
Warum eigentlich glaube ich zu wissen, dass der Nachbar mit einem Partner besser dran wäre und warum glaube ich zu wissen, dass meine Freundin nicht hübsch ist? Warum bin ich dieser Meinung?
Ich meine das, weil diese Meinungen mit einigen von meinen Glaubenssätzen, die ich persönlich grundsätzlich über das Leben habe, übereinstimmen: ‚Frauen haben nach allgemein anerkannten Maßstäben hübsch zu sein.`und ‚Man(n) kann nur in einer Partnerschaft glücklich werden.‘
Das ist natürlich völliger Blödsinn, aber diese (unbewussten) Glaubenssätze muss ich dringend gründlich hinterfragen und sie dann bewusst ändern.
Wenn ich diesen beiden, der Freundin und dem Nachbarn gefragt oder ungefragt, meine Meinung sagte, hätte diese nichts mit deren Leben zu tun, sondern ausschließlich mit meinem eigenen, und hätte somit keinerlei Wert für sie.Auch dann, wenn sie diese Meinung vielleicht wertschätzten, weil sie selbst zu verunsichert sind,(z.B. aufgrund der unzähligen Meinungen, die da draußen herumschwirren), um sich auf ihr eigenes Gefühl und ihren eigenen gesunden Menschenverstand zu verlassen, hätte ich ihnen mit meiner Meinung keinen guten Dienst erwiesen.
Ich hätte ihnen einfach nur noch irgendeine weitere Meinung aufgedrückt.
Wenn sie es wollten, könnten sie sich nun meiner Meinung anschließen, um andere Meinungen leichter nicht zu hören.
 
Mal ehrlich, bist du daran interessiert ein Kunstwerk zu sehen, dessen Macher Wert auf deine Meinung gelegt hat?
Ich jedenfalls will Kunst sehen, die unabhängig von meinen eigenen Vorstellungen entstanden ist und mir etwas zeigt, was ich so noch nicht gesehen habe und zwar etwas, was ausschließlich nur dieser einzigartige Künstler mir sagen oder zeigen kann.
Ich brauche keine Kunst, von der ich glaube, sie sei durch meine Meinung besser geworden.
Kunst machen fühlt sich nicht immer leicht an. Man kann sich als Künstler verdammt einsam fühlen. Wenn man nicht aufpasst, gerät man als Künstler schnell in eine Abwärtsspirale der Selbstzweifel und Selbstvorwürfe (Du bist nicht gut genug. Wofür hältst du dich eigentlich? Das hat doch alles keinen Sinn.)
Es sind nicht immer nur Künstler, die sich mit diesen Dämonen herumschlagen, aber Künstler sind für sie besonders anfällig, weil es ihre Aufgabe ist, dem Leben etwas hinzuzufügen, einen Wert zu erschaffen, der sich an nichts messen lassen kann, weil er für sich steht.  
Man macht es sich nicht dadurch leichter, jemanden, auch nicht einen anderen Künstler, um dessen Meinung zur eigenen Kunst zu bitten. Auch jeder Künstler redet am Ende immer nur über sich selbst.
Ich entwickle mich nicht dadurch weiter, indem ich mir Meinungen unterbreiten lasse, wie ich, als Künstler, an einem bestimmten Punkt weiter vorgehen sollte.
Die wirkliche Herausforderung für einen Künstler besteht darin, an seiner Arbeit tatsächlich dranzubleiben, anstatt sich durch Zweifel und Zweifler ablenken zu lassen, und sich Vorbilder zu suchen,
Vorbilder, die ihn wirklich und unmittelbar inspirieren.
Solche Vorbilder, die eigenständig genug sind, keinem die eigene Meinung aufdrücken zu wollen, sondern solche, die einfach nur sind wie sie sind.
Solche Vorbilder beflügeln den Arbeitsprozess und erleichtern das eigene „immer Weitermachen“.
Wenn man sich mitten im Arbeitsprozess befindet, fühlt es sich oft so an, als trete man auf der Stelle und es müsse doch endlich mal irgendwie weitergehen.

Man glaubt, die Stelle, an der man sich gerade befindet, kann nicht die richtige sein, aus dem einfachen Grund, weil man sich gerade dort befindet.

Man will doch schließlich voran kommen, oder?
Es ist verständlich, dass da die Meinungen anderer einem als Hilfestellung sehr gelegen kommen (du musst es so und so machen, du musst mal das und jenes ausprobieren), weil sie einem vorgaukeln, man müsse nur irgendetwas anders machen, um sich weiterzuentwickeln, um weg zu kommen, von da, wo man gerade ist.
Wenn jedoch jeder wirklich an seiner Arbeit dran bliebe und das, woran er gerade arbeitet und die Veränderungen im Prozess, die sich daraus von selbst ergeben, akzeptieren und respektieren würde, würde er sich so schnell weiterentwickeln, dass ihm (rückblickend) schwindlig würde.
Ich will es hier ganz deutlich sagen:
Ein Künstler sollte kein einsamer Einzelkämpfer sein müssen. Wenn man sich den Meinungen anderer verschließt, bedeutet das nicht, dass man ein asozialer Mensch ist, es bedeutet, dass man ein selbst denkendes Individuum ist, das eine Gesellschaft bezüglich ihrer allgemeinen Ansichten (und eben Meinungen) herausfordert, statt sich ihnen anzupassen.
Ein Künstler braucht, wie jeder andere Mensch, Gefährten und Freunde, die er sich genauso sorgfältig aussuchen sollte und die genauso gut zu ihm passen sollten, wie seine von ihm gewählten Materialien.
In einer sich gegenseitig unterstützenden Gemeinschaft kann man sich sicher genug fühlen, Wege zu wählen, die alleine zu gehen, man sich vielleicht nicht gewagt hätte.
Eine Gemeinschaft mit ähnlichen Werten und Ansprüchen hilft, sich und die eigene Arbeit aus einer wertschätzenden Perspektive zu erleben. Innerhalb so einer, zugegebenermaßen, idealen Gemeinschaft, erfährt man genug Zuspruch und Anerkennung, um die ständig am Horizont winkenden Selbstzweifel, auf gebührendem Abstand zu halten.

Man muss aber auch sehr gut aufpassen, nicht in eine Gemeinschaft zu geraten, von der man sich bewusst oder unbewusst die Richtung seiner Arbeit vorschreiben lässt, nur weil es dort üblich ist, sich an den vorherrschenden Meinungen zu orientieren.

 

Die Angst vorm Zeichnen

Rose201Du fühlst dich zu Papier und Stiften hingezogen.

Stundenlang ungestört in einem Schreibwarenladen zu stöbern, nennst du einen gelungenen Nachmittag.
Du blätterst gerne in Zeichenlehrbüchern. Manchmal kaufst du eines, nimmst es danach aber nie mehr in die Hand.
Die Vorstellung, auf einer Reise alles Sehenswerte und Interessante in einem Skizzenbuch festzuhalten, lässt dich sehnsuchtsvoll seufzen.
„Ach, wäre das schön“, denkst du, aber die wenigen Male, die du tatsächlich den Stift auf´s Papier gesetzt hast, kannst du an einer Hand abzählen.

Erkennst du dich in dieser Beschreibung wieder?

Was ist das nur? Du willst zeichnen, du hast wirklich Lust dazu, aber du tust es nicht.

Es gibt darauf eine ganz einfache Antwort:

Du hast Angst.

Du hast so viele beängstigende Gedanken übers Zeichnen angesammelt, dass du davor immer wieder zurückschreckst und dich nicht traust, es tatsächlich zu tun.

Im Folgenden habe ich ein paar dieser „Angstmacher“ aufgelistet, die sich vielleicht unbemerkt, bei dir eingenistet haben, und dir die Freude am Zeichnen vermiesen.

1. Eine Landschaft mit Fluss und Gebirge in 10 Minuten oder schneller.
(die Angst, zu versagen)
Du nimmst dir zu viel vor.
Wer auf die Schnelle was Hübsches zeichnen will, wie nur mal eben den 180 Grad Panoramablick aus dem Fenster, fühlt sich schon erschöpft und überfordert, bevor überhaupt der Zeichenblock ausgepackt ist.

„Man kann ja auch den schönen Ausblick einfach mal so genießen“, sagst du dir, und fängst mit dem Zeichnen erst gar nicht an.

Selbstverständlich kann man überall und zu jeder Zeit schnelle Zeichnungen anfertigen.
Wenn du es wirklich eilig hast, triff eine blitzschnelle und konkrete Entscheidung, was genau du in dieser kurzen Zeit zeichnen möchtest.

Zeichne einen einzelnen Baum vor dem Fenster oder einen einzelnen Schornstein, anstatt das ganze Rheintal mit sämtlichen Hügeln und Tälern mal eben auf ein einziges Blatt Papier bringen zu wollen

2. Zeichnung, Zeichnung an der Wand, welche ist die Schönste im ganzen Land?
(die Angst, nicht gut genug zu sein)

„Wenn ich mir jetzt schon die Mühe mache, muss diese eine Zeichnung aber ganz besonders schön werden“, sagst du dir vielleicht, und der nächste Gedanke ist dann: „Ach je, dann lass ich es lieber.“

Erwischt?

Die „Wenn schon/denn schon“ -Einstellung trägt nicht gerade dazu bei, entspannt den Zeichenstift in die Hand zu nehmen.
Wir sind es gewohnt, Alles und Jeden zu beurteilen, zu vergleichen, zu bewerten.
Jedes Kind, das auf ein gemaltes Bild eine bewertende Note bekam, egal ob eine gute oder schlechte, hat dadurch etwas für´s Leben gelernt: Du bist nur gut, wenn du etwas machst, was andere gut finden.
Die Angst, etwas nicht gut genug zu machen, sogar, wenn niemand guckt, ist manchmal überwältigend.
Überwinden kann man diese Angst nur, indem man bereit ist, durch diese Angst hindurchzugehen, sie auszuhalten und es „trotzdem“ macht, indem man trotz dieser Angst zeichnet.
Man muss sogar damit rechnen, speziell dieser Art von Zeichen-Angst immer und immer wieder zu begegnen und immer und immer wieder mit offenen Augen und mit gespitztem Stift, geradewegs durch sie hindurch marschieren zu müssen, bevor diese Angst ein wenig nachlässt. Man muss auch damit rechnen, dass sie nie ganz verschwindet, aber mit der Zeit wird es einem immer leichter fallen, sie zu ignorieren.

3. Zeichnen ist schön, aber richtig zeichnen ist doof.
(die Angst vor Zeichenregeln)

Vielleicht ist dir ja schon mal aufgefallen, dass du, immer wenn du zeichnen möchtest, glaubst, es auf eine bestimmte Weise tun zu müssen. Aber genau so, wie du glaubst, es tun zu müssen, dazu hast du keine Lust, also tust es nicht.

Es gibt viele Menschen, die ganz genau wissen, was man zu tun und zu lassen hat und dieses vermeintliche Wissen großzügig mit anderen teilen.
Wie zum Beispiel meine Kunstlehrerin in der 10. Klasse:
Ich hatte entdeckt, dass sich der Strich eines weichen Bleistiftes mit dem Finger zu einer grauen Fläche verwischen lässt. Ich war begeistert. Ich hatte eine Methode gefunden, bei einer Bleistiftzeichnung Schatten darzustellen.
So zeichnete und wischte ich fröhlich vor mich hin, bis zu dem Moment, in dem mich meine Kunstlehrerin darauf hinwies, man (!) darf (!) nicht (!) beim Zeichnen wischen. Stattdessen, so erklärte sie mir, solle man stets ordentlich schraffieren.
Ich kann heute noch die Enttäuschung spüren, als mir klar wurde, dass mir Zeichnen niemals mehr Freude machen würde, weil mir das Schraffieren keine Freude machte. Ohne zu schraffieren, war Zeichnen nicht erlaubt.
Ich liebte es zu zeichnen, aber so wie ich dachte, dass es „richtig“ sei zu zeichnen, fand ich es doof
Es hat mindestens 10 Jahre gedauert, bis mir klar wurde, was für ein unglaublicher Unsinn diese Regel ist.

4. Es gibt Wichtigeres zu tun, als zu zeichnen
(die Angst, seine Zeit zu verplempern)

Natürlich glaube ich keine Sekunde, dass es etwas Wichtigeres gibt als Zeichnen, aber auch diese Meinung wird gerne in Umlauf gebracht, und wenn man nicht aufpasst, teilt man diese Meinung, ohne es zu merken.

Warum mit Zeichnen seine Zeit verplempern, wenn es tausend nützliche Dinge zu tun gibt?
Ich könnte hier noch bis morgen früh darüber schreiben, warum die mit Zeichnen verbrachte Zeit eine sehr nutzbringende ist, aber ich mache es mal (relativ) kurz:

Wer zeichnet, erfindet und erschafft Neues, er denkt neue Gedanken, entwickelt Ideen und macht Entdeckungen. Zeichnen sorgt für einen klaren Blick auf´s Wesentliche, fördert die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und trainiert, Zusammenhänge schnell und präzise zu erkennen.

Hat jetzt etwa noch Jemand Zweifel daran, dass Zeichnen wichtig ist, für einen selbst und für das Allgemeinwohl?
Nein? Sehr gut. Ich will auch nichts anderes mehr hören.

5. Für wen mache ich das hier eigentlich alles?
(die Angst, es jemandem nicht recht zu machen)

Das ist eine gute Frage, oder?
Ich stelle sie noch mal etwas genauer und gleich noch ein paar mehr Fragen dazu:

Für wen zeichnest du, wenn du zeichnest?
Wem, glaubst du, sollen deine Zeichnungen gefallen?
Wer entscheidet mit, was du zeichnest?
Wer schaut dir, unsichtbar, beim Zeichnen über die Schulter?

Ich wette, wenn du ehrlich zu dir bist, fallen dir ganz schnell einige Namen ein.

Bei mir z.B. hat jahrelang diese Kunstlehrerin aus der 10. Klasse sofort missbilligend den Kopf geschüttelt, sobald ich einen Bleistift auch nur angeschaut habe.
Wie ist das bei dir? Zeichnest du für andere oder für dich selbst?

Ich hoffe, es ist dir inzwischen klar geworden, dass es immer nur die eigenen Gedanken sind, die einem Angst vorm Zeichnen einjagen und Gedanken kann man ändern.
Also: Glaube nicht alles, was du denkst. Und vor allem: Glaube nicht alles, was du übers Zeichnen denkst.

Ich wünsche dir viel Freude beim Zeichnen!

 

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Mühelos zeichnen

flute34Vor einigen Jahren zeichnete ich ein Mal in der Woche in einem großen Gemeinschaftsatelier, das von mehreren Künstlern gleichzeitig genutzt wurde.

 Ich zeichnete dort Still-Leben nach mitgebrachten Gefäßen und Zweigen.

An einem Tag hatte ich keine Lust mich mit der Vase, die vor mir stand, zu beschäftigen. Ich wusste nicht, was ich sonst zeichnen wollte und so begann ich auf dem Bogen Papier, den ich mit zwei Klammern an einem Zeichenbrett auf einer Staffelei befestigt hatte, mit einem Stück Kohle Linien zu ziehen.

Ich zeichnete also nicht, um zu zeichnen, sondern ich zeichnete, um nicht nicht zu zeichnen.

Zunächst fand ich es langweilig und es war mir vor mir selbst ein bisschen peinlich, dass mir nichts Aufregenderes einfiel, als einfach nur Linien zu ziehen. Aber solange ich keine andere Idee hatte, wollte ich damit fortfahren.

Die Kohle in meiner Hand machte ein leises Geräusch, als ich sie mit einer langen Armbewegung über die gesamte Breite des Papieres zog. Es klang so, als hörte man durch ein geöffnetes Fenster, unten auf der Straße, ein Auto über den nassen Asphalt fahren.

Ich zeichnete eine Linie nach der anderen. Sie sahen alle unterschiedlich aus, und ich begann genauer hinzuschauen.
Je nachdem, welche Haltung ich einnahm, wie ich die Kohle in der Hand hielt, ob ich sie schnell oder langsam führte und welchen Druck ich auf die Kohle ausübte, veränderte sich die Spur, die sie auf dem Papier hinterließ.
Die Regel, die ich zu Beginn aufgestellt hatte, lautete, die am linken äußeren Rand aufgesetzte Kohle erst wieder vom Papier zu heben, wenn der rechte äußere Rand erreicht war.

Vor meinen Augen entstanden abwechslungsreiche Gebilde. Manchmal brach ein Stück der Kohle ab, und der breite samtige Strich aus Kohlestaub veränderte sich abrupt in eine zarte nervöse Linie, die jedes Zittern meiner Hand aufzeichnete.

Auf dem Weg zum Waschbecken, wo sie ihre Pinsel auswaschen wollte, blieb eine der Atelier-Künstlerinnen hinter mir stehen und schaute auf mein Blatt.

„Was machst du da?“ fragte sie.
Ich hatte keine Ahnung, was ich ihr antworten sollte. Dann hörte ich mich selbst sagen:
“ Ich übe mich darin, eins nach dem anderen geschehen zu lassen.“
Plötzlich war mir klar geworden, was ich da machte.

Und ich fügte hinzu:“Ich lasse die Zeichnung geschehen.“

„Ah ja“, entgegnete sie, „ich verstehe“, dabei sah sie mich von der Seite an, als wolle sie prüfen, ob es mir auch wirklich gut geht.

Sie hob das Glas mit den verkrusteten Pinseln in die Höhe, um mir anzudeuten, dass sie noch zu tun habe und ging weiter.

Wieder allein vor meiner Staffelei stehend, dachte ich darüber nach, was ich soeben gesagt hatte.

„Ich übe mich darin, eins nach dem anderen geschehen zu lassen“ und

„Ich lasse diese Zeichnung geschehen.“

Jede Zeichnung, so wurde mir bewusst, zeichnet sich im Grunde selbst.

Sobald der Zeichner es schafft, sich, abgesehen von wenigen Vorgaben, wie Material und Motiv, den eigentlichen Zeichenprozess nicht kontrollieren zu wollen, „geschieht“ eine eigenständige Zeichnung.

Die durchgehenden und sich doch stets verändernden Linien vor mir auf dem Blatt Papier, brachten das ganz deutlich zum Ausdruck.

Beim Zeichnen bringe ich meine Lebenszeit mit der Zeit der Zeichnung in Übereinstimmung.

Für die Dauer des Zeichnens wird mein Atmen, mein Herzschlag und alles, was ich in dieser Zeit verkörpere, durch den Stift auf das Papier übertragen.
Und mehr braucht es nicht.
Eine Zeichnung wird dann ganz von selbst zum Ausdruck meines, in der Zeit des Zeichnens gelebten Lebens und somit eine
durchs Leben gefühlte mit Leben gefüllte Zeichnung.
 
Wenn ich eine Zeichnung beginne, bin ich manchmal ungeduldig und es geht mir nicht schnell genug. Ich will die fertige Zeichnung endlich vor mir sehen und ich fange an, über die Zeichnung zu bestimmen.
So soll sie aussehen, und so und so und so, und jedem Gedanken lasse ich einen Strich folgen und mit jedem Gedanken will ich die Zeichnung kontrollieren.
Schließlich bin ich ja diejenige, die wissen muss – so empfinde ich es dann in solchen Momenten – wie die fertige Zeichnung auszusehen hat.
Ich reiße den Zeichenprozess an mich.
Bei dieser Art von Zeichnen, „denke“ ich die Zeichnung in ihre Fertigstellung.

Eine solche Zeichnung ist dann aber keine authentische Zeichnung, sondern nur ein Abbild, wenn nicht gar eine Fälschung ihrer selbst, denn es gab sie schon zuvor, nämlich im Kopf des Zeichners.

Eine authentische Zeichnung kann ich in meiner Vorstellung aber nicht vorwegnehmen, kann sie nicht wie einen Schnappschuss mit der Kamera zuerst in meinem Kopf entstehen lassen, um sie, quasi nachträglich, nur noch mit dem Stift auf´s Papier zu übertragen.

 Eine authentische Zeichnung entsteht immer erst während der vergehenden Zeit, denn eine Zeichnung ist immer Aufzeichnen von Lebenszeit.

Eine Zeichnung „geschieht“, so wie im Moment des Zeichnens das Leben des Zeichners „geschieht“.

Das ist auch der Grund, warum uns manche Zeichnungen, z.B. von Schiele oder Rembrandt, auch nach vielen Jahrzehnten oder nach Jahrhunderten so lebendig erscheinen, so spürbar gegenwärtig, als seien sie eben erst entstanden.

Solche Zeichnungen sind authentische Spuren gegenwärtig gelebten Lebens und sie existieren immer in der Gegenwart.

Sie sind ewig lebend und können niemals Vergangenheit werden.

Was diese Linien darstellen und verkörpern, existiert stets im Jetzt.

Der Zeichner, wenn er es schafft sich von seinen Projektionen in die Zukunft und seinen Vor-Urteilen aus der Vergangenheit zu lösen, also keine vorgefasste Vorstellung im Kopf hat, der er glaubt zeichnend entsprechen zu müssen, erlaubt der Zeichnung, während der gemeinsam erlebten Zeit, in einem natürlichen Prozess zu entstehen. Die Zeichnung geschieht.

 An jenem Vormittag in diesem Gemeinschaftsatelier, habe ich viel über das Zeichnen gelernt.

Ursprünglich hatte ich ja diese Linien nur gezeichnet, um nicht

nicht zu zeichnen. Dadurch war ich, ohne es beabsichtigt zu haben, plötzlich völlig losgelöst von irgendwelchen vorgefassten Erwartungen an eine fertige Zeichnung. Ich befand mich meinem eigenen Zeichnen gegenüber in einer Beobachtungsposition und ich konnte das Zeichnen quasi von außen sehen.

Ich erkannte, dass ich die meiste Zeit meinem eigenen Zeichnen im Weg stand, weil ich glaubte, ich müsste etwas Bestimmtes tun, müsste alles Mögliche beachten und mich selbst und den Stift auf eine bestimmte Weise kontrollieren.

Fast immer empfand ich das Zeichnen als mehr oder weniger anstrengend. Das war auch der Grund, warum ich an diesem Tag keine Lust hatte diese Vase zu zeichnen. Ich wollte zwar zeichnen und ich war auch mit der Absicht zu zeichnen ins Atelier gekommen, aber dort angekommen, empfand ich das Zeichnen, wie schon so oft zuvor, als lästig und anstrengend und ich spürte einen starken inneren Widerstand.

Aber in diesem, in dem von mir bis dahin bekannten Zeichnen losgelösten Moment, wurde mir klar, dass ich mir selbst, dem Zeichnen und der Zeichnung nur im Weg stand, wenn ich mich bemühte, eine bestimmte Zeichnungs-Erwartung entsprechen zu wollen und das mich das viel Energie kostete.

Ich verstand, dass Zeichnen nichts ist, bei dem man mit Mühe und Anstrengung weiterkommt.

Seit damals habe ich das Zeichnen niemals mehr als schwierig empfunden.

Wenn ich es erlaube – und das ist wichtig hier, ich muss mich dazu entschließen, es zuzulassen – wenn ich es also mir und der Zeichnung erlaube, gleichzeitig zu sein und zu geschehen, dann ist Zeichnen mühelos.

Es stimmt, es ist manchmal schwierig, DASS man zeichnet, eben weil man so viele vorgefassten Meinungen übers Zeichnen im Kopf hat und auch immer wieder von allen Seiten in den Kopf gesetzt bekommt, wie z. B. dass das Zeichnen eben mühevoll und anstrengend sei.

Aber wenn man es dann tut, wenn man zeichnet, verlangt das Zeichnen von einem überhaupt nicht viel.

Man muss nur in diesem Moment, im Hier und im Jetzt, seinen Stift, sein momentanes So-Sein und seine ungeteilte Aufmerksamkeit zur Verfügung stellen und die Zeichnung kann geschehen – mühelos.

Freude am Zeichnen macht nicht das Er-Gebnis, sondern das Er-Lebnis

SilberschmiedEs geschieht immer wie von selbst. Es funktioniert wie irgendein verdammter Mechanismus, der ausgelöst wird, sobald man mit der Absicht zu zeichnen, einen Stift in die Hand nimmt.

Von „ich möchte so gerne zeichnen“ wechselt der innere Modus sofort auf „jetzt muss ich zeichnen“ und schaltet dann noch einen Gang weiter in „jetzt kommt es darauf an, dass ich gut zeichne“.

Ruckzuck hat sich der Wunsch zu zeichnen verwandelt in eine Forderung. Eine Forderung, die uns völlig über-fordert, weil wir gar nicht wissen, WAS genau wir von uns verlangen. Was sollen wir denn eigentlich jetzt tun und wofür soll das gut sein? Macht das überhaupt Sinn?

Dass wir uns vor noch gar nicht so langer Zeit, so vor ungefähr 20 Sekunden, auf das bevorstehende Zeichnen gefreut haben, kurz bevor der Zeichenblock aufgeschlagen wurde und bevor wir den Stift in der Hand hielten, haben wir völlig vergessen.
Was? Zeichnen soll ich? Kann ich nicht!

Das Wort „zeichnen“, so schlicht und unschuldig es daher kommt, hat es in sich.
Selten darf es mal nur das sein, was es ist, ein Verb, das für eine bestimmte Tätigkeit steht.

Kaum ein Wort ist so belastet mit Vorurteilen, Schamgefühlen und der Angst zu versagen, wie dieses Wort.
Wahrscheinlich ist das Wort „zeichnen“, dasjenige, das am häufigsten gemeinsam mit „ich kann nicht“ ausgesprochen wird.

Noch nie habe ich in den vielen Jahren, in denen ich zeichne, mich intensiv mit dem Zeichnen beschäftige und mit unzähligen Menschen über das Zeichnen gesprochen habe, von Jemandem  auch nur einmal den Satz „ich KANN zeichnen“ gehört.
Von sich selbst zu sagen, man könne zeichnen, wird als ungeheure Anmaßung empfunden, eine Behauptung, der man glaubt, nicht standhalten zu können.
„Zeichnen können“ wird automatisch gleich gesetzt mit „jederzeit perfekt zeichnen können“.

Wenn also Zeichnen so etwas unvorstellbar Schwieriges ist, das, wenn überhaupt nur in höchster Vollendung getan werden sollte, um sich nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, warum sind wir dann überhaupt jemals auf die Idee gekommen, zeichnen könnte uns Freude bereiten?

Ganz einfach: Wir haben uns aufs Zeichnen gefreut, solange wir noch nicht daran gedacht haben, dass wir, um zu zeichnen, tatsächlich zeichnen müssen.
Wir haben uns nicht auf die Tätigkeit des Zeichnens gefreut, sondern auf das, was wir mit dieser Tätigkeit verbinden.
Wir haben uns darauf gefreut, was wir erleben werden beim Zeichnen und auf die Erfahrungen, die uns das Zeichnen ermöglicht.
Wir haben uns so lange auf das Zeichnen gefreut, bis uns klar geworden ist, von einer Sekunde auf die andere, dass wir uns in eine Unternehmung hinein manövriert haben, aus der es nur zwei Auswege gibt:
Entweder wir machen das hier richtig genial oder wir versagen völlig. Es gibt nur grandios gewinnen oder peinlich scheitern.

Ursprünglich hatten wir uns auf das Erlebnis des Zeichnens gefreut, aber sobald es tatsächlich ans Zeichnen geht, darum echte und sichtbare Linien auf dem Papier zu ziehen, wird in unserem Kopf plötzlich dieser Schalter umgelegt, und wir denken nicht mehr an das Erlebnis, sondern an das Ergebnis des Zeichnens.
Zeichnen hat dann plötzlich nichts mehr mit Freude zu tun, sondern mit Mühe und Erfolgsdruck.

Diese, meistens von schmerzhaften Erfahrungen in der Vergangenheit gespeisten Gedanken, die behaupten, man solle das Zeichnen lieber gleich sein lassen, weil nichts Gutes dabei herauskommen wird, kann man aber austricksen.

Wenn diese Gedanken uns das Zeichnen ausreden wollen, bitte sehr, sollen sie doch.
In Wirklichkeit geht es uns nämlich gar nicht ums Zeichnen. Wir wollen doch ganz was anderes.
Zu sagen „ich möchte gerne zeichnen“ ist doch nur eine sehr ungenaue Formulierung für etwas ganz anderes, für etwas, das über das Zeichnen, wie es allgemein verstanden wird, weit hinaus geht.

Statt „ich möchte gerne zeichnen“, kann man sagen:
„Ich möchte gerne beobachten“ und „ich möchte gerne entdecken“ und „ich möchte gerne erleben, erfahren, erkunden, erkennen, betrachten, durchschauen, erforschen, herausfinden.“

Man kann sagen „ich möchte mich gerne überraschen lassen, ich möchte mich gerne einer bestimmten Sache zuwenden, ich möchte das Papier unter der Hand fühlen, ich möchte das Geräusch des Stiftes hören, ich möchte spüren, wie sich der Druck meiner Hand verändert und mit ihm der Ausdruck meiner Linien.“

Statt „ich möchte gerne zeichnen“ kann man auch sagen, „ich möchte mich gerne über ein randvolles Skizzenbuch freuen, ich möchte mich gerne verbinden, mit dem, was mich umgibt, ich möchte gerne etwas Unvorhersehbares entstehen lassen, ich möchte genießen, ich möchte staunen, ich möchte mich wundern, mich verlieben.“

All diese Gefühle und Erlebnisse sind es, die uns das Zeichnen wertvoll machen.
Wenn wir uns aufs Zeichnen freuen, freuen wir uns in Wirklichkeit auf diese Fülle von Möglichkeiten und neuen Erfahrungen, die uns das Zeichnen bietet.
Wenn wir uns darüber im Klaren sind, lassen wir uns, sobald wir den Stift in die Hand nehmen, das Zeichnen nicht mehr vermiesen.

Ach ja, stimmt, beim Zeichnen entstehen Zeichnungen.
Wenn wir uns dafür entscheiden, das Zeichnen in dieser ganzen Fülle zu erleben, werden unsere Zeichnungen voller Leben sein.

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Der geheime magische Trick der Zeichner

 

TulpeÜber das Folgende spricht kaum ein Zeichner.
Entweder ist es ihnen ein bisschen peinlich, weil sie selbst nicht so genau wissen was sie da tun und sie sich den Vorgang und den Effekt nicht erklären können oder sie tun es unbewusst und merken es schon gar nicht mehr.
Ich spreche von einer ganz kleinen, von einem Außenstehenden kaum wahrzunehmenden Geste, die der Zeichner ausführt, bevor er mit dem Zeichnen beginnt.Sobald man ein Motiv ins Visier genommen und einen allerersten Blick darauf geworfen hat, in diesem kurzen Moment, bevor man den Stift tatsächlich aufsetzt, streicht man mit der Hand an der Stelle über das Papier, wo die Zeichnung entstehen soll.

Das geschieht ganz rasch und wie nebenbei, fast wie zufällig und doch wird durch diese kleine Geste etwas sehr Machtvolles in Gang gesetzt.

Mit dieser Handbewegung, mit diesem flüchtigen Streichen über das Papier, stellt der Zeichner die geistige Verbindung her zwischen sich, dem Papier und dem Motiv. Es wird eine Art Pakt geschlossen.
Der Zeichner verpflichtet sich, sich dem Motiv ganz hinzugeben, sich ihm unterzuordnen und das Zeichnen so geschehen zu lassen, wie das Motiv es in diesem Moment erfordert.
Mit dieser Geste wird ein Tor geöffnet, wird das noch Unsichtbare eingeladen, sichtbar zu werden.

Der Zeichner berührt das Papier und auf geradezu magische Weise entsteht in diesem Moment die Zeichnung. Noch bevor sie gezeichnet wurde, nimmt sie, für das physische Auge noch nicht sichtbar, schon auf der geistigen Ebene Gestalt an.

Der Zeichner muss die Zeichnung jetzt eigentlich nicht mehr zeichnen im herkömmlichen Sinne von „wie fange ich an“, er muss jetzt nur noch die im Unsichtbaren wartende Zeichnung sichtbar werden lassen.
Der Zeichner erlebt dann das Zeichnen, als würde es wie von selbst geschehen und er, der Zeichner nimmt scheinbar keinerlei Einfluss darauf, wie sich der Stift übers Papier bewegt.

Die Magie dieser Geste entfaltet sich selten bei einer ersten Zeichnung, auch nicht immer bei der zweiten oder dritten, und doch ist es nötig, schon bei diesen, diese „magische“ Geste auszuführen.
Erst, wenn man sie nicht mehr zählt, geschieht es, dass Zeichnungen entstehen, die gezeichnet zu haben, man sich später nicht erinnern kann.

Selbstverständlich erlebt man diese magischen Momente nicht, wenn man glaubt, man müsse sich beim Zeichnen einen abbrechen, um einigermaßen etwas hinzubekommen und man deshalb durchgehend mit sich selbst im Clinch liegt.

Nein, das erlebt man nur, wenn man dem Zeichnen vertraut, sich vorurteilslos ins Zeichnen fallen lässt und man wirklich bereit ist das Zeichnen als etwas völlig Unvorhersehbares, Überraschendes und Wundervolles zu erleben.

 

 

Workshop in Frankfurt „Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“ am Samstag, 24. September 2016

Senckenbergmuseum Frankfurt„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

Workshop in Frankfurt im Senckenbergmuseum Samstag, 24. September 2016

von 10.30 Uhr bis 15.30/16.00 Uhr

ausgebucht

– wieder 1 Platz frei geworden-

Um zu den Anmeldeinformationen zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“   Manuela

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Es geht einem oft so, oder?

Obwohl man das Zeichnen eigentlich mag und man sich wünscht, man würde öfter zeichnen, wird es dann doch irgendwie als lästig und mühsam empfunden.
Man will zwar zeichnen, aber am liebsten hätte man die Zeichnung sofort und auf der Stelle fertig, ohne sie tatsächlich erst zeichnen zu müssen.
Man merkt oft einfach nicht, wie sehr man ausschließlich darauf fixiert ist, eine „gute“ und vorzeigbare Zeichnung zu produzieren und man das eigentliche Zeichnen am liebsten überspringen würde.
Wenn man immer nur ein fertiges Endprodukt im Kopf hat und dadurch auf einmal so viel von dessen Gelingen abhängt (Kann ich umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Finden andere gut, was ich mache. Bin ich gut. usw.), macht die ganze Sache plötzlich keinen wirklichen Spaß mehr.
Man muss es sich aber nicht so schwer machen.
Zeichnen kann etwas Leichtes sein, wenn man bereit ist, seinen Fokus zu verschieben, und zwar weg vom ‚Endprodukt Zeichnung‘ hin zum ‚Erlebnis Zeichnen.‘
 
Wenn man bereit ist, jeden Moment des Zeichnens bewusst zu erleben und zuzulassen, mit dem Stift unmittelbar auf den Moment zu antworten, anstatt einer festgelegten Vorstellung hinterher zu jagen, gelingen, wie nebenbei, ausdrucksstarke und beeindruckende Zeichnungen.
 
Wenn du erleben möchtest, wie gut es tut, endlich mühelos zu zeichnen, und zwar ohne Umwege über das konventionelle
„ich kann das nicht – Zähne knirschen – muss mehr üben“-Gedöns, würde ich mich sehr freuen, dich am Samstag, 24. September 2016 im Senckenbergmuseum begrüßen zu können.
 

Dieser Workshop wird dich dazu inspirieren mit deinem eigenen Zeichnen und mit deiner eigenen Art des zeichnerischen Ausdrucks intensiven Kontakt aufzunehmen.

Wenn du nicht so oft zeichnest, wie du es dir wünschst oder wenn du lange nicht mehr gezeichnet hast, findest du hier die Motivation dich wieder mit Freude regelmäßig dem Zeichnen zuzuwenden.
 
Wer nämlich glaubt, man müsse es zuerst irgendwelchen Konventionen entsprechend „richtig“ machen, verliert schnell die Freude am Zeichnen und greift schließlich gar nicht mehr zum Stift.
 
Wenn du dir deines eigenen unvergleichlichen Ausdrucks „selbst bewusst“ wirst, fällt es dir leicht, den inneren Kritiker zu überhören und wieder „selbstbewusst“ und mit Begeisterung zu zeichnen.
Dann lässt du deine Zeichnungen mühelos entstehen, ohne deren Entstehungsprozess ständig kritisch zu kontrollieren.
 
Ich zeige dir, wie du unmittelbar sehen kannst, ohne dir von deinem Verstand sagen zu lassen, was er glaubt, was du sehen solltest. So werden dir ausdrucksstarke Zeichnungen gelingen, die keinen Vergleich scheuen müssen, weil sie einzigartig und unvergleichlich sind.

Um zu den Anmeldeinformationen zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

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Das sagen Teilnehmer früherer Workshops:

„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“ Manuela

„War alles sehr spannend und lehrreich.“  Bettina

„Ich fand den Kurs für mich persönlich bereichernd. Ich schätze deine ruhige, wertschätzende Leitung, die immer wieder wichtige Impulse beim Zeichnen gibt.Waltraud

„Es ist ein völlig anderer Zugang, als in den Workshops in der Volkshochschule. Ich bin und war begeistert.“  Susanne

„Ich hatte meinen ersten Workshop mit Martina in Frankfurt… damals nach einer sehr langen Zeichenpause… Mittlerweile gönne ich mir mein eigenes kleines Atelier und es geht wirklich nicht einen einzigen Tag ohne irgend etwa gezeichnet zu haben…
Dank Martina fand ich wieder zu mir und meinen Zeichnungen zurück!“ Petra
 
„Ich war einfach sprachlos. Ich bin mit wenigen Erwartungen gekommen und wollte einfach mal ausprobieren, ob ich nicht einige neue Impulse sammeln kann.
Das Ergebnis war überwältigend! Du hast mir im großen Haus der Kunst eine Tür zu einem weiten Raum gezeigt und geöffnet.“  Klaus
 

„Ein Workshop bei Martina ist eine Reise zum eigenen, ganz persönlichen zeichnerischen und authentischen Ausdruck und ein echter Befreiungsschlag für angstfreies Zeichnen!“ Alex 

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Wie läuft so ein Workshop eigentlich ab?

Bevor ich diese Frage beantworte, will ich zunächst einmal erklären, wie meine Workshops NICHT ablaufen.

– Es werden KEINE konventionellen Zeichentechniken vermittelt, wie man sie als Lektionen in manchen Lehrbüchern findet, wie z.B. Schraffieren, Graustufenfelder anlegen oder ein Ei unter einer gedachten Lichtquelle von links oben zeichnen.

– Ich gehe NICHT während des Zeichnens herum, um den Zeichnern über die Schulter zu schauen und sie auf sogenannte Fehler aufmerksam zu machen.

– Es geht NICHT um ‚falsch oder richtig‘ oder um ‚besser oder schlechter‘ zeichnen als….

Wenn du jetzt noch Lust hast weiterzulesen, ist ein Workshop, so wie ich ihn anbiete, sehr wahrscheinlich etwas für dich.

Beim ersten Zusammentreffen der Gruppe nennen wir nur unsere Vornamen und es gibt keine dieser üblichen Vorstellungsrunden.
Das ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und ‚Was mache ich sonst noch‘ bleiben draußen vor der Tür.

Ich stelle mir die Runde der Zeichner immer gerne als eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Reisender vor, die für eine gewisse Zeit gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.

Im Laufe des Tages bitte ich die Teilnehmer, sich auf verschiedene Zeichenexperimente einzulassen.
Ich erkläre das jeweilige Experiment und los geht´s mit dem Zeichnen – jeder für sich.

Nach einer vorgegebenen Zeit kommen wir wieder zusammen, und wer mag (!), erzählt von seinen Erfahrungen, die er während des jeweiligen Reiseabschnittes sammeln konnte.
Es kommt dann immer zu einem regen Austausch, weil natürlich jeder durch die Erfahrungen der anderen auch Erkenntnisse für sich selbst gewinnen kann.

Auf diese Weise bewegen wir uns zeichnend und miteinander sprechend durch die Säle des Museums.

Die Zeichen-Experimente  sind dazu gedacht, die Zeichner herauszufordern, den Prozess des Zeichnens zu hinterfragen und neu zu erleben.

Das unmittelbare Sehen und Erleben stehen im Mittelpunkt so eines Zeichenworkshops, denn nur, was den Zeichner innerlich beeindruckt, kann er auf seine einzigartige und unvergleichliche Weise auf dem Papier adäquat zum Ausdruck bringen.

Welche Experimente das sind, verrate ich natürlich nicht. Dann wäre ja die Überraschung weg.
Aber am Ende des Tages wird sich für jeden Zeichner etwas verändert haben und für jeden wird es etwas anderes sein.

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Hast du Prüfungsangst vorm Zeichnen?

Pfingstrose2In einem Sommer vor vielen Jahren, ich weiß nicht mehr wann, aber es ist mehr als 10 Jahre her, unterzog ich mich selbst einer Prüfung.

Ich wollte endlich wissen, ob ich nun zeichnen kann oder ob ich es nicht kann.

Meine Prüfungsaufgabe lautete:
Zeichne eine Rose naturgetreu. Du hast nur einen Versuch und maximal eine Stunde Zeit.

Ich war der Prüfling und die Prüfungskommission in einer Person, und ich sage es lieber gleich: ich bin durchgefallen.

Der Anlass dieser Prüfung war folgender:
Ich hatte zugesagt einen Nachmittag auf einem Sommerfest für einen guten Zweck die Besucher zu portraitieren. Im ersten Moment hörte sich das nach viel Spaß an.
Ich liebte es in der Akademie in der Portrait-Klasse Menschen zu zeichnen.

Warum nicht auch öffentlich zeichnen, wo einem hunderte fremde Menschen dabei zusehen……………………….

Genau.
Keine 24 Stunden später war bei mir die Panik ausgebrochen.

War ich von Sinnen?

„Bis zu dem Termin in zwei Wochen muss ich jetzt nur noch ganz schnell zeichnen lernen“, sagte ich nur halb im Scherz zu meinem damaligen Zeichenlehrer, der mich kalt lächelnd in diese ganze Unternehmung hineingeritten hatte.

Ich hoffte darauf, von ihm etwas Aufmunterndes zu hören, etwa in der Art, „aber meine Liebe, du kannst doch ganz hervorragend zeichnen.“

Stattdessen kam er mir philosophisch.
Er sagte nur: „Wird man denn je fertig mit dem Lernen?“ und damit lies er mich stehen.

Na danke auch, das war mir keine große Hilfe.

Ich überlegte ernsthaft, die ganze Sache abzublasen. Aber zuvor wollte ich noch etwas ausprobieren. Ich beschloss, meine Zeichenfähigkeit einer ultimativen Prüfung zu unterziehen.

Wenn ich die Prüfung bestand, wollte ich die Zusage aufrecht erhalten, wenn nicht, würde ich absagen.

Ich sprang aus dem Bett, denn es war abends um 11 und ich war eigentlich schon schlafen gegangen, machte das Licht an und holte mir den Zeichenblock und einen Bleistift.
Eine einzelne Rose in einem Wasserglas stellte ich als „Modell“ auf den Nachtisch.

Ich formulierte die schon genannte Aufgabe, Rose naturgetreu, nur ein Versuch und nicht länger als eine Stunde, und begann, auf der Bettkante sitzend, zu zeichnen.

Etwas Wesentliches hatte ich allerdings vergessen und hätte ich daran gedacht, wäre mir vielleicht gleich aufgefallen, dass ich von Anfang an keine Chance hatte, diese Prüfung zu bestehen.
Ich hatte mir nämlich keine Bewertungskriterien überlegt, anhand derer ich den Erfolg oder Misserfolg meines Tuns hätte messen können.
Wie wollte ich denn beurteilen, ob ich denn nun zeichnen konnte oder nicht?

Ich hatte keine Ahnung, merkte es aber nicht.

Wahrscheinlich dachte ich, das Wort „naturgetreu“ sei als Vorgabe völlig ausreichend. Was es aber genau bedeuten sollte, davon hatte ich keine Vorstellung.

Ich wollte so zeichnen können wie jemand, der es kann. Basta.

Ich habe keine Stunde gebraucht, um festzustellen, dass meine Zeichenfähigkeit diesem diffusen Anspruch nicht genügte.
Für mich war es schnell ganz offensichtlich:

Ich konnte nicht zeichnen.

Ich glaube, dass sehr viele von uns, die gerne zeichnen, ohne sich dessen bewusst zu sein, sich immer und immer wieder dieser Art von Prüfung unterziehen. Jede neue Zeichnung soll beweisen, ob man nun dazu geboren ist zu zeichnen und ob es sich lohnt weiterzumachen.
Da wir uns aber an völlig unrealistischen Vorgaben messen, besteht keiner von uns jemals diese Prüfung.

Diese Vorgaben sind nicht unrealistisch, weil es uns etwa an Talent fehlt, sondern weil wir uns an etwas messen wollen, das mit uns, mit unserer Realität, mit unserer Person und mit unserem Wesen, NICHTS zu tun hat.

Wir glauben, um gut zeichnen zu können, so zeichnen zu müssen, wie jemand anderes, der in der Vergangenheit ein für alle mal vorgegeben hat, was es heißt, gut zu zeichnen, wie z. B. da Vinci.

Aber selbst da Vinci konnte nicht anders zeichnen als er selbst. Das liegt daran, dass er da Vinci war und nicht jemand anderes.

Wenn wir immer nur danach streben, „genauso gut wie…“ zu zeichnen, werden wir uns nie diese blödsinnigen, selbst auferlegten Prüfungen bestehen lassen.
Je öfter wir uns durchfallen lassen, um so schwieriger wird es, diese beständig höher werdende Frustmauer zu überwinden und uns immer wieder frei und unvoreingenommen dem Zeichnen, unserem Zeichnen, zuzuwenden.
Das eigene Zeichnen wird oft grundsätzlich mit „ungenügend“ bewertet, weil wir nicht anders zeichnen, wie wir es eben tun.

Gut zeichnen zu wollen, bedeutet für uns oft nichts anderes, als „anders“ zeichnen zu wollen. Aus Prinzip glauben wir, dass die Art, wie wir zeichnen, keine gute Art sein kann.

Inzwischen weiß ich jedoch, dass jeder Zeichner, jede Zeichnerin, für sich selbst das jeweils eigene Zeichnen völlig neu finden und erfinden muss.

Ja, wir können und müssen von anderen Zeichnern und Künstlern lernen, und ja, wir können und müssen uns von anderen Zeichnern und Künstlern inspirieren lassen, aber wir werden nie zu guten Zeichnern, nach unseren eigenen, nur für uns selbst gültigen Bewertungskriterien, wenn wir nicht aufhören, uns an anderen Zeichnern zu messen.

Nachdem ich also so „versagt“ hatte, stand ich vor der Wahl tatsächlich abzusagen, und mich dann allerdings wegen Feigheit vor dem Feind zu blamieren oder die Sache halbwegs aufrecht stehend durchzuziehen.
Ich entschied mich für letzteres und ich habe an diesem Tag bei diesem Sommerfest, innerhalb von drei Stunden ungefähr 50 Gesichter gezeichnet.
Nicht wenige der Portraitierten waren von dem Ergebnis ihres zweiminütigen Modellsitzens alles andere als begeistert.
Andere wiederum freuten sich wie Schneekönige, als ich ihnen die fertige Zeichnung zusammengerollt in die Hand drückte.
Schon nach kurzer Zeit des Zeichnens, die Leute standen Schlange und ich zeichnete ununterbrochen, merkte ich, dass es mir völlig egal war, was andere über meine Zeichnungen dachten. Ja, mir war es sogar egal, was ich selbst über meine Zeichnungen dachte.
Ich dachte überhaupt nicht mehr. Ich fühlte nur noch.
Ich fühlte die Menschen, denen ich ins Gesicht blickte und ich fühlte das Zeichnen und ich fühlte, dass mit jeder Zeichnung etwas Neues, noch nie zuvor Dagewesenes entstand.

Ich zeichnete, wie nur ich zeichnen konnte, und das war verdammt gut.

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5 Tricks, wie man beim Zeichnen am besten seinen Verstand verliert

ba4Wer will schon seinen Verstand verlieren?

Einen gut funktionierenden Verstand zu haben ist das Wünschenswerteste, was man sich nur vorstellen kann. Der eigene Verstand gibt einem Sicherheit im Alltag. Er sorgt dafür, dass wir diese Welt „verstehen“ und er hilft uns, kluge Entscheidungen zu treffen.

Wir brauchen unseren Verstand. 

Der Verstand ist quasi der Käpt´n im Kopf, der in jeder Situation den Überblick behält, damit wir auf Kurs bleiben.  

 Und doch, wer wirklich ausdrucksstarke und authentische Zeichnungen machen will, kommt nicht drum herum, seinem Verstand ab und zu in den Urlaub zu schicken.

Freiwillig allerdings wird er die Kontrolle auf der Brücke nicht aufgeben. Schließlich ist er für reibungslose Abläufe zuständig, er erklärt uns, was wir sehen und hören und er sagt uns, was wir zu denken haben. Seine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir optimal durchs Leben schippern.  

 Aber blöd ist, speziell für Zeichner, der Verstand kann nicht zeichnen, er weiß das aber nicht. Und wie er es nun mal gewohnt ist, will er auch beim Zeichnen die Oberhand behalten.

Und weil er glaubt, schon alles zu kennen und alles schon mal gesehen zu haben, verleitet er den Zeichner dazu, beim Zeichnen nicht richtig hinzusehen. Er sagt zum Beispiel soetwas wie,  

„ach komm, so eine Rose habe ich schon hundert mal gesehen, eine sieht aus wie die andere.“ Dem Verstand reicht es nämlich völlig, eine Rose als eine Rose zu erkennen, als irgendeine. Dass keine Rose der anderen gleicht, interessiert ihn nicht.  

Er überredet den Zeichner zu zeichnen, was dieser weiß (nämlich alle Rosen sehe irgendwie gleich aus) und nicht, was er tatsächlich sieht (diese einzigartige Rose).

Und schon, ups, ist die Zeichnung nichts geworden.  

 „Gib dir beim nächsten Mal gefälligst mehr Mühe“, schnauzt der Verstand den Zeichner an. Wenn eine Zeichnung nicht „stimmt“, gibt es für den Verstand nur eine einzige Erklärung, der Zeichner hat sich nicht genug angestrengt.
„Das ist ja peinlich. Was sollen denn da die anderen sagen?  Du musst einfach mehr üben und die Regeln lernen. Ich kann mich nur mit Zeichnungen einverstanden erklären“, nörgelt der Verstand, „die aussehen wie die Dinge in echt. Was anderes will und kann ich nicht erkennen.“

 Armer Zeichner, der seinen Verstand nicht rechtzeitig in die Wüste geschickt hat. Jetzt produziert er nur noch langweilige und unpersönliche Zeichnungen, auf denen nichts anderes zu erkennen ist, als die Mühe, die er sich damit gemacht hat.  

 Aber es ist nie zu spät, doch noch unmittelbar authentisch und ausdrucksstark zu zeichnen. Man kann nämlich den Verstand mit ein paar einfachen Tricks überlisten:

 Trick Nr. 1 

Zeichnen ohne auf´s Papier zu schauen 

 Wenn man sich nicht die Mühe macht, während des Zeichnens aufs Papier zu schauen und sich gar nicht darum kümmert, was man da gerade zu Papier bringt und stattdessen den Blick stur ausschließlich auf das Motiv gerichtet hält, hat der überkritische Verstand keine Chance, seine Einwände vorzubringen. Er sieht nämlich nichts, also kann er auch nichts kontrollieren.

Die Zeichnungen, die mit dieser Methode entstehen, sind oft von ganz besonderem Reiz. Sie wirken frei, großzügig und ungekünstelt. 

Trick Nr. 2 

Unsichtbar zeichnen

 Häh, was ist das denn? Nein, keine Angst, ich habe keinen Knall.

Allerdings ist unsichtbar zeichnen etwas aufwändiger als das übliche Zeichnen und es ist der einzige von den 5 Tricks, für den besonderes Material benötigt wird, aber es gibt da unterschiedliche Möglichkeiten.

Man nehme

a. einen extrem harten Bleistift und einen extrem weichen Bleistift

oder

b. Maskierflüssigkeit für Aquarellmaler oder einen weißen Paint-/Lack-/ edding-Stift und irgendeine Aquarellfarbe und ein oder zwei Pinsel (Stärke egal)

oder

c. ein Stück weiße Ölpastellkreide (von der etwas cremigen Sorte, es funktioniert nicht mit einem einfachen Pastellstift) und ein Stück Graphit   

 und natürlich Papier. Weiß muss das Papier sein, denn unsichtbar zeichnet man, indem man Weiß auf Weiß zeichnet.

Auch hier bekommt der Verstand erst gar nicht gezeigt, was da mit dem sehr harten Bleistift, der das Papier eigentlich mehr einritzt, als dass der darauf abfärbt, oder mit der weißen Maskierflüssigkeit oder der weißen Ölpastellkreide gezeichnet wird. Erst wenn schon alles passiert ist, die Zeichnung im Prinzip schon entstanden ist, wird sie, wie durch Magie, sichtbar gemacht, nämlich indem man mit dem sehr weichen Bleistift oder der Aquarellfarbe oder dem Graphit über das bearbeitet Papier fährt. Plötzlich sieht man, was man da hingezaubert hat. Und das ist jedes Mal in der Tat zauberhaft. (Und spannend und es macht einen Riesenspaß.)

Trick Nr. 3 Nur eine einzige Linie zeichnen

Es ist schon ein Phänomen: Der Verstand kann mit seiner vernichtenden Kritik erst zuschlagen, wenn man ihm eine Lücke lässt.Sobald man den Stift vom Papier hebt, um neu aufzusetzen und eine neue Linie zu beginnen, in dem Moment, wo man mal kurz Luft holt, um dann die begonnene Arbeit fortzusetzen, bekommt der Verstand seinen Fuß in die Tür. Jetzt kann er loslegen mit dem Kritisieren und Besserwissen. Oder aber…..man hebt den Stift für die Dauer des Zeichnens gar nicht vom Papier und zeichnet eine einzige, ewig lange, ununterbrochene, sich windende Linie.Das ist ein bisschen so, als würde man mit angehaltenem Atem unter den Augen der Kritik hindurch tauchen. Wenn man wieder auftaucht, also sobald die Zeichnung fertig ist, ist alles schon gelaufen und der Verstand hat (mal wieder) gar nichts mitbekommen.

Trick Nr. 4 

Zeichnen auf Teufel komm raus

Bei diesem Trick läuft man dem nörgelnden Verstand einfach davon. Zehn Zeichnungen in zehn Minuten oder noch mehr – da bleibt keine Zeit zum Zweifeln. Bevor der Verstand begreift, was da gerade passiert, ist der Markt schon verlaufen. Und in Null Komma Nichts hat man ein ganzes Skizzenbuch gefüllt mit bestechend treffsicheren Zeichnungen.

Trick Nr. 5 

Liebevoll zeichnen (mein Lieblingstrick) 

Die Liebesfähigkeit des Menschen ist grenzenlos. Warum nicht einfach alles lieben, auf das der Blick des Zeichners fällt? Sei es ein Blatt, ein Topf, ein Mensch, ein Käfer, eine Landschaft.

Wer bereit ist, in allem das Wundervolle und Schöne zu erkennen, wer beim Zeichnen nicht nur seine Augen, sondern auch sein Herz öffnet, zeichnet immer mit leichter Hand.

Was gibt es Spannenderes, als das, in was man sich gerade verliebt hat, ganz genau zu betrachten, es mit den Augen der Liebe abzutasten und das Wundervolle und Einzigartige plötzlich ganz klar vor Augen zu haben.

Wer voller Liebe ist, hat in sich keinen Platz mehr für kleinliche Eitelkeiten, ob das, was man zeichnet irgendwem gefällt oder nicht oder ob es „richtig“ ist oder nicht.

Man zeichnet, weil man zeichnen muss. Das ist Nehmen und Geben, die Welt sehen und der Welt antworten.

Wer liebt, der zweifelt nicht. Wer liebt, akzeptiert.

Und was ist mit dem Verstand?

Den macht das alles einfach nur sprachlos.

Was soll ich bloß zeichnen?

Couvert

Wer sich dabei ertappt, sich diese Frage zu stellen: ganz schnell den Rückwärtsgang einlegen und wieder zurück an Anfang.

Eine gute Methode, um das Zeichnen noch ein bisschen vor sich herzuschieben, ist, sich zuerst mit der Frage zu beschäftigen, WAS man eigentlich zeichnen will.

Diese Frage ist eine von diesen kleinen Tricks, um Zeit zu gewinnen.

Wer glaubt, zuerst ein Motiv suchen zu müssen, ist auf dem besten Weg, sich von dem Entschluss mit dem Zeichnen zu beginnen, wieder wegzubewegen.
Vor lauter Suchen kann man nämlich das Finden leicht vergessen.

Wenn du dein nächstes Motiv finden willst, musst du nicht suchen oder wählen, du musst dich nur ENTSCHEIDEN.

Du musst dich für das JETZT und für DIESEN MOMENT entscheiden und dein Motiv oder deine Idee präsentiert sich dir von selbst.

Es ist immer etwas DA. Immer. Schau dich um und entscheide dich für das, was dir nahe ist, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.
Ob es der Blick aus dem Fenster ist, die Kloschüssel oder die Idee eine Anleitung zu zeichnen wie man Möhren schält, alles ist gleich gut.

Ideen hat man viele, nur werden auch viel zu viele gleich wieder verworfen. Zu blöd, zu albern, zu sonst was. Die meisten Ideen werden abgeschossen, sobald sie am Horizont auftauchen. Oft erscheinen einem die eigenen Ideen so nahe und so „naheliegend“, dass man sie als „nichts besonderes“ und uninteressant sofort verwirft.

Aber das beste Motiv oder die beste Idee ist tatsächlich immer das nächstbeste Naheliegende.
Das „nächstbeste“ bringt dich in Bewegung, bringt dich ins Zeichnen. Von da an geht es zur nächsten Idee, zum nächsten Motiv, zur nächsten Zeichnung.

Suche nicht, FINDE!

Was?

Das!

Wie der interessante Kick aufs Blatt kommt

verdrehte Haende1Immer wieder erreichen mich Fragen per Email oder über Facebook von Zeichnerinnen und Zeichnern, die mit ihrem Zeichnen aus irgendeinem Grund nicht mehr weiterkommen.

Meistens fallen meine Antworten etwas länger aus, weil ich aus eigener Erfahrung wirklich mit ihnen fühlen kann.
Man fühlt sich von seinem Umfeld nicht nur nicht unterstützt, sondern geradezu gehemmt.

Von überall her bekommt man Kommentare, Vorschläge und Empfehlungen, die einen sehr verunsichern, wenn man mit seinem eigenen künstlerischen Ausdruck noch nicht so viel Erfahrung hat.

Falls du mich schon ein bisschen kennst, weißt du, dass ich glaube, dass das, was andere interessant finden wollen, uns ganz besonders NICHT interessieren sollte, aber, und das ist das Interessante, genau dann kommt der „Kick“ auf´s Blatt, ob es nun jemanden interessiert oder nicht

Im Folgenden die Antwort auf eine Nachricht einer Künstlerin, der man gesagt hatte, ihren Arbeiten fehle der interessante Kick

 

Liebe E.,

 jemand sagte dir, dass deine Bilder ja gar nicht so schlecht seien, aber es fehle ihnen der Kick, um interessant zu wirken.

Jetzt, so schreibst du, fehle dir der Mut weiterzumachen.

  Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass so eine Aussage nicht gerade aufmuntert.

Aber egal, wer, was, wann und wie gesagt hat und egal, wie du dich jetzt gerade fühlst, lass dich auf keinen Fall von diesen negativen Gedanken und Gefühlen davon abhalten, deine künstlerische Arbeit fortzusetzen.

Diese Worte, Gedanken und Gefühle werden vorbei gehen und sie sind es nicht wert, deswegen deine Arbeit zu vernachlässigen oder zu verzögern.

Okay?

 Gut. Das war das eine.

Jetzt möchte ich dir noch etwas sagen:

 Um ein „interessantes“ Bild zu malen oder zu zeichnen, kann man sich nicht aus-denken, was man tun könnte, um es interessant zu machen.

Ein interessantes Bild muss man geschehen lassen.

 So ein interessantes Bild kann dann geschehen, wenn du nicht mehr daran denkst, dass du ein interessantes Bild machen willst.

 Das hört sich absurd an? Ist es aber nicht.

Lass es mich dir erklären.

 Für einen Betrachter – und es war ja so ein Betrachter, der sich quasi beschwert hat, deinen Bildern fehle der interessante Kick – für einen Betrachter wirkt ein Bild dann interessant, wenn er etwas darauf sieht, was ihm neu und unbekannt ist, wenn er eine ungewöhnliche Sichtweise gezeigt bekommt.  

 Für so einen Betrachter mag es unerklärlich sein, wie so eine, für ihn ungewöhnliche Sichtweise zustande kommt und es mag ihm sogar schwierig erscheinen, sie zu erschaffen.

Aber für dich, als Künstlerin, ist es in Wirklichkeit gar nicht schwierig, weil du dich, um eine, für andere ungewöhnlich erscheinende Sichtweise zu gestalten, gar nicht anstrengen musst.

 Deine Sichtweise ist grundsätzlich ungewöhnlich und einzigartig, weil du ein einzigartiger Mensch bist.

 Aber:

viele, und du vielleicht auch, trauen sich nicht ihre eigene Sichtweise tatsächlich auf´s Bild zu bringen, weil man sich durch diese ganz unverhüllte Darstellung sehr verwundbar macht.  

 Sich so konsequent unverstellt in seinen Bildern zu präsentieren, kann mindestens so beängstigend sein, wie im öffentlichen Schwimmbad nackt zu baden.

Man verbirgt nichts mehr, und allen steht es frei, ihren Kommentar abzugeben und alles, was sie sehen, zu bewerten.

 Diese Bewertungen fallen nicht immer positiv aus und sind auch nicht immer nett formuliert.  

 Wenn das mal nicht beängstigend ist.  

Aber erst dann, wenn deine Kunst nicht immer allen gefällt, nicht überall gut ankommt, nicht von allen hoch gelobt wird, erst wenn du merkst, dass es Menschen gibt, die mit deinen Bildern nicht nur nichts anfangen können, sondern sie geradezu ablehnen, kannst du sicher sein, dass du auf DEINEM Weg bist und DEINE Kunst machst. 

 An dieser Stelle kommt jetzt der Mut ins Spiel.

Du hast ja schon ganz richtig gesagt, es fehle dir der Mut weiterzumachen.

Das ist verständlich.

Künstler sein bedeutet nämlich auch, immer und immer wieder mutig sein.

Mut ist nichts, was man hat, wenn einen plötzlich alle toll finden oder wenn man irgendwann mal keine Angst mehr hat.

Mut ist, wenn man etwas tut, obwohl man Angst hat.

 Ich weiß nicht, in welchem Medium du arbeitest und in welchem Genre, aber unabhängig davon, mache ich dir folgenden Vorschlag:

 Lerne deine eigene Sichtweise, deinen eigenen Ausdruck, also deinen ganz eigenen „Kick“, erstmal für dich alleine kennen.

Zeichne in der Natur und nach der Natur (auch wenn du vielleicht sonst abstrakt malen solltest, das macht gar nichts) und zwar ohne davon auszugehen, dass du diese Zeichnungen irgendwann mal jemanden anschauen lässt.

Sobald du merkst, du willst ausschließlich „richtig“ und „korrekt“ zeichnen, weißt du, dass du mal wieder versuchst, deine eigene Sichtweise zu ignorieren.

Lass deine Hand zeichnen, nicht deinen Kopf.

 Lass deine Hand machen, was sie will, ohne dass sie von dir, wie von einem Sicherheitsdienst, immer wieder in ihre Schranken verwiesen wird.

 Lass deine Hand frei.

 Sei lieb zu deiner Hand und sei lieb zu deinen Zeichnungen.

 Wenn du eine Weile so gezeichnet hast und ein oder zwei Skizzenbücher gefüllt sind (denke daran, sie werden niemandem gezeigt, sie sind so privat wie dein Tagebuch), wirst du überrascht sein, wie besonders deine Ausdrucksweise ist und dass sie immer besonders und somit grundsätzlich interessant ist – und zwar für DICH. 

 So machst du dich vertraut mit deinem eigenen, unvergleichlichen Blick, mit deiner Sichtweise und du gewöhnst dich daran, sie mutig auf dem Papier zum Ausdruck zu bringen.  

 Jetzt  werden deine Bilder immer interessant, auch für andere.

Aber was andere dazu zu sagen haben, ist dann wiederum nicht mehr wirklich interessant für dich, denn du bist dabei zu lernen, dir selbst zu vertrauen und nur auf dich selbst zu hören.

 Deine Bilder entstehen jetzt ganz von alleine und ohne, dass du dir vorher etwas ausgedacht hast und ohne extra etwas dafür tun zu müssen, immer mit einem – sozusagen –  vorinstallierten „Kick“.

Workshop in Frankfurt „Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“ am Samstag, 24. September 2016 – nur noch 2 Plätze frei

Senckenbergmuseum Frankfurt„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

Workshop in Frankfurt im Senckenbergmuseum Samstag, 24. September 2016

von 10.30 Uhr bis 15.30/16.00 Uhr

– nur noch 2 Plätze frei –

Um zu den Anmeldeinformationen zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“   Manuela

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Es geht einem oft so, oder?

Obwohl man das Zeichnen eigentlich mag und man sich wünscht, man würde öfter zeichnen, wird es dann doch irgendwie als lästig und mühsam empfunden.
Man will zwar zeichnen, aber am liebsten hätte man die Zeichnung sofort und auf der Stelle fertig, ohne sie tatsächlich erst zeichnen zu müssen.
Man merkt oft einfach nicht, wie sehr man ausschließlich darauf fixiert ist, eine „gute“ und vorzeigbare Zeichnung zu produzieren und man das eigentliche Zeichnen am liebsten überspringen würde.
Wenn man immer nur ein fertiges Endprodukt im Kopf hat und dadurch auf einmal so viel von dessen Gelingen abhängt (Kann ich umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Finden andere gut, was ich mache. Bin ich gut. usw.), macht die ganze Sache plötzlich keinen wirklichen Spaß mehr.
Man muss es sich aber nicht so schwer machen.
Zeichnen kann etwas Leichtes sein, wenn man bereit ist, seinen Fokus zu verschieben, und zwar weg vom ‚Endprodukt Zeichnung‘ hin zum ‚Erlebnis Zeichnen.‘
 
Wenn man bereit ist, jeden Moment des Zeichnens bewusst zu erleben und zuzulassen, mit dem Stift unmittelbar auf den Moment zu antworten, anstatt einer festgelegten Vorstellung hinterher zu jagen, gelingen, wie nebenbei, ausdrucksstarke und beeindruckende Zeichnungen.
 
Wenn du erleben möchtest, wie gut es tut, endlich mühelos zu zeichnen, und zwar ohne Umwege über das konventionelle
„ich kann das nicht – Zähne knirschen – muss mehr üben“-Gedöns, würde ich mich sehr freuen, dich am Samstag, 24. September 2016 im Senckenbergmuseum begrüßen zu können.
 

Dieser Workshop wird dich dazu inspirieren mit deinem eigenen Zeichnen und mit deiner eigenen Art des zeichnerischen Ausdrucks intensiven Kontakt aufzunehmen.

Wenn du nicht so oft zeichnest, wie du es dir wünschst oder wenn du lange nicht mehr gezeichnet hast, findest du hier die Motivation dich wieder mit Freude regelmäßig dem Zeichnen zuzuwenden.
 
Wer nämlich glaubt, man müsse es zuerst irgendwelchen Konventionen entsprechend „richtig“ machen, verliert schnell die Freude am Zeichnen und greift schließlich gar nicht mehr zum Stift.
 
Wenn du dir deines eigenen unvergleichlichen Ausdrucks „selbst bewusst“ wirst, fällt es dir leicht, den inneren Kritiker zu überhören und wieder „selbstbewusst“ und mit Begeisterung zu zeichnen.
Dann lässt du deine Zeichnungen mühelos entstehen, ohne deren Entstehungsprozess ständig kritisch zu kontrollieren.
 
Ich zeige dir, wie du unmittelbar sehen kannst, ohne dir von deinem Verstand sagen zu lassen, was er glaubt, was du sehen solltest. So werden dir ausdrucksstarke Zeichnungen gelingen, die keinen Vergleich scheuen müssen, weil sie einzigartig und unvergleichlich sind.

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Das sagen Teilnehmer früherer Workshops:

„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“ Manuela

„War alles sehr spannend und lehrreich.“  Bettina

„Ich fand den Kurs für mich persönlich bereichernd. Ich schätze deine ruhige, wertschätzende Leitung, die immer wieder wichtige Impulse beim Zeichnen gibt.Waltraud

„Es ist ein völlig anderer Zugang, als in den Workshops in der Volkshochschule. Ich bin und war begeistert.“  Susanne

„Ich hatte meinen ersten Workshop mit Martina in Frankfurt… damals nach einer sehr langen Zeichenpause… Mittlerweile gönne ich mir mein eigenes kleines Atelier und es geht wirklich nicht einen einzigen Tag ohne irgend etwa gezeichnet zu haben…
Dank Martina fand ich wieder zu mir und meinen Zeichnungen zurück!“ Petra
 
„Ich war einfach sprachlos. Ich bin mit wenigen Erwartungen gekommen und wollte einfach mal ausprobieren, ob ich nicht einige neue Impulse sammeln kann.
Das Ergebnis war überwältigend! Du hast mir im großen Haus der Kunst eine Tür zu einem weiten Raum gezeigt und geöffnet.“  Klaus
 

„Ein Workshop bei Martina ist eine Reise zum eigenen, ganz persönlichen zeichnerischen und authentischen Ausdruck und ein echter Befreiungsschlag für angstfreies Zeichnen!“ Alex 

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Wie läuft so ein Workshop eigentlich ab?

Bevor ich diese Frage beantworte, will ich zunächst einmal erklären, wie meine Workshops NICHT ablaufen.

– Es werden KEINE konventionellen Zeichentechniken vermittelt, wie man sie als Lektionen in manchen Lehrbüchern findet, wie z.B. Schraffieren, Graustufenfelder anlegen oder ein Ei unter einer gedachten Lichtquelle von links oben zeichnen.

– Ich gehe NICHT während des Zeichnens herum, um den Zeichnern über die Schulter zu schauen und sie auf sogenannte Fehler aufmerksam zu machen.

– Es geht NICHT um ‚falsch oder richtig‘ oder um ‚besser oder schlechter‘ zeichnen als….

Wenn du jetzt noch Lust hast weiterzulesen, ist ein Workshop, so wie ich ihn anbiete, sehr wahrscheinlich etwas für dich.

Beim ersten Zusammentreffen der Gruppe nennen wir nur unsere Vornamen und es gibt keine dieser üblichen Vorstellungsrunden.
Das ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und ‚Was mache ich sonst noch‘ bleiben draußen vor der Tür.

Ich stelle mir die Runde der Zeichner immer gerne als eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Reisender vor, die für eine gewisse Zeit gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.

Im Laufe des Tages bitte ich die Teilnehmer, sich auf verschiedene Zeichenexperimente einzulassen.
Ich erkläre das jeweilige Experiment und los geht´s mit dem Zeichnen – jeder für sich.

Nach einer vorgegebenen Zeit kommen wir wieder zusammen, und wer mag (!), erzählt von seinen Erfahrungen, die er während des jeweiligen Reiseabschnittes sammeln konnte.
Es kommt dann immer zu einem regen Austausch, weil natürlich jeder durch die Erfahrungen der anderen auch Erkenntnisse für sich selbst gewinnen kann.

Auf diese Weise bewegen wir uns zeichnend und miteinander sprechend durch die Säle des Museums.

Die Zeichen-Experimente  sind dazu gedacht, die Zeichner herauszufordern, den Prozess des Zeichnens zu hinterfragen und neu zu erleben.

Das unmittelbare Sehen und Erleben stehen im Mittelpunkt so eines Zeichenworkshops, denn nur, was den Zeichner innerlich beeindruckt, kann er auf seine einzigartige und unvergleichliche Weise auf dem Papier adäquat zum Ausdruck bringen.

Welche Experimente das sind, verrate ich natürlich nicht. Dann wäre ja die Überraschung weg.
Aber am Ende des Tages wird sich für jeden Zeichner etwas verändert haben und für jeden wird es etwas anderes sein.

Um zu den Anmeldeinformationen zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

Im Urlaub richtig gut zeichnen – 12 Tipps

 bild311. Mit sich selbst konkrete Vereinbarungen treffen

„Ich nehm mir mal Stift und Papier mit, vielleicht komme ich ja zum Zeichnen“, hat noch nie jemand gesagt, bevor er von einer Reise ein volles Skizzenbuch mit nach Hause gebracht hat.
Es gibt immer tausend gute Gründe, warum man dann doch nicht zum Zeichnen gekommen ist.
Das Zeichnen konkret einplanen, wenn man will, dass es „passiert“, ist genauso wichtig wie Fahrradtouren und Museumsbesuche im Voraus zu planen.
„Wann und wo kann ich wie lange zeichnen?“ Diese Fragen muss man sich beantwortet haben, wenn man die Gelegenheiten zum Zeichnen nicht verpassen will.

2. Mit den Mitreisenden konkrete Vereinbarungen treffen

Wenn jemand ungeduldig am Ausgang einer Kirche auf einen wartet, kann man einfach nicht in aller Ruhe die so wundervoll geschnitzte Heiligenfigur zeichnen.
Es ist nur fair seine Mitreisenden vorher darüber zu informieren, dass man an den Orten, die man gemeinsam besucht, zeichnen möchte und dafür zehn Minuten oder eine halbe Stunde oder zwei Stunden benötigt.
Eine konkrete Absprache könnte sich so anhören:
„Ich zeichne hier noch bis halb fünf. Geh´du doch schon mal den Wein fürs Abendessen holen.“
(Es geht doch nichts über eine klare Aufgabenverteilung.)

3. Keine unnötige Materialschlacht

Das Allernötigste ist immer genug. Ein Skizzenbuch und ein Stift können völlig ausreichen und sind ganz sicher ausreichend für den eher noch unerfahrenen Unterwegs-Zeichner.
Noch mehr mitzunehmen, wie Aquarellfarben, zehn Pinsel, fünf Federn und sieben Tintenfässchen, ist nur für denjenigen sinnvoll, der mit all diesen Materialien schon reichlich Erfahrungen gesammelt hat.
Neues, noch unerprobtes Material zum Ausprobieren auf Reisen mitzunehmen, weil man ja sonst keine Zeit dafür hat, ist eine nicht so gute Idee. Wenn man nicht sofort erfreuliche Ergebnisse damit erzielt, tappt man leicht in die Frustfalle und kommt so schnell nicht wieder raus.

4. Das nächstbeste Motiv ist immer das beste Motiv

Wenn man zu lange darüber nachdenkt, was man den jetzt mal schönes zeichnen könnte, gibt man den Zweifeln, die das ganze Unternehmen „unterwegs zeichnen“ soundso von Anfang an abblasen wollten, viel zu viel Zeit überzeugend klingende Argumente vorzubringen.
Und wenn es nur der eigene Schuh ist – mit irgendetwas anfangen und zwar sofort. Das bringt einen zügig und ohne grübelnde Aufschieberei ins Zeichnen.

5. Zeichnen und NUR zeichnen

Wenn man unterwegs zeichnet, zeichnet man….und betrachtet nicht alle fünf Minuten die inzwischen fertigen Arbeiten.
Es ist verführerisch zwischendurch nachzuschauen, was sich schon alles im Skizzenbuch angesammelt hat. Aber wer seine Zeichnungen anschaut, wechselt automatisch in den „Beurteiler“-Modus.
Entweder beurteilt man seine Zeichnungen schlecht, dann will man am liebsten gar nicht mehr weitermachen oder man ist von seinen Zeichnungen begeistert, dann traut man sich an die nächste nicht mehr heran, weil man fürchtet, es noch mal nicht so gut hinkriegen zu können.
Das Anschauen der Zeichnungen hebt man sich am besten für zuhause auf. Dann kann man völlig verblüfft feststellen, wie viel man erlebt hat und wie verdammt gut man zeichnen kann.

6. Ein schöner Rücken kann auch entzücken

Ob auf dem Flughafen oder in der U-Bahn, fremde Menschen zu zeichnen muss man sich erst mal trauen. Dazu gehört schon ein kleines bisschen Mut, zumindest am Anfang.
Es sei ja auch jedem zugestanden, es nicht so toll zu finden, sich von jemandem, der einem gegenüber sitzt und ein Stück Papier vollkritzelt, beobachtet zu fühlen.
Erst mal Menschen nur von hinten zu zeichnen, ist ein guter Anfang. So bekommt man nach und nach ein Gefühl dafür, was man sich als Zeichner traut und wie man es am besten anstellt, unauffällig zu zeichnen, ohne jemandem zu nahe zu treten.

7. Unter der Hand zeichnen

Ein sehr kleines Skizzenbuch, das gut unter eine Serviette passt oder das man, wie zufällig, mit der Hand abdecken kann, gibt einem die Möglichkeit bei Bedarf schnell die Rollen zu wechseln zwischen dem scharfen Beobachter und einem gleichgültig wirkenden Nur-so-in-der-Gegend-Herumschauer.

8. Ein klares Ziel vor Augen

Irgendwo anfangen und dann sehen, wo es weitergeht, geht auch.
Sich aber vor dem Anfangen (schnell!) klar werden, was aufs Blatt soll und was nicht, hilft einem, sich besser zu konzentrieren.
Für kurze Zeit erlaubt man sich, den unübersichtlichen Rest der Welt auszublenden und einfach nichts anderes zu sehen, als seinen selbst gewählten klar abgegrenzten Ausschnitt.

9. Die Augen immer geradeaus

Der seitliche, und damit unter Umständen unauffälligere Blick ist natürlich immer möglich, aber das Zeichnen ist dann schwieriger, weil man das von der Seite Gesehene nicht so ohne weiteres auf das direkt vor einem liegende Papier übertragen kann. Es kommt zu einer verzerrten Wahrnehmung.
Dieses muss einen überhaupt nicht stören. Zeichnen ist, wenn man es trotzdem macht.
Allerdings ist ein Motiv am einfachsten zu erfassen, wenn man sich diesem mehr oder weniger direkt in gerader Linie gegenüber befindet.
Alles, was man mit einem geradeaus gerichteten Blick erfasst, ohne den Kopf zu drehen, kann man auch gut auf ein Blatt Papier übertragen.

10. Zeichnen ist nicht Fotografieren

Der Zeichner kann mit dem Fotografierer nicht mithalten, weder in der Schnelligkeit der Entstehung der Bilder, noch mit der Anzahl. Damit muss der Zeichner sich abfinden. Auch die Motivwahl ist eine andere.
Während es dem Urlaubsfotografierer oft darum geht (oft, aber selbstverständlich nicht immer, bitte schön keine Verallgemeinerungen), Ansichten für Daheimgebliebene zu dokumentieren, geht es dem Zeichner immer nur darum, für sich selbst zu zeichnen.
Späteres Herumzeigen der Zeichnungen ist zwar nicht ausgeschlossen, darf aber niemals der Grund des Zeichnens sein.
An spätere Betrachter gedacht zu haben, ist ganz sicher einer der Hauptgründe, warum auf Reisen dann doch nicht gezeichnet wurde, obwohl man es sich so fest vorgenommen hatte.

11. Noch eine Vereinbarung mit den Mitreisenden

Nein, die Zeichnungen werden, solange man gemeinsam unterwegs ist, nicht gezeigt, auch wenn man noch so inständig darum gebeten wird, und auch, wenn die anderen (Nicht-Zeichner!) das überhaupt nicht verstehen können.
Wer es dennoch tut, ist selbst schuld, wenn ihm a.) das Zeichnen plötzlich keinen Spaß mehr macht, weil er ständig schon die späteren Anschauer und deren vermuteten Vorstellungen von gelungenen Zeichnungen berücksichtigt, und er b.) dann plötzlich findet, dass Zeichnen ja doch immer ein bisschen aufwändig ist und Fotos machen ist ja auch ganz schön.

12. Ansichtskarten kann man kaufen, man muss sie nicht zeichnen

„Ach, das ist ja alles so schön hier, das Panorama, die Berge, das Meer, der Hafen, der Dom.“
Ein reisender Zeichner ist kein gewöhnlicher Tourist und ist deshalb auch nicht mit einem Touristenblick unterwegs.
Der Zeichner, der unterwegs ist, nimmt die Welt wahr, wie sie sich ihm und nur ihm darstellt, wie nur er sie sieht und keiner sonst.
Denn nur weil man im Urlaub ist, muss man keine Ansichtskarten zeichnen.

 

 

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Hör endlich auf, zeichnen lernen zu wollen

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Vor einiger Zeit schrieb mir eine Künstlerin, die sich „autodidaktisch“ fortbildet, sie habe ihre Arbeiten „mit bangem Herzen“ einem Dozenten einer Kunstschule gezeigt.
Er knallte ihr so etwas entgegen wie „lernen Sie erst mal zeichnen“.
„Ihr Traum“, dass in ihr eine „verkannte Künstlerin schlummert“, so schreibt sie, „sei erst mal ausgeträumt.“

Sie habe nun angefangen Zeichnen zu üben was das Zeug hält, aber mit jedem Tag würde alles nur noch schlimmer werden.
Ihre Zeichnungen würden immer „dilettantischer“ und „schwächer.“

Wenn ich so etwas lese, zieht sich mir mein Herz zusammen.

Was für eine große Traurigkeit, was für ein Schmerz. So unnötig.

Folgendes habe ich ihr geantwortet:
Ach, meine liebe L., was machst du es dir so schwer? Und wofür? Damit dir irgendwann irgendein Dozent sagt:
„Aber Hallo, Frau L., Sie sind ja eine Künstlerin! Herzlichen Glückwunsch.“
Ich weiß, das hört sich nicht sehr nett an. Aber ich sage es, weil ich, genau wie du, viel zu lange dachte, jemand anderes hätte darüber zu entscheiden, ob ich eine Künstlerin bin oder nicht. Wer viel fragt, bekommt viel geantwortet.
Die Antworten haben selten etwas mit dem Fragenden zu tun, sondern meistens nur mit dem, der die Antwort gibt.

Mit der Antwort „erst mal zeichnen lernen“ bist du noch gut weggekommen. Es hätte schlimmer sein können.

Der Dozent hätte an diesem Tag auch gerade Bauchweh haben können und dann hätte er vielleicht gesagt:
„Um Gottes willen, ihr Zeug ist ja grauenvoll, nehmen sie nie mehr einen Pinsel in die Hand.“
Womöglich hättest du ihm geglaubt. Das mag man sich gar nicht vorstellen.

Wie du ja selbst sagst, du glaubst, in dir könnte eine „verkannte“ Künstlerin stecken.
Wenn hier irgendjemand dich „verkennt“, dann bist nur du selbst es.
KEIN Mensch, in dem KEIN Künstler steckt, denkt sich: Ach, wer weiß, vielleicht steckt ja ein verkannter Künstler in mir.

Nein, nein. Nur diejenigen, denen das Künstlersein FEHLT, die sich danach SEHNEN einer zu sein, nur diese sind Künstler.

Das Künstlersein erkennen, es also nicht zu „ver-kennen“, das musst du selbst tun, das kann keiner für dich übernehmen.
Ich bin die Letzte, die jemandem sagen würde, hör auf zu zeichnen.
Ich sage dir aber:
HÖR AUF, ZEICHNEN ZU LERNEN.
Stattdessen mach´ was ganz anderes:

ZEICHNE! Fange an zu zeichnen.
Mach´ dich auf den Weg, DEIN Zeichnen zu ENTDECKEN.
Sei bereit, DEIN Zeichnen schätzen zu lernen und kennenzulernen.
Du wirst dann erleben, wie du zeichnen musst, damit es sich für dich gut anfühlt, was du ausprobieren willst, was du magst und was nicht.
Ganz wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass es beim Zeichnen nicht darum geht, der Erwartungshaltung anderer zu entsprechen. Denn ist es nicht genau diese Erwartungshaltung, die einen überhaupt dazu bringt, dieses Zeichnen „lernen“ zu wollen, wie „man“ es eben zu lernen hat? Eine Erwartungshaltung, die man nur allzu leicht mit der eigenen verwechselt, weil man sich doch auch in anderen Lebensbereichen, ganz unbewusst, daran gewöhnt hat, seine eigenen Vorstellungen und Ideen, nach dem Erfahrungs- und Vorstellungshorizont anderer auszurichten. Vielleicht bist du so wütend und ungeduldig mit deinen Zeichnungen, weil sie etwas sein sollen, was sie nicht sein können.
Sehr wahrscheinlich willst du Zeichnungen machen, die so aussehen, als seien sie von jemand anderem. Aber auch wie dieser „andere“ zeichnet, weißt du gar nicht so genau und deshalb weißt du auch nicht genau, wie deine Zeichnungen aussehen sollten, damit du sie akzeptieren könntest.

DEINE Zeichnungen werden aber immer so aussehen wie DEINE Zeichnungen.

Deine Zeichnungen werden sich im Laufe deines Zeichnens, während du immer mehr Erfahrungen sammelst im Zeichnen, verändern, aber sie werden immer so aussehen, wie deine.
Und genau so muss es sein.

Die Welt interessiert nicht, wie du zeichnest, wenn du versuchst, wie jemand anderes zu zeichnen.
Die Welt will sehen, wie du zeichnest, mit allem Drum und Dran, mit allem Dilettantismus und aller Genialität. Und beides ist untrennbar miteinander verbunden.

In deinem „Dilettantismus“ kann ich deine Genialität erkennen.
Und Gott bewahre mich davor, dass ich dann versuche, so zu zeichnen wie du, weil ich deine Zeichnungen so genial finde.

Und noch was: Hör auf Künstlerin sein zu wollen. Das bist du schon längst.
Du bemühst dich etwas zu werden, was du schon längst bist.
Und zwar unabhängig davon, ob du oder jemand anderes gut oder anerkennenswert findet, was du machst. Du verbrennst deine Energie an der falschen Feuerstelle.

Kaum etwas steht dem Kunstschaffenden mehr im Weg, als der Wille Kunst schaffen zu wollen.

Aus dem Machen entsteht die Kunst, nicht aus dem Wollen –
aus dem gleichgültigen Zeichnen, aus dem gleichgültigen Malen, aus dem gleichgültigen Gestalten.
Der Kunst ist alles, was du tust, gleich gültig, alles ist ihr gleich viel wert.
Wenn du deine Kunst zulässt, geschehen lässt, dann BIST du eine Künstlerin. Zeichne, male, sei DU selbst.

Ein fast gemütlicher Zeichennachmittag

lesen6Manchmal ist man mit sich und seinen Zeichnungen so unzufrieden oder wütend, dass man am liebsten diesen verdammten Zeichenblock hinschmeißen möchte oder zumindest die letzte Zeichnung einfach zerreißen will.

Neulich hatte ich so einen Wutanfall. Ich wollte meinen Mann beim Lesen zeichnen. Ich sehe ihn so gut wie nie irgendwo einfach so dasitzen und Modell sitzen will er auch nicht – ich vermute, weil er eben keine 10 Sekunden still sitzen kann. Und dann dieser Glücksfall. Es war ein sonniger Nachmittag, er nimmt sich ein Magazin und lässt sich damit auf dem Liegestuhl nieder.

Ich beginne zu zeichnen, von ihm unbemerkt. Doch was macht dieser Mensch? Er dreht und wendet sich, mit dem Magazin in den Händen und es dabei lesend. Er wirft sich auf diese Seite, dann wieder auf die andere, er streckt das Bein aus und hebt den Arm über den Kopf. So geht es minutenlang. Ich zeichne weiter und fange an innerlich zu kochen. Blöd, ich weiß, aber ich war so enttäuscht, dass ich ihn noch nicht mal lesend, „einfangen“ konnte. Wie kann man denn nur beim Lesen derart rumhampeln? Schließlich sagte ich zu ihm, und ich glaube nicht, dass meine Stimme allzu scharf geklungen hat, „würdest du bitte mal für eine Minute still halten?“

„Warum, ich mach doch nichts“, gab er zurück, streckte seine Beine aus, rieb sich die Stirn und las weiter.

„Okay“, sagte ich, „bitte, das eine Mal. Nur einmal. Entscheide dich für eine bequeme Haltung, bleib so mal für eine Minute.“Er brummte, faltete das Magazin nach hinten und fragte: „Ist es so recht?“ – „Ja.“

„Ich habe eine Mücke im Ohr, ich muss mich kratzen“, war das nächste, was er sagte, und zwar keine drei Sekunden später, und schon drehte er den Kopf, richtete sich auf….

und dann habe ich das Blatt vom Block gerissen und es in lauter kleine Teile zerrupft. Ende mit Zeichnen.

Als ich dann später die Schnipsel in meiner Tasche fand, spürte ich wieder dieses Unbehagen. Es war so etwas in die Richtung, na, dieses Zeichnen ist ja mal so richtig schief gegangen.

Wenn ich den Zeichenblock einfach zugeklappte hätte, würden mich diese Skizzen nun an einen gemütlichen Nachmittag mit meinem zappeligen Mann erinnern. Aber nein, ich musste ja unbedingt etwas „Wollen“. Ich „wollte“ nämlich unbedingt zeichnend diesen gemütlichen Nachmittag festhalten. Ha!

DAS war gründlich schief gegangen, nicht das Zeichnen.

 


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Warum die Bilder im Kopf nicht aufs Papier gehören.

Neulich eine Email mit einer Frage:

„Bilder im Kopf…immer wieder…aber ich schaffe es nicht sie umzusetzen und auf´s Papier zu bringen…Rat? S.“

Meine Antwort:

Liebe S., ja, ich weiß, es wird immer wieder behauptet, es sei Kunst, wenn man das, was man sich (im Kopf) vorstellt, ganz genau zu Papier bringen kann. Diese Annahme ist so weit verbreitet, weil sehr viele einfach nicht mehr als das können wollen.

Mein Rat? Lass deine Bilder im Kopf – denn sie gehören dort hin, wo sie entstanden sind, nämlich im Kopf.

Es sind sicher wunderbare Bilder und dein Verstand denkt sie sich aus, weil er dadurch deine, dir innewohnende Kreativität zum Ausdruck bringt. Das ist auch gut so.

ABER: diese Bilder in deinem Kopf haben nichts mit den Bildern zu tun, die du in deinem Herzen hast. Zu diesen Bildern hast du vom Verstand her, also über den Kopf, keinen Zugang.

Deshalb weißt du sehr wahrscheinlich gar nicht, dass es diese Bilder gibt. Diese Bilder kannst du dir sichtbar machen, aber NUR und ausschließlich auf dem Papier. Wenn sie auf dem Papier erscheinen, lernst du sie selbst erst kennen.

Diese, DEINE Bilder, die unsichtbar in dir sind, musst du erlauben auf dem Papier zu entstehen. Sie trauen sich aber nur hervor, wenn sie sich bei dir sicher aufgehoben fühlen. Wenn du es dir angewöhnt haben solltest, das meiste, was du zeichnest, erst mal überkritisch zu beurteilen bzw. zu verurteilen, dann ist es deinen wahren inneren Bildern viel zu gefährlich, sich auf dem Papier zu zeigen.

Ich rate dir, schaff dir ein dickes Skizzenbuch an und zeichne nach der Natur.

Blätter die Seiten um und schaue dir deine Zeichnungen erst wieder an, wenn du das ganze Skizzenbuch voll gezeichnet hast. Ja, das ist schwierig durchzuhalten – nicht das Zeichnen, sondern das nicht Nachschauen, denn man hat sich ja so daran gewöhnt, sofort zu kontrollieren, wie es geworden ist. Du musst dich aber darin üben (wieder: nicht im Zeichnen, das geht von alleine) – du brauchst Übung darin, nicht automatisch auf deine Zeichnungen bewertend zu reagieren. Lass deine Zeichnungen eine nach der anderen entstehen, so selbstverständlich wie Äpfel vom Baum fallen. Wenn du das tatsächlich machst und 2 oder 3 Skizzenbücher lang durchhältst, verspreche ich dir, wirst du zu deinen Zeichnungen und zu dem, was du durch Kunst (malen oder zeichnen) ausdrücken willst, eine ganz neue Beziehung haben.

Du wirst dann nicht mehr vom Kopf ausgehend arbeiten wollen, weil inzwischen dein Herz die Gelegenheit hatte, sich dir auf dem Papier zu offenbaren. Deine Themen, deine Motive werden sich dir aufdrängen, weil sie wissen, dass sie bei dir in guten Händen sind.

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