15 Erste-Hilfe-Tipps für blockierte Zeichner (plus ein Zusatztipp)

Nicht nur Schriftsteller leiden ab und zu unter dem berühmt berüchtigten „Writer´s Block“, auch Zeichner rennen immer wieder mal gegen innere Blockaden. Nicht jede kleine Lustlosigkeit muss sich gleich zur großen Schaffenskrise auswachsen, aber grundsätzlich ist es wichtig, darauf zu achten, dass man seiner Arbeit nicht allzu lange fernbleibt.
Lähmende Selbstzweifel können sich nämlich am stärksten aufplustern, wenn man seine Arbeit tatenlos mit hängenden Schultern von außen betrachtet, anstatt damit beschäftigt zu sein, sie tatsächlich zu machen.
„Machen“ ist das Wichtigste, egal was, egal wie.

1. Vor lauter Erschöpfung abends doch wieder vor dem Fernseher gelandet und ans Zeichnen war den ganzen Tag sowieso nicht zu denken?
Du kannst den (Zeichen-)Tag noch retten. Während du den Nachrichten lauschst, zeichnest du ganz nebenbei, das fast unbewegliche Gesicht des Nachrichtensprechers.

2. Du weißt nicht, was zur Hölle, du zeichnen sollst?
Entwirf ein Ornament oder zeichne ein Mandala. Mit nur wenigen, sich wiederholenden Kringeln und Kreisen entstehen, wie von selbst, himmlisch schöne Gebilde.

3. Das Papier des Zeichenblocks erscheint dir stumm und leer, es spricht dich so gar nicht an?
Grundiere es mit schnellen farbigen Pinselstrichen oder lasse Tee oder Kaffee darauf tropfen. Schon habt ihr beiden, du und das Papier, eine interessante Gesprächsgrundlage.

4. Du fühlst dich zu ungeduldig und zu unruhig, um dich aufs Zeichnen zu konzentrieren?
Lies ein Gedicht.
Und dann noch mal.
Merke, wie deine Gedanken zur Ruhe kommen, wie sich deine Augen auf ihre unmittelbare Umgebung einstellen. Jetzt kannst du wieder mehr wahrnehmen, als ausschließlich diese Polka tanzenden Gedanken in deinem Kopf.
Schau dich um.
Atme tief….
Und wieder aus.
Zeichne, was dir jetzt am nächsten ist.

5. Du machst dir seit Wochen Vorwürfe, weil du schon so lange nicht mehr gezeichnet hast und eigentlich wolltest du doch….?
Hier ein kleiner Trick: Du verbietest dir, vor nächsten Dienstag, 15.30 Uhr, einen Zeichenstift in die Hand zu nehmen. Unter keinen Umständen darf vor diesem Termin gezeichnet werden. (Es juckt dich wahrscheinlich jetzt schon in den Fingern.)

6. Wer sagt, dass man immer auf Papier und mit Bleistift zeichnen muss?
Man kann zeichnen mit dem dicken Eddingstift auf die Steine, die man am Seeufer gesammelt hat, mit Straßenkreide auf die asphaltierte Einfahrt des Nachbarn oder man kann sich mit dem Kugelschreiber ein Tattoo auf den Unterarm zeichnen.

7. Du fühlst dich viel zu müde, um zu zeichnen?
Prima. Das ist die beste Voraussetzung mit der schönsten LMA-Stimmung trotzdem zu zeichnen. Es ist dir viel zu anstrengend, darauf zu achten, ob die Zeichnung gelingt oder nicht. Bäh. Egal. Kommt doch nicht drauf an.
Aber gezeichnet hast du.

8. Zeichnen fühlt sich anstrengend an?
Dann lass mal dein inneres Kind ran. Das weiß nämlich, wie man Spaß damit hat und besorge ihm auch gleich diese dicken Wachsmalstifte. Auf ganz glattem Papier kann man in die Wachsschicht mit dem Plastikschaber Linien hinein ritzen und man kann sich darüber freuen, wie die Farben leuchten und dann kann man weiter damit experimentieren und alles Mögliche ausprobieren und, und, und….und bald wird es wieder hell im Kopf und du erinnerst dich, dass die Freude dein Antrieb sein sollte und nicht die Pflicht.

9. Du kannst dich einfach nicht überwinden, anzufangen?
Stell dir den Küchenwecker auf fünf Minuten und zeichne genau fünf Minuten. Nicht länger. Wenn die Uhr klingelt, legst du sofort den Stift aus der Hand. Jetzt hast du das gute Gefühl, wenigstens etwas gezeichnet zu haben. Das ist viel, viel besser, als mit diesem dumpfen Gefühl zu leben, wieder nicht das gemacht zu haben, was du dir vorgenommen hast. (Oder: nach fünf Minuten willst du den Stift gar nicht mehr aus der Hand legen. Klappt nicht immer, ist aber gut möglich.)

10. Du musst noch den Einkaufszettel fürs Wochenende schreiben?
Warum statt es aufzuschreiben, nicht einfach alles aufzeichnen: Frühlingszwiebeln, Zitronen, Tiefkühlpizza….

11. Du findest Zeichnen langweilig?
Nimm dir drei Buntstifte, am besten in den Grundfarben Rot, Gelb und Blau, und klebe sie oben und unten mit Klebeband zu einem einzelnen Zeichenstift zusammen. Jetzt kommt Schwung in den Laden. Deine Zeichnungen fangen an, im harmonischen Dreiklang zu vibrieren.

12. Du machst dich mit den besten Vorsätzen mit dem Skizzenbuch in der Tasche auf den Weg, aber plötzlich ist dir alles zu viel? Zu viele Menschen, zu viele Bäume, zu viele Häuser?
Zeichne nicht die ganze Allee mit allen 238 Bäumen, zeichne auch nicht einen ganzen Baum – zeichne ein einziges einzelnes Blatt.
Zeichne nicht die ganze Caféhaus-Atmosphäre mit allen Tischen, Lampen und Plüschsesseln – zeichne eine einzige, einzelne Kaffeetasse.
Zeichne nicht die ganze Opernhausfassade, auch nicht die Quadriga über dem Portal – zeichne nur ein einziges, einzelnes Ornament, das dort links oben, über dem Fenster im ersten Stock.

13. Du kannst einfach nicht mehr sehen, was du da zeichnest?
Dann schau halt nicht hin – beim Zeichnen.
Deine ständige Kontrolle und deine Mäkeleien nerven mehr, als dass sie nützlich sind. Den Blick fest aufs Motiv gerichtet, ohne aufs Papier zu schauen, synchronisierst du deine Augenbewegungen mit denen deiner Hand und du hast nichts mehr zu sagen. So zeichnest du dich frei von deinen Erwartungen und du wirst verblüfft sein, was du da zu sehen bekommst – nach dem Zeichnen.

14. Der Stift liegt dir schwer in der Hand?
Dann zeichne mit der anderen. Die andere Hand – man sagt ihr oft nach, sie sei die Ungeschicktere von beiden. Ist sie in Wirklichkeit nicht einfach nur die Fantasievollere, die, die sich mehr traut, der es egal ist, was die Leute sagen? Sie kann deiner ersten Hand zeigen, wie man mit Spaß bei der Sache ist und dass das Zeichnen nicht schwerwiegend sein muss.

15. Alles um dich herum ist dir gleichgültig? Du siehst nichts Bedeutsames, was du zeichnen könntest?
Dann gib dem Baum vor deinem Fenster einen Namen und achte darauf, was geschieht.
So wie ein Kind dem Stofftier einen Namen gibt, um es zu seinem einzigartigen Spielgefährten zu machen, kann man auch sein Zeichenmotiv mit einem Namen personalisieren. Wenn du dein Motiv persönlich ansprichst – „Hallo Ben, ich sehe dich“ – wird dir dieser Baum plötzlich so viele Besonderheiten und Details offenbaren, die er vor dir verborgen hielt, als ihr euch noch nicht persönlich kanntet.

Zusatz-Tipp:
Entrümple deine Sammlung von Zeichenlehrbüchern.
Jedes Buch, bei dessen Anblick du nicht sofort Lust bekommst zu zeichnen, fliegt raus. Jedes!
Nichts da von wegen, ja, aber da steht vielleicht noch etwas Wichtiges drin, damit wollte ich mich mal beschäftigen, weil, ich glaub, das muss man wissen und wenn ich mal Zeit habe, dann lerne ich das Zeichnen endlich mal von Grund auf….mäh, mäh, mäh.
Jedes Buch, das dich eher runterzieht anstatt dich zu begeistern, belastet nicht nur dein Bücherregal, sondern auch deine Seele. Schließlich muss man sich nicht auch noch von seinen eigenen Büchern Vorwürfe machen lassen. Behalte nur die Zeichenbücher, die dich inspirieren und ermuntern, und die dir auch tatsächlich helfen, wenn du ihre Hilfe brauchst.

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Zeichenworkshop in München am Samstag, 19. August 2017

Workshop in München

„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

in der Glyptothek

am Samstag, den 19. August 2017

von 10.30 Uhr bis 15.30/16.00 Uhr

– nur noch 2 Plätze frei –
nur noch 1 Platz frei

Zeichnen ist etwas Wunder-volles ( voll der Wunder), denn durch das Zeichnen erkennen wir in allem, was uns umgibt das Wundervolle.
Leider ist vielen von uns das „Wundern“ beim Zeichnen schon sehr früh ausgetrieben worden. Stattdessen sollten wir „richtig“ zeichnen und „genau“ zeichnen und nur das, was alle sehen und nicht das, was nur wir sehen.

Es ist aber unser ganz eigener Blick, unsere eigene Auffassung, unser eigener Eindruck, der unsere Zeichnungen ausdrucksstark und eindrucksvoll macht, sofern wir es uns erlauben.

Wenn du Lust hast, endlich DEIN eigenes Zeichnen zu entdecken, deine eigenen Linien zu finden, deine eigene Sichtweise zu Papier zu bringen, dann würde ich mich sehr freuen, dich am Samstag, 19. August in der Glyptothek begrüßen zu dürfen.

HIER findest du das Informationsblatt zur Anmeldung

So haben Teilnehmer frühere Workshops erlebt:

„Es war für mich ein Meilenstein auf meinem Zeichenweg. Es gibt für mich ein davor und danach. Du hast mir so eine innere Freiheit geschenkt, dass ich fast nach Hause geflogen bin.“ Johannes

„Es war ein wunderbarer Workshop. Erledigt, aber überglücklich und voll mit neuen Eindrücken habe ich meine Heimreise angetreten.“ Beate

„Der Workshop hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch die kleinen guten Tricks, die so gerne in Vergessenheit geraten, und dann zu erleben, dass es funktioniert. Da ist man von den eigenen Zeichnungen überrascht.“ Sabine

„Ich habe viel gelernt und bin jetzt bis in die Fingerspitzen motiviert.“ Peter

„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

Dieser Workshop wird dich dazu inspirieren mit deinem eigenen Zeichnen und mit deiner eigenen Art des zeichnerischen Ausdrucks wieder intensiven Kontakt aufzunehmen.

Wenn du nicht so oft zeichnest, wie du es dir wünschst oder wenn du lange nicht mehr gezeichnet hast, findest du hier Anregungen und Inspirationen, um dich mühelos und mit Freude wieder regelmäßig dem Zeichnen zuzuwenden.

Wenn du dir deines eigenen unvergleichlichen Ausdrucks „selbst bewusst“ wirst, fällt es dir leicht, den inneren Kritiker zu überhören und wieder „selbstbewusst“ und mit Begeisterung zu zeichnen.

So kannst du deine Zeichnungen mühelos entstehen lassen, ohne den Entstehungsprozess ständig kritisch zu kontrollieren und zu bewerten.

Ich zeige dir, wie du unmittelbar sehen kannst und wie dir ausdrucksstarke und authentische Zeichnungen gelingen, die keinen Vergleich scheuen müssen, weil sie einzigartig und unvergleichlich sind.

Wie läuft so ein Workshop eigentlich ab?

Bevor ich diese Frage beantworte, will ich zunächst einmal erklären, wie meine Workshops NICHT ablaufen.

– Es werden KEINE konventionellen Zeichentechniken vermittelt, wie man sie als Lektionen in manchen Lehrbüchern findet, wie z.B. Schraffieren, Graustufenfelder anlegen oder ein Ei unter einer gedachten Lichtquelle von links oben zeichnen.

– Ich gehe NICHT während des Zeichnens herum, um den Zeichnern über die Schulter zu schauen und sie auf sogenannte Fehler aufmerksam zu machen.

– Es geht NICHT um ‚falsch oder richtig‘ oder um ‚besser oder schlechter‘ zeichnen als….

Wenn du jetzt noch Lust hast weiterzulesen, ist ein Workshop, so wie ich ihn anbiete, sehr wahrscheinlich etwas für dich.

Beim ersten Zusammentreffen der Gruppe nennen wir nur unsere Vornamen und es gibt keine dieser üblichen Vorstellungsrunden.
Das ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und ‚Was mache ich sonst noch‘ bleiben draußen vor der Tür.

Ich stelle mir die Runde der Zeichner immer gerne als eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Reisender vor, die für eine gewisse Zeit gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.

Im Laufe des Tages bitte ich die Teilnehmer, sich auf verschiedene Zeichenexperimente einzulassen.
Ich erkläre das jeweilige Experiment und los geht´s mit dem Zeichnen – jeder für sich.

Nach einer vorgegebenen Zeit kommen wir wieder zusammen, und wer mag (!), erzählt von seinen Erfahrungen, die er während des jeweiligen Reiseabschnittes sammeln konnte.
Es kommt dann immer zu einem regen Austausch, weil natürlich jeder durch die Erfahrungen der anderen auch Erkenntnisse für sich selbst gewinnen kann.

Auf diese Weise bewegen wir uns zeichnend und miteinander sprechend durch die Säle des Museums.

Die Zeichen-Experimente sind dazu gedacht, die Zeichner herauszufordern, den Prozess des Zeichnens zu hinterfragen und neu zu erleben.

Das unmittelbare Sehen und Erleben stehen im Mittelpunkt so eines Zeichenworkshops, denn nur, was den Zeichner innerlich beeindruckt, kann er auf seine einzigartige und unvergleichliche Weise auf dem Papier adäquat zum Ausdruck bringen.

Welche Experimente das sind, verrate ich natürlich nicht. Dann wäre ja die Überraschung weg.

Aber am Ende des Tages wird sich für jeden Zeichner etwas verändert haben und für jeden wird es etwas anderes sein.

HIER findest du das Informationsblatt zur Anmeldung

 

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Welche Kunst begeistert dich?

Du kennst das. Wir alle kennen das. Es geht nichts mehr. Man hat keine Lust auf gar nichts. Kunst? Was ist das? Malen? Zeichnen? Was soll das?
In solchen Fällen kann man sich, um doch weiterzumachen, selbst motivieren. Irgendwie.
Man appelliert an sein Pflichtgefühl (du hast es dir doch vorgenommen), lockt mit Versprechungen (heute Abend gibts ein Glas Wein), droht mit Sanktionen (morgen kein Kino) oder man erschreckt sich mit seinen Versagensängsten (wenn ich das nicht schaffe, bin ich ein Loser).
Manchmal funktioniert es, sehr oft aber nicht.
Die Wirksamkeit von Selbstmotivation wird überschätzt.
Man denkt sich Beweggründe aus, um sich in Bewegung zu setzen. Aber wenn diese ausgedachten Gründe nicht mehr überzeugen, werden die Zweifel, die man sich soundso schon die ganze Zeit kaum vom Leib halten kann, übermächtig. Und dann gibt man auf, denn wenn man es sich genau überlegt, ganz so wichtig ist das alles doch gar nicht.
Schnell gehen zwei, fünf oder zehn Jahre ins Land, ohne sich motiviert zu haben, mit seiner Kunst weiterzumachen.

Wie gut, dass uns die Götter eine viel wirkungsvollere Kraft als die Motivation zur Verfügung stellen:

Die Inspiration.

Die Inspiration ist unsere Begeisterung. Wenn wir begeistert sind, hält uns nichts mehr zurück. Begeistert überwinden wir alle Hürden, die uns die Vernunft so gerne in den Weg stellt.
Wenn wir uns inspiriert fühlen, wissen wir immer was zu tun ist und nichts und niemand muss uns dazu überreden, zum Stift zu greifen.
Die Inspiration kann man sich nicht einreden, man erlangt sie nicht durch überzeugende Argumente.
Die Inspiration muss in uns entfacht werden und dazu ist ein kleiner Funke schon völlig ausreichend. Und wo könnten wir leichter Funken schlagen, als an der Kunst selbst?

Woran kannst du dein inneres Feuer entzünden?
Wofür brennst du?
Welche künstlerischen Arbeiten bewunderst du so sehr, dass du bei deren Anblick den Impuls spürst, sofort nach dem Zeichenstift greifen zu wollen?

Wenn du so einen Impuls noch nie gespürt hast, wird es höchste Zeit, diese Kunst zu finden.
Zuvor mache dir aber bitte bewusst, dass es zwei unterschiedliche Arten der Bewunderung für Kunstwerke gibt.
Bei der einen siehst du ein Werk und bist davon so beeindruckt, dass du denkst: Das ist so großartig, das werde ich nie im Leben können.
Solche Arbeiten begeistern nicht. Manchmal wirken sie motivierend, weil man ihnen nacheifern will, aber langfristig führen sie einen von den eigentlichen Energiequellen immer weiter weg.
Bei der anderen Art der Bewunderung siehst du ein Werk und denkst…   gar nichts mehr. Vielleicht spürst du ein inneres Zittern, für einen Moment stolpert dein Herz oder es verschlägt dir den Atem. In solchen Momenten spürt man das dringende Bedürfnis sofort mit der eigenen künstlerischen Arbeit zu beginnen oder sie fortzuführen.
Achte auf diese zweite Art der Bewunderung, wenn du Kunst begegnest, die einen starken Eindruck auf dich macht.
Aber vielleicht kennst du sie schon lange, diese, für dich so wertvolle Kunst und hast bisher vor der besonderen Bedeutung, die sie für dich hat, die Augen verschlossen.

Vor vielen Jahren hatte ich das große Glück, das Museum of Modern Art in New York besuchen zu können.
Ich wäre fast nicht reingegangen.
Das ist zu viel für mich, dachte ich mir und dann ging ich doch hinein, weil da stand ich nun schon mal davor, also was soll´s und ich blöde Kuh (eigentlich rede ich schon lange nicht mehr so abfällig über mich selbst, aber in diesem Fall ist es doch passend) – also noch mal – ich Schäfchen renne durch die Museumsräume, wie von einem Schwarm Wespen verfolgt, vorbei an Cezanne, vorbei an Rousseau, vorbei an Monet und vorbei, und dieses Vorbeirennen schmerzte mich am meisten, vorbei an van Gogh.
„Hallo?“, rief mir meine innere Stimme hinterher, „Hast du sie noch alle? Schau hin. Schau hin. Schau hin!“

Ich streifte die Bilder nur mit meinen Blicken. Später konnte ich mir nur noch an den Kopf greifen, aber ich wollte diese Werke tatsächlich nicht sehen. Sie hätten mich überwältigt. Sie hätten mich sprachlos gemacht. Sie hätten mich begeistert. Und ich wusste nicht, wie ich das hätte ertragen sollen.
Wenn ich es zugelassen hätte, mich von dieser Kunst begeistern zu lassen, hätte ich mein Leben ändern müssen. Ich hätte nicht mehr länger verleugnen können, was ich damals noch nicht wahr haben wollte, nämlich, dass Kunst zu meinem Leben gehört und dass ich eine Künstlerin bin, die sich davor drückt, ihrer Kunst die Chance zu geben, in diese Welt zu kommen.

Ich wollte auf keinen Fall diese Begeisterung in mir spüren, um weiter leben zu können wie bisher: unzufrieden.
Ich wollte lieber weiterhin anderen Menschen und den Umständen die Schuld geben für meine Unzufriedenheit.

Ich war nicht bereit zu akzeptieren, dass es ausschließlich an mir selbst lag, wenn ich nicht den Stift in die Hand nahm.

Ich hatte immer auf gute Gründe und Argumente gewartet, die für die Kunst sprechen sollten, und weil es keine überzeugenden gab, schob ich das Kunst machen immer weiter vor mir her.

Es gibt aber keinen Grund für Kunst, es gibt nur die Notwendigkeit der Kunst und wenn du diese Notwendigkeit nicht in dir spürst, wirst du immer Gründe finden, die dagegen sprechen.

Einige Jahre später bekam ich eine neue Chance auf die Kunst und auf mein Leben zu hören und dieses Mal nutzte ich sie.
Im Jahr 2001 zeigte das Frankfurter Städel eine van Gogh-Ausstellung. Damals gab es an den Kassen noch keine Menschenschlangen, die sich fünf mal um den Block winden. Es waren nicht allzu viele Menschen, die in den Ausstellungsräumen zwischen all den Bildern von van Gogh umher schlenderten. Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen, aber man konnte vor den einzelnen Exponaten verweilen so lange man wollte, ohne angerempelt zu werden.

Dieses Mal rannte ich nicht durch die Museumsräume. Ich blieb stehen. Ich sah hin.
Und dann geschah das, wovor ich mich einige Jahre zuvor, in diesem anderen Museum, gefürchtet hatte.
Ich begann innerlich zu brennen. Ich hatte Feuer gefangen. Ich war begeistert.
Ich sah nicht nur die Bilder van Goghs, so wie ich sie schon zuvor in Büchern gesehen hatte, ich sah in ihnen van Gogh selbst. Ich fühlte ihn so unmittelbar, als stünde er direkt vor mir.
Ich spürte und wusste, dass van Gogh sein Leben in diesen Bildern bewahrt hatte. Darauf war ich nicht vorbereitet gewesen. Mir liefen die Tränen. Jedes Bild war für mich lebendig. Sie atmeten. In diesen, seinen Bildern bin ich van Gogh persönlich begegnet. Ich schwöre, er war anwesend.
Ich weiß, dass hört sich an wie die Legende einer Heiligenerscheinung. Und ich behaupte ja auch gar nicht, dass ich ein gleißendes Licht sah und eine Stimme zu mir sprach, aber es hatte etwas zutiefst Bewegendes und ja, doch, es war für mich ein spirituelles Erlebnis.
Es hat mich und meine Art, mit meiner künstlerischen Arbeit umzugehen, sehr verändert.
Bis dahin hatte ich meine Kunst immer weggeschoben, sobald es mir zu anstrengend wurde, sie gegen meine Lebensumstände durchzusetzen.
Nun aber konnte ich nicht mehr zurück, konnte nichts mehr auf später verschieben, auf eine bessere Gelegenheit, auf bessere Zeiten.
Bis dahin hatte ich denjenigen geglaubt, die sagen, Kunst sei nichts, was man wirklich zum Leben braucht. Damit war es von nun an vorbei. Ich hatte die Kunst am eigenen Leib gespürt. Ich konnte mir nichts mehr vormachen. Ich musste handeln. Ich musste Kunst machen. Jetzt. Gleich. Und morgen wieder.

Wenn ich vergesse, dass die Inspiration in mir nur darauf wartet, entzündet zu werden – und das passiert ziemlich oft, das Leben kommt dazwischen, immer wieder – wende ich weiterhin dieses Motivations-Dingsda an.
Denn sehr oft ist es tatsächlich die Arbeit selbst, das Zeichnen, das wieder alles entfacht und dann bin ich froh, dass ich mich irgendwie dazu motivieren konnte.
Aber spätestens, wenn es mit der Selbst-Motivation nicht mehr klappt und eigentlich sollte man gar nicht so lange warten, muss ich mich mit allen Mitteln daran erinnern, was mich begeistert, was mich inspiriert.
Dann tauche ich in die Kunst anderer Künstler ein, sehend, lesend oder hörend. Ich muss alles tun, damit ich wieder Feuer fange und wieder für meine Kunst brenne.

Finde, was dich inspiriert. Finde die Kunst, an der du dich verbrennst und zwar so sehr, dass du nicht mehr anders kannst, als dein künstlerisches Schaffen konsequent zu respektieren und fortzuführen.

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Notizen am Flughafen

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Perfekte unähnliche Porträts

Richtig gute Zeichenübung Nr. 5

Das, was beim Porträt zeichnen ja so richtig nervt, ist das Problem mit der Ähnlichkeit. Beim Porträt zeichnen, so der Konsens,  geht es um die Wiedererkennbarkeit einer Person, es geht um genaues Zeichnen oder, um es anders auszudrücken, es geht um „richtig gutes“ Zeichnen. Nur wer „richtig gut“ zeichnen kann, der kann auch Porträts zeichnen, oder?

Kaum etwas ist dem „richtig gut“ Zeichnen abträglicher, als der Wunsch „richtig gut“ zu zeichnen. Wer sich mit dem Ziel, „richtig gut“ zeichnen zu wollen an das Zeichnen macht und von Anfang an plant, ein richtig gutes Porträt zu zeichnen, hat für das Porträt zeichnen und auch allgemein für das Zeichnen, ganz schlechte Karten.

Vor lauter Panik einen Strich ungenau zu setzen, denn das geht ja angeblich sofort auf Kosten der Ähnlichkeit, kann man sich kaum darauf konzentrieren, sich diesen Menschen, dessen Porträt man zeichnen möchte, auch tatsächlich ganz aufmerksam anzuschauen.

Porträt zeichnen könnte so viel Freude machen, aber an was soll man nicht alles denken: nicht nur „genauso aussehen wie…“ soll es, nein, auch der Charakter und am besten noch das ganze innere Wesen der zu porträtierenden Person soll bitte auch noch erkennbar werden.

Mir ist das ja immer alles ein bisschen viel auf einmal.

Die „richtig guten“ Zeichnungen entstehen nämlich erst dann, wenn man beim Zeichnen nicht an die Zeichnung denkt und was und wie darauf zu sehen sein wird, sondern nur an das Zeichnen selbst. Das Wichtigste beim Zeichnen ist immer das Zeichnen und nicht die Zeichnung!!!! (diesen Satz aufschreiben und an den Spiegel hängen oder an die Staffelei oder neben das Klo.)

Noch mal: Beim Zeichnen geht es ums Zeichnen. Wenn wir zeichnen, lassen wir das Zeichnen entstehen. Die Zeichnung ist nur das Nebenprodukt des Zeichnens. (ebenfalls aufschreiben und neben den anderen Satz kleben.)

Wenn man nicht sehr oft zeichnet, also jedes einzelne Zeichnen eine Ausnahme-Angelegenheit ist, fällt es einem natürlich nicht leicht, diese innere Haltung, „zeichnen selbst ist wichtig, nicht die Zeichnung“, einzunehmen. Ganz schnell kommt da nämlich die Wenn schon/Denn schon-Regel zum Einsatz, die lautet: „Wenn ich mich schon mal hinsetze und zeichne, dann muss hinten auch die bestmögliche Zeichnung dabei herauskommen.“

Ein Teufelskreis entsteht: Ich zeichne nicht oft, es ist etwas Besonderes, also soll auch eine besondere Zeichnung entstehen. Weil ich nicht oft zeichne, entsteht keine besondere Zeichnung, deshalb bin ich enttäuscht, deshalb zeichne ich nicht oft….und von hier aus zurück an den Anfang.

Eine Maßnahme, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen oder erst gar nicht hineinzugeraten ist, wer hätte das gedacht, das sehr oft Zeichnen. Wer oft zeichnet, gewöhnt sich an das Zeichnen, er macht das Zeichnen zu einer Gewohnheit, zeichnen ist alltäglich. Man kann es sich erlauben, das Produkt Zeichnung zu vernachlässigen. Der Komponist Camille Saint-Saens sagte über seine Art zu arbeiten: „Ich produziere Musik wie ein Apfelbaum Äpfel produziert.“ So kann es ein Zeichner, der oft zeichnet, auch sehen. Die einzelnen Zeichnungen sind keine Sensation mehr, sie entstehen einfach eine nach der anderen.

Wenn man sich ganz auf das Zeichnen selbst konzentriert, dann wird Zeichnen ganz wundervoll, und zwar ganz wörtlich genommen: voll der Wunder. Jetzt endlich kann etwas Neues entstehen, man löst sich vom Wunsch etwas perfekt abbilden zu wollen und gelangt zum Neuerschaffen.

So auch beim Porträt zeichnen.  Ein Porträt, das die Anforderungen erfüllt, welche das Lexikon fordert, Ähnlichkeit, Herausarbeitung der Persönlichkeit, Wesenstiefe, kann nicht unter dem Druck entstehen, genau dies alles zum Ausdruck bringen zu wollen. Ein Porträt muss man geschehen lassen. Der Zeichner stellt nur seine Mittel zu Verfügung. Diese sind seine Art zu zeichnen und seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit und nicht mehr. Er stellt sich dem Porträt nicht in den Weg, in dem er dessen Entstehung und Perfektion erzwingen will.

Beim Zeichnen nicht an die Zeichnung zu denken, scheint auf den ersten Blick unmöglich. Egal ob es sich um die allererste Zeichnung im Leben eines Zeichners handelt oder um die erste Zeichnung des Tages einer erfahreneren Zeichnerin, ihre Entstehung wird während des Zeichnens vom jeweiligen Zeichner aufmerksam und bewußt verfolgt. Sich beim Zeichnen nicht ständig selbst auf die Finger zu schauen, nicht zu versuchen das „Produkt Zeichnung“  zum Gelingen hin bewußt zu beeinflussen, bedarf immer wieder der tatsächlich erlebten Erfahrung, dass man den eigenen Zeichnungen erlauben kann, ganz sie selbst zu werden.

Die folgende Übung kann der Beginn sein, solche Erfahrungen und solche Zeichnungen zu sammeln.

Suche Dir 30 bis 50 Fotos von Gesichtern zusammen, schwarzweiß oder farbig ist egal. Es sollten nicht weniger sein, eher mehr. Extra für diesen Zweck hebe ich mir Verlagsprospekte und Veranstaltungsprogramme auf. In solchen Publikationen sind immer viele Menschen abgebildet. Aber wenn man ein paar Ausgaben der Tageszeitung durchpflügt, bekommt man auch schnell die entsprechende Anzahl der Fotos zusammen.

Zeichne nun ein Gesicht nach dem anderen. Die Vorgaben sind:

– Zeichne mehrere Gesichter auf ein Blatt, am besten bis das Blatt voll ist, die Anordnung ist unwichtig.

– Zeichne zügig und schnell. Leider habe ich vergessen auf die Uhr zu schauen, aber ich schätze für die unten gezeigten Beispielblätter mit 33 Gesichtern habe ich weniger als eine Stunde gebraucht.

– Zeichne UN-perfekt. Das heißt, und das ist jetzt der wichtigste Hinweis zu dieser Zeichenübung: Betrachte ein Gesicht sehr genau, aber antworte mit dem Stift auf dem Papier, als wäre dir die Zeichnung, die entsteht, völlig gleichgültig.

Zeichne so nachlässig wie du nur kannst, aber schaue so aufmerksam wie du nur kannst.

Noch mal:

Zeichne so nachlässig wie du nur kannst, aber schaue so aufmerksam wie du nur kannst.

Und so machst Du eine perfekte unähnliche Porträtzeichnung nach der anderen. Das macht so einen Spaß. Wenn du erst einmal angefangen hast, könnte es sein, dass du nicht mehr so schnell wieder aufhören willst.

Sinn der Übung:

Vielleicht sollte ich es vorab nicht verraten, weil ich dir ein wenig die Überraschung verderbe, aber ich schaffe es nicht, es für mich zu behalten. Du wirst nämlich folgendes feststellen: du kannst es nicht verhindern, dass diese Porträts, die du da zeichnest, mit den Porträtierten große Ähnlichkeit habe werden. Je mehr du dich dem aufmerksamen Betrachten widmest und je gleichgültiger dir das Zeichen-Ergebnis ist, um so ausgeprägter wird diese Ähnlichkeit ausfallen.___________________________________________________________________

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Herzlichen Dank! 🙂

 

doodle-di-dum doodle-di-da

Richtig gute Zeichenübung Nr. 3

madamewalroc39f

Das Wort „doodle“ klingt wie etwas, das man nicht ernst nehmen muss und das Spaß macht. Auf jeden Fall klingt es wie etwas, das man definitiv öfter tun sollte, und zwar nicht nur beim Telefonieren oder um bei einer langweiligen Vorlesung nicht einzuschlafen, sondern ganz bewußt um zu zeichnen.

Nimm irgendein Stück Papier und einen Stift, der in greifbarer Nähe liegt. Man kann auf Büttenpapier oder auf Schreibpapier doodle-n, mit Füller, Filzer oder Bleistift. Ich doodle gerne mit meinem Kugelschreiber auf dem sehr glatten Papier meines Schreibblocks.

Fülle das ganze Blatt von oben nach unten, von unten nach oben, in alle Richtungen, mit schwungvollen Linien und Kreisen. Stell Dir vor, du fährst Schlittschuh auf dem Papier und du hast die gesamte Eisfläche ganz für dich alleine. Es ist niemand da, der dich anrempelt. Du hast freie Fahrt. Du genießt die ruhige Bewegung deiner Hand und den Anblick der dabei entstehenden Formen.

Früher oder später wirst du anfangen, in diesen Linien Formen oder Gegenstände zu erkennen. Laß dir Zeit. Sobald sich eine Form für dich deutlich genug abzeichnet (!), folge ihr mit dem Stift. Lasse dich leiten von dem Bild, das du beginnst zu erkennen. Wie will dieses Bild gezeichnet werden? Ziehe weiter deine Linien und Kreise und lass dich führen. Was ist es, was auf deinem Blatt entstehen will? Hilf ihm. Bring es an die Oberfläche.

Hier noch ein weiteres Entstehungs-Beispiel:

Der Sinn der Übung?

– Du lernst, der Bewegung deiner Hand und deinen Linien zu vertrauen.

– Du lässt sichtbar werden, was dich gerade berührt oder amüsiert oder interessiert.

– Du erfindest mühelos, ohne auf das berühmt berüchtigte weiße Blatt starren zu müssen.

– Du hörst auf, dich selbst zu beobachten und zu kontrollieren, ob du richtig oder gut zeichnest. Du zeichnest ganz entspannt. Du gibst die Kontrolle auf und LÄSST zeichnen.

Dumbo

Madame Wall Ross

Madame Schier-Raff

Madame Präschtig

Unsichtbares sichtbar machen

Richtig gute Zeichen-Übung Nr. 2

Was unsichtbare Zeichnungen sind? Unsichtbare Zeichnungen sind die Zeichnungen, die erst dann sichtbar werden, wenn ein Mensch sie mit seinem Blick und seiner Fantasie sichtbar werden läßt.

Diese unsichtbaren Zeichnungen sind überall. Wirklich: Überall.

Dort ist eine, da an der Wand auf der Tapete, da sehe ich die Zeichnung einer gebeugten Gestalt…und dort unter dem Stuhl auf dem Fußboden kann ich einen fliegenden Vogel erkennen…und schau nur, schau genau hin, zwischen den Vorhangfalten – nein, nicht da unten, ein Stück weiter oben – da liegt ein schlafender Bär. Siehst Du ihn?

Eine gute Einstiegshilfe ist, um dich in diese Art des Sehens reinzufinden, dir zuerst einen Fleck zu suchen, den du dir als Auge vorstellen kannst. Sobald du erst einmal ein Auge ausgemacht hast, ergibt sich das Gesicht, die Gestalt oder das Tier, zu dem das Auge gehört, ganz von selbst. Das ist wie Zauberei.

Das ist es natürlich nicht. Das menschliche Gehirn ist seit Urzeiten darauf programmiert, so schnell wie möglich eine uneindeutige Erscheinung in etwas eindeutig Erkennbares zu verwandeln. Es ist besser, einen langen Ast einmal zuviel mit einer giftigen Schlange zu verwechseln als ein mal zu wenig. Auch die Gesichter-Erkennung muss flott gehen, um rechtzeitig Freund und Feind auseinanderzuhalten.

In unseren heutigen Höhlen bzw. Wohnzimmern ist das Leben zwar nicht mehr ganz so gefährlich, aber den grimmigen Tiger, der sich in der Rauhfasertapete versteckt, können wir noch immer sehr gut erkennen.

Nimm dir Stift und Papier, welcher Art auch immer, schau dich in aller Ruhe um und lasse die unsichtbaren Gesichter, Tiere, Formen und Gestalten, sichtbar werden. Zum Eingewöhnen halte Ausschau nach „Augen“. Lass dir und den Bildern Zeit. Zeichne was Du siehst, erfinde dazu, ergänze Formen, mache hier einen dicken Strich, dort einen dünneren. Punkte, Striche, Flecken….lass alles enstehen, was auf´s Papier will und zensiere nicht. Experimentiere mit verschiedenen Stiften.

Der Sinn der Übung?

Du schaust in den Spiegel deiner Fantasie

Alles was du siehst, ist deine Erfindung. Mache dir klar, welch großen Reichtum innerer Bilder du in dir hast.

Es wird dir bewußt, wie gut du zeichnen kannst

Du könntest keine dieser unsichtbaren Zeichnungen sehen, wenn du nicht ganz genau wüßtest, wie die Linien und Schatten angeordnet sein müssen, um sie sichtbar werden zu lassen.

Deine Seele freut sich

Endlich ist dein dauernd nörgelnder Verstand mal ruhig gestellt, und du kannst ungestört und spielend Bilder erfinden und zeichnen.

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In einem alten Hotel in Wien wollte ich gar nicht mehr aus dem Bad rauskommen. Es war voll mit (Marmor-)Bildern.

Und das sind einige meiner Entdeckungen:

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