Bunte Füße

Diese Zeichnung ist ebenfalls mit dem leicht zu unterschätzenden Magicstift entstanden._______________________________________________________

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Es ist doch Frühling, oder?

 

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Was soll ich bloß zeichnen?

Wer sich dabei ertappt, diese Frage zu stellen: ganz schnell den Rückwärtsgang einlegen.

Eine gute Methode, um das Zeichnen noch ein bisschen vor sich herzuschieben, ist, sich zuerst mit der Frage zu beschäftigen, WAS man eigentlich zeichnen will.

Diese Frage ist eine von diesen kleinen Tricks, um Zeit zu gewinnen.

Wer glaubt, zuerst ein Motiv suchen zu müssen, ist auf dem besten Weg, sich von dem Entschluss mit dem Zeichnen zu beginnen, wieder wegzubewegen.
Vor lauter Suchen kann man nämlich das Finden leicht vergessen.

Wenn du dein nächstes Motiv finden willst, musst du nicht suchen oder wählen, du musst dich nur ENTSCHEIDEN.

Du musst dich für das JETZT und für DIESEN MOMENT entscheiden und dein Motiv oder deine Idee präsentiert sich dir von selbst.

Es ist immer etwas DA. Immer. Schau dich um und entscheide dich für das, was dir nahe ist, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.
Ob es der Blick aus dem Fenster ist, die Katze auf dem Sofa oder ein lieber Mensch, der neben einem schläft, alles ist gleich gut.

Ideen hat man viele, nur werden auch viel zu viele gleich wieder verworfen. Zu blöd, zu albern, zu sonst was. Die meisten Ideen werden abgeschossen, sobald sie am Horizont auftauchen. Oft erscheinen einem die eigenen Ideen so nahe und so “naheliegend“, dass man sie als “nichts besonderes“ und uninteressant sofort verwirft.

Aber das beste Motiv oder die beste Idee ist tatsächlich immer das nächstbeste Naheliegende.
Das “nächstbeste“ bringt dich in Bewegung, bringt dich ins Zeichnen. Von da an geht es zur nächsten Idee, zum nächsten Motiv, zur nächsten Zeichnung.

Suche nicht, FINDE!

Was?

Das!

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10 Tricks wie deine Zeichnungen beeindruckender werden

1. Zeichne großzügig.
Sei großzügig mit dir selbst, indem du es dir ersparst, dich mit irgendwelchen Regeln einzuschränken und sei großzügig mit deinen Strichen. Lass sie laufen, lass sie rennen, rufe sie nicht zurück. Lass sie sein wie sie sind und versuche nicht, sie ungeschehen zu machen.

2. Verändere den Druck deiner Hand während des Zeichnens immer wieder.
Deine Hand will zum Ausdruck (!) bringen, was du siehst und fühlst, manchmal will sie fest drücken, manchmal ganz zart und das alles, während sie eine einzige Linie zieht. Gib deiner Hand die Freiheit, sich ausdrücken zu dürfen. Lass ihr den Spaß.

3. Zeichne nur einen Teil des Motivs sehr genau.
Den anderen Teil deutest du mit ein paar Strichen nur an. Der Kontrast von „ausgearbeitet“ und „unfertig“ wirkt geheimnisvoll und weckt Interesse. Der Betrachter wird gefordert, die Zeichnung durch seinen eigenen Blick zu ergänzen und zu vollenden.

4. Zeichne endlich Gesichter.
Der Mensch will den anderen Menschen sehen, und zwar nicht den unfehlbaren Menschen auf einer fehlerlosen Zeichnung und das Werk des unfehlbaren Zeichners, sondern den Mitmenschen mit seiner nur allzu menschlichen Fehlerhaftigkeit.
Um das Menschliche an einem Menschen zum Ausdruck zu bringen, braucht es keine perfekte und exakte Zeichnung, sondern einen mitfühlenden Blick und eine liebevolle Hand.

5. Zeichne alles krumm und schief.
In Wirklichkeit ist alles um uns herum krumm und schief. Wir alle sind krumm und schief, und zwar auf wunderbare Weise. Mach dieses Wunderbare auf deinen Zeichnungen sichtbar.

6. Platziere deine Motive nicht in die Blattmitte.
Setze es an den Rand und beobachte, wie das Motiv plötzlich an Bedeutung gewinnt. Durch seine Gegenwart verdichtet sich die übrige Leere auf dem Papier zu einem fühlbaren Raum, in den der Betrachter mit seinen Augen hineingehen kann.

7. Schneide dein Motiv an.
Nein, nicht wie einen Kuchen, aber so ähnlich. Wenn du nur einen Teil deines Motivs sichtbar werden lässt und ein anderer Teil bleibt über den Rand des Papiers hinausweisend unsichtbar, macht das neugierig. Das lässt eine große Nähe entstehen, der man sich kaum entziehen kann.

8. Zeichne schneller, als du denken kannst.
Deine Gedanken sind es gewohnt, dich wortreich in deine Schranken zu verweisen, damit du ja nichts tust, was deinem Verstand unbekannt ist. Hör nicht auf deine Gedanken. Laufe ihnen zeichnend davon. Verlasse dich ausschließlich auf deinen Blick, dem deine Hand blind vertraut. Diese beiden verstehen sich wortlos.

9. Schau beim Zeichnen nicht aufs Papier.
Sei von deinem Motiv so hingerissen, dass du deinen Blick nicht von ihm lösen willst. Und das musst du auch nicht. Du wirst staunen, wie dein bloßes Staunen völlig ausreicht, um Erstaunliches entstehen zu lassen.

10. Vergiss diesen Blödsinn, beeindrucken zu wollen. Wer sich darum bemüht, beeindrucken zu wollen, der beeindruckt am Ende mit nicht mehr, als mit seiner aufgewendeten Mühe.
Bleib du einfach nur beeindruckt von deiner Welt, bring dies zum Ausdruck und bleibe unbeeindruckt von deinen Zeichnungen.
Allerdings wirst du es dann nicht verhindern können, dass andere deine Zeichnungen beeindruckend finden.

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Deine Zeichnung ist gut so wie sie ist

Ich mag verschmierte Zeichnungen.
Ich mag es, wenn ich beim Zeichnen mit einem weichen Bleistift, mehr oder weniger unbeabsichtigt, mit der Handkante die Linien verwische und sich auf dem weißen Papier um das Gezeichnete herum, graue Wolken aus Graphit ausbreiten.

Mir scheint, als würde dadurch das Papier auf geheimnisvolle Art zum Leben erweckt.

Wenn ich es in Kauf nehme, dass sich meine Zeichnungen auf diese Weise, quasi unter der Hand, verändern, gebe ich die Illusion auf, ich, als Zeichnerin, hätte die ultimative Kontrolle.

Während des Zeichnens geschieht immer viel Unvorhergesehenes.
Je nachdem mit welchem Material man arbeitet, ist die Stärke der Linien nicht immer zu kontrollieren oder die Bleistiftspitze bricht ab oder man rutscht mit der Hand nur ein wenig aus und im nächsten Moment hat alles eine völlig neue Richtung genommen.

Wenn so etwas passiert, kann ich mich entweder ärgern und die Zeichnung als misslungen zur Seite legen oder aber – und das ist immer die weitaus vielversprechendere Lösung – ich zeichne einfach weiter und beobachte, was auf dem Papier geschieht.

In der Akademie bewunderte ich einmal die Zeichnung einer Mitstudentin. Es war eine, an vielen Stellen verwischte Bleistiftzeichnung.
Ganz angetan von diesem spannenden und lebendigen Ausdruck sagte ich: „Hach, deine Zeichnung hat so eine schöne schmuddelige Qualität.“
Die Zeichnerin schrie mich an: „Meine Zeichnung ist nicht schmuddelig.“ Sie schüttelte entsetzt den Kopf.
„Ja, aber schau doch“, versuchte ich es noch mal, „wie diese grauen Wolken dem ganzen Blatt Präsenz und Volumen verleihen.“
Sie wollte davon nichts hören und sie sprach danach nicht mehr mit mir. Dabei hatte ich ihr noch nicht einmal gesagt, wie sehr ich es mochte, dass das Blatt an den Ecken zerknittert und an den Rändern eingerissen war.

Aus diesem kurzen und unerquicklichen Gespräch habe ich zwei Dinge gelernt.
Erstens, der Ausdruck „schön schmuddelig“ wird nicht von jedem als wertschätzend verstanden, und zweitens, nicht jeder kann akzeptieren, wie seine Zeichnung tatsächlich aussieht.

Denn ob sie die verwischten Bleistiftspuren mochte oder nicht, sie waren auf dem Papier und sie waren Teil der Zeichnung. Und ob sie den lädierten Zustand des Blattes mochte oder nicht, er gehörte zu dieser Zeichnung und beides hatte einen nicht unerheblichen Anteil an der herausragenden Qualität dieser Arbeit.

Die Zeichnerin jener Zeichnung war während der Besprechung in der Akademie nur mit den konkreten Abbildungen beschäftigt gewesen. Ich weiß nicht mehr, ob es Zitronen waren oder Äpfel und Birnen. Dieses und jenes, so glaubte sie, war nicht gelungen und sie suchte nach Fehlern, die sie bei der nächsten Zeichnung vermeiden wollte.
Sie wollte wissen, wie sie die nächste Zeichnung besser kontrollieren könnte, um sie ihrer Vorstellung entsprechend zu gestalten.

Dass diese, ihre Zeichnung, unabhängig von ihren Mäkeleien daran, als eigenständige Zeichnung schon längst existierte, bemerkte sie nicht.

Viele, mit ihren Arbeiten unzufriedene Zeichner geben als Grund für ihre Unzufriedenheit an, sie hätten sich die Zeichnung SO nicht vorgestellt. Sie sei ganz anders geworden, als von ihnen erwartet und deshalb würde sie ihnen nicht gefallen.

Es ist klar, wir können nicht anders, als uns mit einer gewissen Erwartungshaltung und mit einer Vorstellung, wie konkret auch immer, ans Werk zu machen.
Wir haben die Kontrolle darüber mit welchem Sujet wir uns befassen und welches Material wir wählen. Daraus ergeben sich aber so viele Möglichkeiten, die wir mit einer zu eng gefassten Vorstellung von dem, was entstehen soll, sehr einschränken.
Während des Arbeitens entstehen neue Bedingungen und wir gelangen zu neuen, unerwarteten Erkenntnissen, auf die wir reagieren.
Wenn ich darauf beharre, eine Arbeit erst anzuerkennen, wenn sie so geworden ist, wie ich sie mir vorgestellt hatte, komme ich nicht von der Stelle, weil ich so meine Arbeit nie über meine eigenen Begrenzungen hinwegkommen lasse.

Wenn ich das Unerwartete zulasse, ja, es sogar einlade, ergeben sich Möglichkeiten, die ich mir nicht hätte vorstellen können, weil sie außerhalb der Reichweite meines Vorstellungsvermögens lagen.

Der Schriftsteller Peter Bichsel sagte einmal, er wisse, ein Text sei nicht gelungen, wenn er am Ende genau so geworden sei, wie er dachte, dass er ihn schreiben würde, als er damit begonnen hatte. Solche Texte werfe er weg. Er veröffentliche nur Texte, die ganz anders geworden seien, als von ihm erwartet.

Mir gefällt diese Einstellung zum eigenen Werk, eine Arbeit erst dann als geglückt zu betrachten, wenn man mehr darin erkennt, als man anfangs glaubte, hineingeben zu können.

Wir, als in jeder Hinsicht in unserem Wissen und Fähigkeiten beschränkte Menschen, glauben, dies nur mit Planen und kontrolliertem Handeln ausgleichen zu können. In der Kunst entsteht das Außergewöhnliche aber erst dann, wenn wir mit unseren sogenannten genauen Vorstellungen, uns selbst und der Kunst so wenig wie möglich im Weg stehen.

Jene verwischte und zerknitterte Zeichnung war tatsächlich etwas Besonderes gewesen. Ihre besondere Qualität wurde von der Zeichnerin aber nicht geschätzt, weil sie es nicht geplant hatte, die Zeichnung zu verwischen und zu zerknittern.
Sie konnte nicht wertschätzen, was durch sie entstanden war, weil es nicht in ihr vorgefasstes Bild, das sie von sich selbst und dem, was sie beabsichtigte zu gestalten, hinein passte.

In dem Moment, in dem ich loslasse, mich vom Prozess des Zeichnens leiten lasse, anstatt von meinen Vorurteilen im Kopf, öffnet sich die Tür zu einem Raum, wie zu einem verwunschenen Garten.
Hier nimmt das, was mir unvorstellbar ist, Gestalt an und wird für mich sichtbar, aber nur, wenn ich mir erlaube, es auch tatsächlich zu sehen.

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Um zeichnen zu können, muss man nicht das Zeichnen lernen

Um zeichnen zu können, muss man nicht das Zeichnen lernen, sondern man muss lernen, ein Mensch zu sein, der zeichnet.

Das übersehen viele: wenn man in seinem Leben etwas Neues erleben will, wie z.B. das Erlebnis des Zeichnens, muss man sein Leben verändern, man muss ein anderer Mensch werden.

Wirklich? Muss das sein – gleich das ganze Leben verändern?
Ist das nicht ein bisschen übertrieben?

Selbstverständlich kann man zeichnen, OHNE sein Leben zu verändern. Dann zeichnet man eben so, wie viele von uns ohnehin schon leben: man setzt sich unter Druck, um die Erwartungen anderer zu erfüllen.
Glücklich wird man dabei nicht, aber man weiß, wo man hingehört und das ist doch auch schon mal was.
Man lernt das Zeichnen, wie viele es behaupten, dass es richtig sei und ist ständig darauf bedacht, keine Fehler zu machen. Wenn man doch welche macht, fühlt man sich schlecht und strengt sich beim nächsten Mal noch mehr an, damit einen endlich doch noch alle ganz toll finden.

Ja, in der Tat, du kannst zeichnen, ohne je ein wahrer Zeichner, eine wahre Zeichnerin zu werden, nämlich indem du nur so tust, als ob du zeichnest.

Das machen viele.
Sie zeichnen z.B. nach Fotos irgendwelche Gesichter ab, weil sie wissen, dass viele Leute solche abgezeichneten Fotos total beeindruckend finden. Sie zeichnen irgendwelche Blumen, weil Blumen doch jeder irgendwie ganz schön findet und sie zeichnen Landschaften, so wie man sie von Postkarten kennt, denn sie wollen ja, dass möglichst viele Leute auf ihren Zeichnungen etwas sehen, was diese früher schon mal gesehen haben, es also wiedererkennen, und deshalb daraus schließen, dann müsse es wohl auch irgendwie gut sein.
Selbstverständlich kann man auch zeichnend sein Leben unverändert fortsetzen.

Aber eigentlich weißt du es doch besser. Ist dir das Zeichnen nicht viel zu schade, bedeutet es dir nicht viel zu viel, als dass du es, genauso, wie vieles andere, dazu benutzen willst, dir damit auch noch das Leben schwer zu machen?

Es ist tut mir so weh, immer wieder mitzuerleben, wie Zeichner sich von (gut gemeinten!?) Aussagen ihrer Mitmenschen verunsichern lassen.
„Das sieht ja aus wie ein Foto. Du bist ein wahrer Künstler“, lese ich in einem Kommentar auf Facebook zu einer Portraitzeichnung einer berühmten Persönlichkeit. Oder ein Zeichner kommentiert sein eigenes Bild und schreibt dazu: „Ich habe 36 Stunden daran gearbeitet. Ich hoffe, es gefällt.“

Eine meiner Strichzeichnungen wurde von einer jungen Zeichnerin scharf kritisiert. Ihr fehle da der erkennbare Aufwand, schrieb sie. Diese wenigen Striche habe man ja in zwei Minuten erledigt. (Wenn du wüsstest, dass ich dafür nur 30 Sekunden gebraucht habe, dachte ich mir.) Sie habe es ausprobiert, das sei ganz einfach. Wenn sie zeichne, erklärte sie weiter, würde sie schon für ein ganz kleines Format mindestens zwei Stunden benötigen.

Es könnte mir ja völlig gleichgültig sein, was andere Leute online posten. Mir ist aber ganz und gar nicht gleichgültig, dass viele Zeichner und Zeichnerinnen es für die Wahrheit halten, und glauben, sie müssten, um anerkennenswerte Zeichnungen zu schaffen, so beschränkt nach- und ab-zeichnen, wie es in vielen Zeichenbüchern oder eben in vielen Kunst-Communities verbreitet wird.

Zeichnen müsse man erst in einer Abfolge von Lektionen lernen, damit man es dann irgendwann einmal so richtig kann.
Lektion 1: Vorzugsweise einen Apfel mit den richtigen Schraffuren und Tonwerten schön plastisch darstellen.
Lektion 2: Einen Tonkrug, ein kariertes Tuch und (schon wieder) einen Apfel hübsch anordnen, weil so zeichnet „man“ ein Stillleben usw.

Wer solche Lektionen durchhält und alle brav abarbeitet, kann dann so zeichnen, „wie es im Buche steht“. Vor lauter Anstrengung, darauf zu achten, nicht vom vermeintlich richtigen Weg abzuweichen, merkt der arme Zeichner nicht, wie er wirklich zeichnen könnte, wenn er es sich erlauben würde, so zu zeichnen, wie NUR ER ES KANN.
Aber das, so fürchtet er, will keiner sehen.
Also wieder zurück zum Anfang, schön brav Äpfel schraffieren, immer mit der ängstlichen Hoffnung, die Zeichnung werde wenigstens für die offensichtlich aufgewendete Mühe Beachtung finden.

Wie es anders geht, so richtig mit Lebensveränderung, mit allem Drum und Dran und ganz viel Spaß?

1. Zeige niemals – hörst du: niemals!!!! – eine Zeichnung jemandem, im Internat oder privat, wenn du dir davon eine freundliche Reaktion erwartest. Solche ungeschickten Sprüche, wie „Oh, wie fein, mach´nur weiter so“ oder „das ist aber schon sehr gut geworden“ hast du nicht nötig. Abgesehen davon, dass du dich irgendwie in die erste Klasse zurückversetzt fühlst (spürst du das Tätscheln am Kopf), dauert es ewig bis du diesen faden Geschmack, die solche Reaktionen hinterlassen, wieder los wirst.

2. Wenn du Nr. 1 konsequent durchhältst, ergibt sich daraus automatisch, dass du deine eigenen Zeichnungen und auch dich selbst, mit mehr Respekt behandelst. Ist es nicht ein gutes Gefühl, wenn man sich nicht mehr anbiedern und so billig verkaufen muss?

3. Zeichne WAS und WIE du willst und WANN du willst, WOMIT du willst und WORAUF du willst. Das hört sich selbstverständlich an, schließlich bist du ein autonomer Mensch. Und womöglich machst du es ja auch tatsächlich schon längst oder, womöglich, denkst du nur, dass du es machst. Gehe mal ein bisschen in dich. Das, was du bisher gezeichnet hast, hat das wirklich nur und ausschließlich mit dir zu tun, mit deinen Vorstellungen und deiner Sicht der Dinge oder schielst du nicht doch ein bisschen zu viel darauf, das zu machen, was dir gerade angesagt erscheint?

4. Wenn du darauf achtest, dass dein Zeichnen etwas ist, das niemanden etwas angeht, niemand zu kommentieren hat, und du keine wertvolle Zeit und Energie damit verschwendest, jemand anderer werden zu wollen, nur um zu gefallen, wirst du auch keine Zeit und Lust mehr haben, „DAS“ Zeichnen zu erlernen, weil du viel zu beschäftigt sein wirst, DEIN Zeichnen zu entdecken.
Das ist so ein Abenteuer, dass in deinem bisherigen Leben keinen Stein mehr auf dem anderen bleibt.

Jetzt bist du nicht mehr abhängig von lauwarmen Lob, das man dir großzügig hinwirft. Jetzt ist es an dir, großzügig zu sein.
Indem du anderen Menschen selbstbewusst deine Arbeiten zugänglich machst, entbindest du sie nicht nur von der Pflicht wiederum deine Erwartungshaltung zu erfüllen und dir freundliche, aber leere Komplimente zu machen, sondern du schenkst ihnen etwas Wertvolles:
Deine Sicht auf die Dinge, deine Lebenserfahrung, deine unverstellten Ansichten und Erkenntnisse.

Das macht uns die Kunst so wertvoll: Mit den Augen und dem Herzen eines anderen Menschen sehen zu können, an dessen Leben teilhaben zu dürfen. Das ist eine wundervolle Bereicherung für jeden.
Klar, nicht jeder mag dieses Geschenk haben, entweder weil jemand prinzipiell solche Geschenke nicht zu schätzen versteht, oder weil jemand speziell dein Geschenk ablehnt. Das ist aber nicht dein Problem und hat nichts mit dir und dem Wert deiner Kunst zu tun.

Denjenigen aber, die diese besonderen Geschenke, die Menschen einander machen können, gerne annehmen, ist man es schuldig, in seiner künstlerischen Ausdrucksweise kompromisslos zu sein und ihnen ALLES von sich zu geben, ohne sich zu verstellen oder irgendetwas zurückzuhalten.

Im Gegensatz zu einem Menschen, der nicht mehr, als nur das Zeichnen gelernt hat und nur gelernt hat, seine eigenen Zeichnungen zu sehen, wirst du gelernt haben, ein Mensch zu sein, der zeichnet und der zeichnend die Welt sieht.
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Warum deine Zeichnungen niemanden etwas angehen

Während ich bei einem Konzert zeichnete, fing eine Frau, die ebenfalls im Publikum saß, meinen Blick auf. Sie sah mich fragend an und machte mit der Hand eine zeichnende Bewegung.
Die Musik war sehr laut. Obwohl wir keine zwei Meter voneinander getrennt saßen, wäre ein Gespräch nicht möglich gewesen. Ich nickte ihr zu, weil ich ihre Gestik so verstand, als habe sie mich gefragt „zeichnest du?“.
Das war ja eigentlich nicht zu übersehen, aber okay, manche Menschen sind auch unter widrigen Umständen kommunikationsfreudig.
Für sie war unser „Gespräch“ damit aber noch nicht beendet. Sie sagte etwas in meine Richtung, was ich nicht verstand. Ich neigte mich zu ihr hinüber und sie rief: „Zeig mal her.“Jetzt noch, während ich das schreibe, fange ich an zu schnauben. Wie bitte? Ich hatte mich wohl verhört? Aber nein, ich hatte schon richtig verstanden. Diese fremde Frau besaß die Dreistigkeit, mich aufzufordern, ihr gerade mal eben meinen Block zur Begutachtung rüber zu reichen. Ich schrie ein entsetztes Nein in ihre Richtung. Ich war kurz davor ihr einen Vogel zu zeigen.An dieser Stelle muss allerdings gesagt sein, dass das Verhalten dieser Frau die absolute Ausnahme ist. Meistens wird mein Zeichnen von den anderen Konzertbesuchern taktvoll übersehen.
Und doch ist die Annahme, einen in der Öffentlichkeit zeichnenden Menschen jederzeit ansprechen zu dürfen, weit verbreitet.
Wäre sie auch so frech gewesen, wenn ich in ein Notizbuch geschrieben hätte?

Zur Begutachtung von Zeichnungen fühlen sich nämlich viele nicht nur berechtigt, sondern auch zuständig.
Einmal trat ein Mann von hinten an mich heran – ich zeichnete gerade irgendwo in der Innenstadt – und schaute mir über die Schulter. „Na, immer schön üben“, bellte er mir ins Ohr.

Leider trifft man immer mal wieder auf Menschen, die sich nicht benehmen können und keine Probleme mit Hemmschwellen jeglicher Art haben. Zeichnern gegenüber jedoch, scheinen für manche diese Schwellen besonders niedrig zu sein.

Erlebnisse wie diese kann man als Anekdoten abtun und früher oder später darüber schmunzeln. Aber leider müssen sich Kunstschaffende oft auch im Familien- und Freundeskreis (ungebetene) Kommentare anhören. Und dabei ist es egal, ob sie positiv oder negativ sind. Es gibt einfach viele Menschen, die es nicht für nötig halten, sich in irgendeinem Bereich der Kunst, Kenntnisse anzueignen, bevor sie sich für befähigt halten, fachlich fundierte Beurteilungen abzugeben.

Kunst zu bewerten ist leicht, denken viele, denn sie haben doch Augen im Kopf.
Ihre flüchtige Art zu sehen, zu kategorisieren und zu beurteilen, reicht ihnen im Leben und warum soll diese Fähigkeit nicht auch für die Kunst völlig ausreichend sein?

„Gefällt mir/gefällt mir nicht“ – damit ist doch fast alles gesagt.
Die üblichen Bewertungsmaßstäbe sind schnell aufgezählt:
Man erkennt, was abgebildet ist („Sieht ja so echt aus, wie auf einem Foto.“), man hat etwas Ähnliches schon mal gesehen („Sieht ja aus wie von Picasso und den mag ich auch nicht.“) oder es wird „darauf“ oder „darin“ nichts erkannt. („Wenn ich nichts erkenne, werden das andere ja wohl auch nicht können.“)

Sehr beliebt sind auch Aussagen wie, „das könnte ich auch“ oder „das kann ja mein Dreijähriger besser.“
Am besten, man lässt sich mit Menschen, die auf diese Weise ihren engen Horizont und ihre Ignoranz zur Schau stellen, auf keine Diskussionen ein.
Sie wollen Kunst verstehen, wie Sonderangebote im Supermarkt-Prospekt. Da ist eine Abbildung einer Zitrone, darunter steht das Wort „Zitrone“ und die Ziffern daneben bedeuten, wie viel eine Zitrone kostet.
Zu versuchen, ihnen zu erklären, dass Kunst nicht verstanden werden kann wie ein Bilderrätsel, sondern Menschen auf einer Ebene berührt, die man mit Worten kaum fassen kann, ist vergebliche Liebesmüh.

Wir dürfen unsere Arbeiten nicht jedem einfach so, und schon gar nicht auf Zuruf, herzeigen. Dabei geht es nicht darum, uns vor inkompetenter oder unsachlicher Kritik zu schützen, sondern  darum, dass sie niemanden etwas angehen. Basta.

Die eigenen Zeichnungen sind private Auf-Zeichnungen.
Selbstverständlich können wir sie zeigen, selbstverständlich können wir sie veröffentlichen.
Auch so manches, was in ein zunächst privates Notizbuch geschrieben wurde, endet in einem gedruckten Buch, das von anderen Menschen gelesen werden soll.
Allerdings, bevor wir mit unseren Arbeiten an die Öffentlichkeit gehen oder sie auch nur einer einzigen Person zeigen, müssen wir uns darüber im Klaren sein, WARUM wir es tun bzw. warum wir es nicht tun sollten.

Gerade weil Hinz und Kunz so freigiebig mit ihrer Art der Kunstkritik sind, und dabei noch davon ausgehen, dem Künstler einen wertvollen Dienst zu erweisen, dürfen wir uns nicht dazu verleiten lassen zu glauben, wir haben es nötig, uns von ihnen unsere Kunst billigen zu lassen.

Das Zeigen und Veröffentlichen unserer Kunst darf nie mit der Bitte, um eine Bewertung belastet sein.

Das heißt nicht, dass es uns völlig egal ist, was andere sagen und es heißt nicht, dass wir Kritik nicht mehr fürchten, aber wir müssen uns sicher sein, auch wenn sie kommt, wird sie es nicht schaffen, uns davon abzuhalten, weiterzumachen. Wir müssen uns sicher sein, einen Weg finden zu können, damit umzugehen.
Das ist so einfach wie schwierig.

Positive Resonanz ist natürlich immer willkommen, und wenn sie uns dazu inspiriert, auf unserem Weg weiterzugehen, um so besser.
Aber auch von Anerkennung darf man sich nicht verleiten lassen, den Ansprüchen anderer entsprechen zu wollen.
Wenn sie sagen, du malst so wundervolle rosa Bilder, du solltest nur noch rosa Bilder malen, dann sagst du „Danke, sehr nett, aber bezahlt ihr für Rosa?“
Wenn sie das tun, dann malst du ihnen noch schnell was Rosafarbenes und machst danach weiter mit Lila und Orange, wie geplant.

Wenn wir ausstellen, ist das keine Aufforderung an die Öffentlichkeit, uns den Wert der eigenen Kunst zu bestätigen. Auch wenn die Öffentlichkeit oft genug genau darin ihre Aufgabe zu sehen scheint.
Wir fragen niemanden um Erlaubnis, unsere Kunst selbst anerkennen zu dürfen.
Wir zeigen unsere Kunst, sei es einer einzelnen Person oder in einer Ausstellungshalle, erst dann – und nur dann – wenn wir davon überzeugt sind, der Welt etwas zu geben, ihr etwas hinzuzufügen, sie zu bereichern, und nicht, um es jemandem Recht zu machen, um Bestätigung oder Erlaubnis zu bitten oder irgendjemandem etwas zu beweisen.

 

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