Im Urlaub richtig gut zeichnen – 12 Tipps

lesen41. Mit sich selbst konkrete Vereinbarungen treffen

„Ich nehme mir mal Stift und Papier mit, vielleicht komme ich ja zum Zeichnen“, hat noch nie jemand gesagt, bevor er von einer Reise ein volles Skizzenbuch mit nach Hause gebracht hat.
Es gibt immer tausend gute Gründe, warum man dann doch nicht zum Zeichnen gekommen ist.
Das Zeichnen konkret einplanen, wenn man will, dass es „passiert“, ist genauso wichtig wie Fahrradtouren und Museumsbesuche im Voraus zu planen.
„Wann und wo kann ich wie lange zeichnen?“ Diese Fragen muss man sich beantwortet haben, wenn man die Gelegenheiten zum Zeichnen nicht verpassen will.

2. Mit den Mitreisenden konkrete Vereinbarungen treffen

Wenn jemand ungeduldig am Ausgang einer Kirche auf einen wartet, kann man einfach nicht in aller Ruhe die so wundervoll geschnitzte Heiligenfigur zeichnen.
Es ist nur fair seine Mitreisenden vorher darüber zu informieren, dass man an den Orten, die man gemeinsam besucht, zeichnen möchte und dafür zehn Minuten oder eine halbe Stunde oder zwei Stunden benötigt.
Eine konkrete Absprache könnte sich so anhören:
„Ich zeichne hier noch bis halb fünf. Geh´du doch schon mal den Wein fürs Abendessen holen.“
(Es geht doch nichts über eine klare Aufgabenverteilung.)

3. Keine unnötige Materialschlacht

Das Allernötigste ist immer genug. Ein Skizzenbuch und ein Stift können völlig ausreichen und sind ganz sicher ausreichend für den eher noch unerfahrenen Unterwegs-Zeichner.
Noch mehr mitzunehmen, wie Aquarellfarben, zehn Pinsel, fünf Federn und sieben Tintenfässchen, ist nur für denjenigen sinnvoll, der mit all diesen Materialien schon reichlich Erfahrungen gesammelt hat.
Neues, noch unerprobtes Material zum Ausprobieren auf Reisen mitzunehmen, weil man ja sonst keine Zeit dafür hat, ist eine nicht so gute Idee. Wenn man nicht sofort erfreuliche Ergebnisse damit erzielt, tappt man leicht in die Frustfalle und kommt so schnell nicht wieder raus.

4. Das nächstbeste Motiv ist immer das beste Motiv

Wenn man zu lange darüber nachdenkt, was man den jetzt mal schönes zeichnen könnte, gibt man den Zweifeln, die das ganze Unternehmen „unterwegs zeichnen“ soundso von Anfang an abblasen wollten, viel zu viel Zeit überzeugend klingende Argumente vorzubringen.
Und wenn es nur der eigene Schuh ist – mit irgendetwas anfangen und zwar sofort. Das bringt einen zügig und ohne grübelnde Aufschieberei ins Zeichnen.

5. Zeichnen und NUR zeichnen

Wenn man unterwegs zeichnet, zeichnet man….und betrachtet nicht alle fünf Minuten die inzwischen fertigen Arbeiten.
Es ist verführerisch zwischendurch nachzuschauen, was sich schon alles im Skizzenbuch angesammelt hat. Aber wer seine Zeichnungen anschaut, wechselt automatisch in den „Beurteiler“-Modus.
Entweder beurteilt man seine Zeichnungen schlecht, dann will man am liebsten gar nicht mehr weitermachen oder man ist von seinen Zeichnungen begeistert, dann traut man sich an die nächste nicht mehr heran, weil man fürchtet, es noch mal nicht so gut hinkriegen zu können.
Das Anschauen der Zeichnungen hebt man sich am besten für zuhause auf. Dann kann man völlig verblüfft feststellen, wie viel man erlebt hat und wie verdammt gut man zeichnen kann.

6. Ein schöner Rücken kann auch entzücken

Ob auf dem Flughafen oder in der U-Bahn, fremde Menschen zu zeichnen muss man sich erst mal trauen. Dazu gehört schon ein kleines bisschen Mut, zumindest am Anfang.
Es sei ja auch jedem zugestanden, es nicht so toll zu finden, sich von jemandem, der einem gegenüber sitzt und ein Stück Papier vollkritzelt, beobachtet zu fühlen.
Erst mal Menschen nur von hinten zu zeichnen, ist ein guter Anfang. So bekommt man nach und nach ein Gefühl dafür, was man sich als Zeichner traut und wie man es am besten anstellt, unauffällig zu zeichnen, ohne jemandem zu nahe zu treten.

7. Unter der Hand zeichnen

Ein sehr kleines Skizzenbuch, das gut unter eine Serviette passt oder das man, wie zufällig, mit der Hand abdecken kann, gibt einem die Möglichkeit bei Bedarf schnell die Rollen zu wechseln zwischen dem scharfen Beobachter und einem gleichgültig wirkenden Nur-so-in-der-Gegend-Herumschauer.

8. Ein klares Ziel vor Augen

Irgendwo anfangen und dann sehen, wo es weitergeht, geht auch.
Sich aber vor dem Anfangen (schnell!) klar werden, was aufs Blatt soll und was nicht, hilft einem, sich besser zu konzentrieren.
Für kurze Zeit erlaubt man sich, den unübersichtlichen Rest der Welt auszublenden und einfach nichts anderes zu sehen, als seinen selbst gewählten klar abgegrenzten Ausschnitt.

9. Die Augen immer geradeaus

Der seitliche, und damit unter Umständen unauffälligere Blick ist natürlich immer möglich, aber das Zeichnen ist dann schwieriger, weil man das von der Seite Gesehene nicht so ohne weiteres auf das direkt vor einem liegende Papier übertragen kann. Es kommt zu einer verzerrten Wahrnehmung.
Dieses muss einen überhaupt nicht stören. Zeichnen ist, wenn man es trotzdem macht.
Allerdings ist ein Motiv am einfachsten zu erfassen, wenn man sich diesem mehr oder weniger direkt in gerader Linie gegenüber befindet.
Alles, was man mit einem geradeaus gerichteten Blick erfasst, ohne den Kopf zu drehen, kann man auch gut auf ein Blatt Papier übertragen.

10. Zeichnen ist nicht Fotografieren

Der Zeichner kann mit dem Fotografierer nicht mithalten, weder in der Schnelligkeit der Entstehung der Bilder, noch mit der Anzahl. Damit muss der Zeichner sich abfinden. Auch die Motivwahl ist eine andere.
Während es dem Urlaubsfotografierer oft darum geht (oft, aber selbstverständlich nicht immer, bitte schön keine Verallgemeinerungen), Ansichten für Daheimgebliebene zu dokumentieren, geht es dem Zeichner immer nur darum, für sich selbst zu zeichnen.
Späteres Herumzeigen der Zeichnungen ist zwar nicht ausgeschlossen, darf aber niemals der Grund des Zeichnens sein.
An spätere Betrachter gedacht zu haben, ist ganz sicher einer der Hauptgründe, warum auf Reisen dann doch nicht gezeichnet wurde, obwohl man es sich so fest vorgenommen hatte.

11. Noch eine Vereinbarung mit den Mitreisenden

Nein, die Zeichnungen werden, solange man gemeinsam unterwegs ist, nicht gezeigt, auch wenn man noch so inständig darum gebeten wird, und auch, wenn die anderen (Nicht-Zeichner!) das überhaupt nicht verstehen können.
Wer es dennoch tut, ist selbst schuld, wenn ihm a.) das Zeichnen plötzlich keinen Spaß mehr macht, weil er ständig schon die späteren Anschauer und deren vermuteten Vorstellungen von gelungenen Zeichnungen berücksichtigt, und er b.) dann plötzlich findet, dass Zeichnen ja doch immer ein bisschen aufwändig ist und Fotos machen ist ja auch ganz schön.

12. Ansichtskarten kann man kaufen, man muss sie nicht zeichnen

„Ach, das ist ja alles so schön hier, das Panorama, die Berge, das Meer, der Hafen, der Dom.“
Ein reisender Zeichner ist kein gewöhnlicher Tourist und ist deshalb auch nicht mit einem Touristenblick unterwegs.
Der Zeichner, der unterwegs ist, nimmt die Welt wahr, wie sie sich ihm und nur ihm darstellt, wie nur er sie sieht und keiner sonst.
Denn nur weil man im Urlaub ist, muss man keine Ansichtskarten zeichnen.

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Video „….ganz einfach zeichnen“

Michael Scheingraber, Filmemacher und Leiter der Kunstakademie Eigenart​ in Bad Heilbrunn hat über mich ein kurzes Video gedreht. Ich erzähle, wie einfach Zeichnen für jeden tatsächlich sein kann. Ich unterrichte in der Kunstakademie in Bad Heilbrunn seit Januar diesen Jahres. Der letzte Workshop in diesem Jahr, im Oktober, ist jetzt ebenfalls ausgebucht.

2018 wird es weitere Termine geben. HIER kannst du dich unverbindlich eintragen, wenn du darüber informiert werden willst, sobald diese bekannt sind.

(Zum Abspielen, bitte auf das Bild klicken.)

 

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Rose Nr. 350


 

 

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meine Corita Kent

Corita Kent war Nonne, Künstlerin, Philosophin und Lehrerin. Sie unterrichtete in den sechziger Jahren Kunst in einem katholischen College in Los Angeles und galt als Revolutionärin in der Kunstvermittlung. Sie hat nur ein Buch geschrieben, mit einer Co-Autorin, das erst 6 Jahre nach ihrem Tod, 1992,  veröffentlicht wurde. Das Buch heißt „Learning by Heart“. Ich habe erst begonnen, es zu lesen. Im Vorwort steht, ihre Lehr-Methode sei eine sehr simple gewesen:

„Begin, look, connect & create, work & play, celebrate!“ Sie war der Ansicht, „that art can not be learned except by the heart.“

Das klingt nach einer vielversprechenden Lektüre.

 


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Was du zum Zeichnen wirklich brauchst

Was brauchst du zum Zeichnen, außer Stift und Papier?
Du brauchst deine Bücher, deine Freunde, deine Wanderungen, deine Lieblingsplätze und Kraftorte (ein Museum, ein Park, die Bücherei oder der schmale Weg, der hinter dem Haus den Hügel hinaufführt).
Du brauchst alles, was dir gut tut, alles was dich unterstützt und ermutigt, alles was zu dir freundlich spricht und sagt, ich verstehe dich.
Und: du brauchst ALLE deine Sinne.
Sie sagen, man müsse nur richtig sehen, dann könne man auch richtig zeichnen.
Ja, das stimmt.
Aber wie siehst du richtig?
Du siehst richtig, indem du auch fühlst, was du siehst.
Du siehst richtig, indem du auch hörst, was du siehst.
Du siehst richtig, indem du auch liebst, was du siehst.
Lass dir nicht von deiner Vernunft, nicht von deinen tausend guten Gründen sagen, was du zu sehen hast und was du zu sehen glaubst.
Allein mit deinen Augen siehst du nämlich nur das, was du denkst, dass du es siehst.
Mit allen deinen Sinnen, mit deinem ganzen SEIN, siehst du, was nur du siehst, was sich nur dir zeigt, in diesem einzigartigen Augenblick des Erkennens, sei es dieser einzigartige Baum, diese einzigartige Blume oder dieser einzigartige Mensch.
Zum Zeichnen brauchen wir alles, was uns dabei hilft, der Mensch zu sein, der diese Einzigartigkeit sowohl in sich selbst als auch in allem anderen erkennt.
Wir brauchen alles, was uns dabei hilft, unseren Gefühlen und unseren Wahrnehmungen zu vertrauen, seien es Menschen, Bücher oder Orte.
Nur so können wir unsere eigene Wahrheit erkennen und akzeptieren und ausschließlich diese zeichnend zu Papier bringen.

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mein Hesse

Mein Vater hatte alle Bücher von Hermann Hesse in der bunten Suhrkamp-Taschenbuch-Ausgabe im Regal stehen. Ich erinnere mich an Blau, an Braun und an Lila und natürlich an dieses spezielle Suhrkamp-Grün. Die Einbände waren ganz weich und gewellt, weil er sie immer wieder las.

Viele davon habe ich auch gelesen, obwohl ich sicher noch viel zu jung war, um ihren Inhalt auch nur annähernd zu verstehen. Es ist so lange her, dass ich mich nur noch an das Glasperlenspiel erinnern kann, vage, und natürlich an Siddhartha. Ich habe den Einband von Siddhartha orange in Erinnerung, aber – ich habe nachgeschaut – er war blau.

Später dann habe ich „Aus Indien“ immer wieder gelesen, oder besser ich habe darin gelesen. Manche Bücher muss man nur irgendwo aufschlagen und im nächsten Moment befindet man sich in einer anderen Welt.


 

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mein Updike

John Updike gehört für mich zu den Autoren, deren Genre, deren Inhalte, mich üüüüberhaupt nicht interessieren, aber seine Sprache, seine Bilder….seine Ausdruckskraft. Manchmal sehne ich mich geradezu nach Sätzen von Updike und über-lese dann, wovon sie handeln, bzw. es ist mir egal. Wenn man die Stimme eines Schauspielers mag, sagt man manchmal, der könnte mir das Telefonbuch vorlesen, ich würde zuhören. Bei Updike könnte ich sagen, er hätte ein Telefonbuch schreiben können, ich würde es lesen.

 

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Rose No. 344

„Radical acceptance and unconditional love for ourselves just were we are catapults us into our beautiful potential.“ Cat Bennett, The Drawing Club

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„Glaube nicht, es so zeichnen zu müssen, wie dir jemand gesagt hat, wie du Gras zeichnen sollst.“

John Ruskin, Elements of Drawing, 1859: „Denke daran, dass es keine allgemein gültige Art und Weise gibt, etwas zu tun. Es gibt kein Rezept dafür, wie man zum Beispiel ein Büschel Gras zeichnet. Das Gras mag zerfranst und fest aussehen oder weich und fließend, es mag sonnenverbrannt aussehen und wie von Schafen zerfressen oder üppig und matt, frisch oder trocken, glänzend oder stumpf. Schau es dir an und versuche es so zu zeichnen wie es ist. Glaube nicht, es so zeichnen zu müssen, wie dir jemand gesagt hat, wie du Gras zeichnen sollst.“ 

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Welche Kunst begeistert dich?

Du kennst das. Wir alle kennen das. Es geht nichts mehr. Man hat keine Lust auf gar nichts. Kunst? Was ist das? Malen? Zeichnen? Was soll das?
In solchen Fällen kann man sich, um doch weiterzumachen, selbst motivieren. Irgendwie.
Man appelliert an sein Pflichtgefühl (du hast es dir doch vorgenommen), lockt mit Versprechungen (heute Abend gibts ein Glas Wein), droht mit Sanktionen (morgen kein Kino) oder man erschreckt sich mit seinen Versagensängsten (wenn ich das nicht schaffe, bin ich ein Loser).
Manchmal funktioniert es, sehr oft aber nicht.
Die Wirksamkeit von Selbstmotivation wird überschätzt.
Man denkt sich Beweggründe aus, um sich in Bewegung zu setzen. Aber wenn diese ausgedachten Gründe nicht mehr überzeugen, werden die Zweifel, die man sich soundso schon die ganze Zeit kaum vom Leib halten kann, übermächtig. Und dann gibt man auf, denn wenn man es sich genau überlegt, ganz so wichtig ist das alles doch gar nicht.
Schnell gehen zwei, fünf oder zehn Jahre ins Land, ohne sich motiviert zu haben, mit seiner Kunst weiterzumachen.

Wie gut, dass uns die Götter eine viel wirkungsvollere Kraft als die Motivation zur Verfügung stellen:

Die Inspiration.

Die Inspiration ist unsere Begeisterung. Wenn wir begeistert sind, hält uns nichts mehr zurück. Begeistert überwinden wir alle Hürden, die uns die Vernunft so gerne in den Weg stellt.
Wenn wir uns inspiriert fühlen, wissen wir immer was zu tun ist und nichts und niemand muss uns dazu überreden, zum Stift zu greifen.
Die Inspiration kann man sich nicht einreden, man erlangt sie nicht durch überzeugende Argumente.
Die Inspiration muss in uns entfacht werden und dazu ist ein kleiner Funke schon völlig ausreichend. Und wo könnten wir leichter Funken schlagen, als an der Kunst selbst?

Woran kannst du dein inneres Feuer entzünden?
Wofür brennst du?
Welche künstlerischen Arbeiten bewunderst du so sehr, dass du bei deren Anblick den Impuls spürst, sofort nach dem Zeichenstift greifen zu wollen?

Wenn du so einen Impuls noch nie gespürt hast, wird es höchste Zeit, diese Kunst zu finden.
Zuvor mache dir aber bitte bewusst, dass es zwei unterschiedliche Arten der Bewunderung für Kunstwerke gibt.
Bei der einen siehst du ein Werk und bist davon so beeindruckt, dass du denkst: Das ist so großartig, das werde ich nie im Leben können.
Solche Arbeiten begeistern nicht. Manchmal wirken sie motivierend, weil man ihnen nacheifern will, aber langfristig führen sie einen von den eigentlichen Energiequellen immer weiter weg.
Bei der anderen Art der Bewunderung siehst du ein Werk und denkst…   gar nichts mehr. Vielleicht spürst du ein inneres Zittern, für einen Moment stolpert dein Herz oder es verschlägt dir den Atem. In solchen Momenten spürt man das dringende Bedürfnis sofort mit der eigenen künstlerischen Arbeit zu beginnen oder sie fortzuführen.
Achte auf diese zweite Art der Bewunderung, wenn du Kunst begegnest, die einen starken Eindruck auf dich macht.
Aber vielleicht kennst du sie schon lange, diese, für dich so wertvolle Kunst und hast bisher vor der besonderen Bedeutung, die sie für dich hat, die Augen verschlossen.

Vor vielen Jahren hatte ich das große Glück, das Museum of Modern Art in New York besuchen zu können.
Ich wäre fast nicht reingegangen.
Das ist zu viel für mich, dachte ich mir und dann ging ich doch hinein, weil da stand ich nun schon mal davor, also was soll´s und ich blöde Kuh (eigentlich rede ich schon lange nicht mehr so abfällig über mich selbst, aber in diesem Fall ist es doch passend) – also noch mal – ich Schäfchen renne durch die Museumsräume, wie von einem Schwarm Wespen verfolgt, vorbei an Cezanne, vorbei an Rousseau, vorbei an Monet und vorbei, und dieses Vorbeirennen schmerzte mich am meisten, vorbei an van Gogh.
„Hallo?“, rief mir meine innere Stimme hinterher, „Hast du sie noch alle? Schau hin. Schau hin. Schau hin!“

Ich streifte die Bilder nur mit meinen Blicken. Später konnte ich mir nur noch an den Kopf greifen, aber ich wollte diese Werke tatsächlich nicht sehen. Sie hätten mich überwältigt. Sie hätten mich sprachlos gemacht. Sie hätten mich begeistert. Und ich wusste nicht, wie ich das hätte ertragen sollen.
Wenn ich es zugelassen hätte, mich von dieser Kunst begeistern zu lassen, hätte ich mein Leben ändern müssen. Ich hätte nicht mehr länger verleugnen können, was ich damals noch nicht wahr haben wollte, nämlich, dass Kunst zu meinem Leben gehört und dass ich eine Künstlerin bin, die sich davor drückt, ihrer Kunst die Chance zu geben, in diese Welt zu kommen.

Ich wollte auf keinen Fall diese Begeisterung in mir spüren, um weiter leben zu können wie bisher: unzufrieden.
Ich wollte lieber weiterhin anderen Menschen und den Umständen die Schuld geben für meine Unzufriedenheit.

Ich war nicht bereit zu akzeptieren, dass es ausschließlich an mir selbst lag, wenn ich nicht den Stift in die Hand nahm.

Ich hatte immer auf gute Gründe und Argumente gewartet, die für die Kunst sprechen sollten, und weil es keine überzeugenden gab, schob ich das Kunst machen immer weiter vor mir her.

Es gibt aber keinen Grund für Kunst, es gibt nur die Notwendigkeit der Kunst und wenn du diese Notwendigkeit nicht in dir spürst, wirst du immer Gründe finden, die dagegen sprechen.

Einige Jahre später bekam ich eine neue Chance auf die Kunst und auf mein Leben zu hören und dieses Mal nutzte ich sie.
Im Jahr 2001 zeigte das Frankfurter Städel eine van Gogh-Ausstellung. Damals gab es an den Kassen noch keine Menschenschlangen, die sich fünf mal um den Block winden. Es waren nicht allzu viele Menschen, die in den Ausstellungsräumen zwischen all den Bildern von van Gogh umher schlenderten. Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen, aber man konnte vor den einzelnen Exponaten verweilen so lange man wollte, ohne angerempelt zu werden.

Dieses Mal rannte ich nicht durch die Museumsräume. Ich blieb stehen. Ich sah hin.
Und dann geschah das, wovor ich mich einige Jahre zuvor, in diesem anderen Museum, gefürchtet hatte.
Ich begann innerlich zu brennen. Ich hatte Feuer gefangen. Ich war begeistert.
Ich sah nicht nur die Bilder van Goghs, so wie ich sie schon zuvor in Büchern gesehen hatte, ich sah in ihnen van Gogh selbst. Ich fühlte ihn so unmittelbar, als stünde er direkt vor mir.
Ich spürte und wusste, dass van Gogh sein Leben in diesen Bildern bewahrt hatte. Darauf war ich nicht vorbereitet gewesen. Mir liefen die Tränen. Jedes Bild war für mich lebendig. Sie atmeten. In diesen, seinen Bildern bin ich van Gogh persönlich begegnet. Ich schwöre, er war anwesend.
Ich weiß, das hört sich an wie die Legende einer Heiligenerscheinung. Und ich behaupte ja auch gar nicht, dass ich ein gleißendes Licht sah und eine Stimme zu mir sprach, aber es hatte etwas zutiefst Bewegendes und ja, doch, es war für mich ein spirituelles Erlebnis.
Es hat mich und meine Art, mit meiner künstlerischen Arbeit umzugehen, sehr verändert.
Bis dahin hatte ich meine Kunst immer weggeschoben, sobald es mir zu anstrengend wurde, sie gegen meine Lebensumstände durchzusetzen.
Nun aber konnte ich nicht mehr zurück, konnte nichts mehr auf später verschieben, auf eine bessere Gelegenheit, auf bessere Zeiten.
Bis dahin hatte ich denjenigen geglaubt, die sagen, Kunst sei nichts, was man wirklich zum Leben braucht. Damit war es von nun an vorbei. Ich hatte die Kunst am eigenen Leib gespürt. Ich konnte mir nichts mehr vormachen. Ich musste handeln. Ich musste Kunst machen. Jetzt. Gleich. Und morgen wieder.

Wenn ich vergesse, dass die Inspiration in mir nur darauf wartet, entzündet zu werden – und das passiert ziemlich oft, das Leben kommt dazwischen, immer wieder – wende ich weiterhin dieses Motivations-Dingsda an.
Denn sehr oft ist es tatsächlich die Arbeit selbst, das Zeichnen, das wieder alles entfacht und dann bin ich froh, dass ich mich irgendwie dazu motivieren konnte.
Aber spätestens, wenn es mit der Selbst-Motivation nicht mehr klappt und eigentlich sollte man gar nicht so lange warten, muss ich mich mit allen Mitteln daran erinnern, was mich begeistert, was mich inspiriert.
Dann tauche ich in die Kunst anderer Künstler ein, sehend, lesend oder hörend. Ich muss alles tun, damit ich wieder Feuer fange und wieder für meine Kunst brenne.

Finde, was dich inspiriert. Finde die Kunst, an der du dich verbrennst und zwar so sehr, dass du nicht mehr anders kannst, als dein künstlerisches Schaffen konsequent zu respektieren und fortzuführen.

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Workshop in Frankfurt „Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“ am Samstag, 10. Juni 2017 – nur noch 2 Plätze frei

Senckenbergmuseum Frankfurt„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

Workshop in Frankfurt im Museum Senckenberg am Samstag, 10. Juni 2017

von 10.30 Uhr bis 15.30/16.00 Uhr

nur noch 2 Plätze frei

 

Um zu den Anmeldeinformationen zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

„Der Workshop hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch die kleinen guten Tricks, die so gerne in Vergessenheit geraten, und dann zu erleben, dass es funktioniert. Da ist man von den eigenen Zeichnungen überrascht.” Sabine
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Es geht einem oft so, oder?

Obwohl man das Zeichnen eigentlich mag und man sich wünscht, man würde öfter zeichnen, wird es dann doch irgendwie als lästig und mühsam empfunden.
Man will zwar zeichnen, aber am liebsten hätte man die Zeichnung sofort und auf der Stelle fertig, ohne sie tatsächlich erst zeichnen zu müssen.
Man merkt oft einfach nicht, wie sehr man ausschließlich darauf fixiert ist, eine „gute“ und vorzeigbare Zeichnung zu produzieren und man das eigentliche Zeichnen am liebsten überspringen würde.
Wenn man immer nur ein fertiges Endprodukt im Kopf hat und dadurch auf einmal so viel von dessen Gelingen abhängt (Kann ich umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Finden andere gut, was ich mache. Bin ich gut. usw.), macht die ganze Sache plötzlich keinen wirklichen Spaß mehr.
Man muss es sich aber nicht so schwer machen.
Zeichnen kann etwas Leichtes sein, wenn man bereit ist, seinen Fokus zu verschieben, und zwar weg vom ‚Endprodukt Zeichnung‘ hin zum ‚Erlebnis Zeichnen.‘
 
Wenn man bereit ist, jeden Moment des Zeichnens bewusst zu erleben und zuzulassen, mit dem Stift unmittelbar auf den Moment zu antworten, anstatt einer festgelegten Vorstellung hinterher zu jagen, gelingen, wie nebenbei, ausdrucksstarke und beeindruckende Zeichnungen.
 
Wenn du erleben möchtest, wie gut es tut, endlich mühelos zu zeichnen, und zwar ohne Umwege über das konventionelle
„ich kann das nicht – Zähne knirschen – muss mehr üben“-Gedöns, würde ich mich sehr freuen, dich
am Samstag, 10. Juni 2017 im Museum Senckenberg begrüßen zu können.
 

Dieser Workshop wird dich dazu inspirieren mit deinem eigenen Zeichnen und mit deiner eigenen Art des zeichnerischen Ausdrucks intensiven Kontakt aufzunehmen.

Wenn du nicht so oft zeichnest, wie du es dir wünschst oder wenn du lange nicht mehr gezeichnet hast, findest du hier die Motivation dich wieder mit Freude regelmäßig dem Zeichnen zuzuwenden.
 
Wer nämlich glaubt, man müsse es zuerst irgendwelchen Konventionen entsprechend „richtig“ machen, verliert schnell die Freude am Zeichnen und greift schließlich gar nicht mehr zum Stift.
 
Wenn du dir deines eigenen unvergleichlichen Ausdrucks „selbst bewusst“ wirst, fällt es dir leicht, den inneren Kritiker zu überhören und wieder „selbstbewusst“ und mit Begeisterung zu zeichnen.
Dann lässt du deine Zeichnungen mühelos entstehen, ohne deren Entstehungsprozess ständig kritisch zu kontrollieren.
 
Ich zeige dir, wie du unmittelbar sehen kannst, ohne dir von deinem Verstand sagen zu lassen, was er glaubt, was du sehen solltest. So werden dir ausdrucksstarke Zeichnungen gelingen, die keinen Vergleich scheuen müssen, weil sie einzigartig und unvergleichlich sind.

Um zu den Informationen für die Anmeldung zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

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Das sagen Teilnehmer früherer Workshops:

„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“ Manuela

“Es war ein wunderbarer Workshop. Erledigt, aber überglücklich und voll mit neuen Eindrücken habe ich meine Heimreise angetreten.” Beate

„Ich fand den Kurs für mich persönlich bereichernd. Ich schätze deine ruhige, wertschätzende Leitung, die immer wieder wichtige Impulse beim Zeichnen gibt.Waltraud

„Es ist ein völlig anderer Zugang, als in den Workshops in der Volkshochschule. Ich bin und war begeistert.“  Susanne

Dein sehr einfühlsames und stressfreies Eingehen, auch auf die schüchtereneren Teilnehmer, fand ich besonders wohltuend. Und die Aufgaben, die Du mitgebracht hast, waren natürlich klasse!” Julia

 „Ein Workshop bei Martina ist eine Reise zum eigenen, ganz persönlichen zeichnerischen und authentischen Ausdruck und ein echter Befreiungsschlag für angstfreies Zeichnen!“ Alex 

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Wie läuft so ein Workshop eigentlich ab?

Bevor ich diese Frage beantworte, will ich zunächst einmal erklären, wie meine Workshops NICHT ablaufen.

– Es werden KEINE konventionellen Zeichentechniken vermittelt, wie man sie als Lektionen in manchen Lehrbüchern findet, wie z.B. Schraffieren, Graustufenfelder anlegen oder ein Ei unter einer gedachten Lichtquelle von links oben zeichnen.

– Ich gehe NICHT während des Zeichnens herum, um den Zeichnern über die Schulter zu schauen und sie auf sogenannte Fehler aufmerksam zu machen.

– Es geht NICHT um ‚falsch oder richtig‘ oder um ‚besser oder schlechter‘ zeichnen als….

Wenn du jetzt noch Lust hast weiterzulesen, ist ein Workshop, so wie ich ihn anbiete, sehr wahrscheinlich etwas für dich.

Beim ersten Zusammentreffen der Gruppe nennen wir nur unsere Vornamen und es gibt keine dieser üblichen Vorstellungsrunden.
Das ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und ‚Was mache ich sonst noch‘ bleiben draußen vor der Tür.

Ich stelle mir die Runde der Zeichner immer gerne als eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Reisender vor, die für eine gewisse Zeit gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.

Im Laufe des Tages bitte ich die Teilnehmer, sich auf verschiedene Zeichenexperimente einzulassen.
Ich erkläre das jeweilige Experiment und los geht´s mit dem Zeichnen – jeder für sich.

Nach einer vorgegebenen Zeit kommen wir wieder zusammen, und wer mag (!), erzählt von seinen Erfahrungen, die er während des jeweiligen Reiseabschnittes sammeln konnte.
Es kommt dann immer zu einem regen Austausch, weil natürlich jeder durch die Erfahrungen der anderen auch Erkenntnisse für sich selbst gewinnen kann.

Auf diese Weise bewegen wir uns zeichnend und miteinander sprechend durch die Säle des Museums.

Die Zeichen-Experimente  sind dazu gedacht, die Zeichner herauszufordern, den Prozess des Zeichnens zu hinterfragen und neu zu erleben.

Das unmittelbare Sehen und Erleben stehen im Mittelpunkt so eines Zeichenworkshops, denn nur, was den Zeichner innerlich beeindruckt, kann er auf seine einzigartige und unvergleichliche Weise auf dem Papier adäquat zum Ausdruck bringen.

Welche Experimente das sind, verrate ich natürlich nicht. Dann wäre ja die Überraschung weg.
Aber am Ende des Tages wird sich für jeden Zeichner etwas verändert haben und für jeden wird es etwas anderes sein.

Um zu den Informationen für die Anmeldung zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

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Er spielte Cello

…und sie hörten zu.

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Notizen am Flughafen

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Zeichnen in der eigenen Handschrift

Richtig gute Zeichenübung Nr. 6

Schau dich um. Irgendwas Gedrucktes liegt sicher in deiner Griffnähe, Zeitung, Buch oder Kalender.

Jetzt kommt was ganz Einfaches:

Schau Dir einen in Druckbuchstaben gedruckten kurzen Satz  an und schreibe ihn auf einem Stück Papier ab, und zwar in deiner schnoddrigsten Handschrift.

Jetzt.

Gleich.

Ich warte….

Fertig? Das war einfach, oder? Etwas in Druckbuchstaben Gedrucktes mit der Hand abschreiben hast du sicher schon tausend Mal gemacht.

Die gedruckten Wörter dort und das Handgeschriebene hier vor dir,  ähneln sich rein äußerlich nur noch entfernt. Du kannst aber beide Versionen  erkennen und lesen. Und wenn diese Wörter eine andere Person geschrieben hätte, mit einer anderen Handschrift, die der deinen überhaupt nicht gleicht, könntest du diese  Wörter ebenfalls lesen.

Indem du diesen Satz abgeschrieben hast, hast du das Erscheinungsbild dieses gedruckten Satzes auf deine eigene Art interpretiert. Denn wenn du einen gedruckten Text abschreibst, kommst du gar nicht auf die Idee, ihn wie ein Kopiergerät 1:1 zu übertragen, jedes Häkchen an jedem Buchstaben exakt zu wiederholen, zu versuchen den Buchstaben- und Zeilenabstand einzuhalten und im 5. Wort würdest du statt n ein m schreiben und das wäre ärgerlich, und du müsstest noch mal von vorne anfangen. Nein, das würdest du ganz sicher nicht tun, das wäre eine sinnlose Arbeit.

Du schreibst wie du schreibst, vielleicht je nach Stimmungslage mal ordentlich oder mal nachlässig, und die abgeschriebenen Wörter entstehen vor deinen Augen völlig neu.

Und genau so funktioniert Zeichnen:

Zeichnen ist nichts anderes, als die Welt in seiner eigenen Schrift aufschreiben.

Wer einen gedruckten Text in seiner eigenen Handschrift abschreiben kann, der kann auch zeichnen. Wer zeichnet, bildet nicht wie eine Kopier-Maschine einen Gegenstand nach, wer zeichnet, interpretiert das Erscheinungsbild eines Gegenstandes. Wer zeichnet reproduziert nicht, sondern erschafft neu.

Und jetzt kommt die eigentliche Zeichenübung. Es geht diesmal um die innere Einstellung, die innere Haltung, die man dem Zeichnen gegenüber einnehmen kann.

Erinnere dich daran, mit welcher Selbstverständlichkeit du deinen Namen schreibst, wenn du etwas unter-zeichnest(!). Du nimmst einen Stift in die Hand und schreibst ohne zu zögern, ohne zu zweifeln, ohne darüber nachzudenken, ob dir diese Unterschrift jetzt besonders gut gelingen wird oder wie mies du dich fühlen würdest, wenn du deinen Namen jetzt nicht richtig oder nicht gut genug schreiben würdest. Nein, du tust es, du unterzeichnest und fertig.

Versetze dich in dieses Gefühl und nimm es mit hinüber in dein Zeichnen. Trage dieses Gefühl vom inneren Raum, in dem du selbstverständlich und unreflektiert schreibst, in den inneren Raum, in dem du zeichnest, und in dem du oft glaubst, du müsstest dich plagen, um etwas zustande zu bringen.

Was für eine Erleichterung.  Spürst du die Veränderung? Du kannst aufatmen. Du machst nicht mehr etwas Schwieriges, sondern etwas, was du schon unzählige Male gemacht hast und dir völlig vertraut ist: den Stift aufs Papier setzen und das, was du vor dir siehst ab-schreiben.

Wie jeder Künstler hast du deine eigene unverwechselbare Handschrift. Du kannst gar nicht anders, als so zu zeichnen (und zu schreiben) wie du selbst, weil du DU bist.

Weil man ständig mit sich selbst lebt, sich selbst am besten kennt, kann es leicht passieren, dass man der eigenen Arbeit, der eigenen Ausdrucksweise nicht viel Wert beimisst („das ist doch alles nichts Besonderes.“) Das Eigene wird oft mit dem Nicht-Gelingen verwechselt und unter dem selbst-kritischen Blick findet nur das Anders-artige der Anderen Anerkennung.

Besser, du gewöhnst dich an Dich und lernst deine Eigen-Art zu schätzen. Anders als du selbst wirst du nie zeichnen.

Also, worauf wartest du? Fang´an zu zeichnen.

Und noch etwas:

Versuche erst gar nicht, besonders „schön“ zu zeichnen. Schön zeichnen ist genauso langweilig und ausdruckslos wie schön schreiben.

Wer will schon eine Eins in Schönschrift?

Hier zeige ich einige Rosen, abgeschrieben in meiner Handschrift:

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Perfekte unähnliche Porträts

Richtig gute Zeichenübung Nr. 5

Das, was beim Porträt zeichnen ja so richtig nervt, ist das Problem mit der Ähnlichkeit. Beim Porträt zeichnen, so der Konsens,  geht es um die Wiedererkennbarkeit einer Person, es geht um genaues Zeichnen oder, um es anders auszudrücken, es geht um „richtig gutes“ Zeichnen. Nur wer „richtig gut“ zeichnen kann, der kann auch Porträts zeichnen, oder?

Kaum etwas ist dem „richtig gut“ Zeichnen abträglicher, als der Wunsch „richtig gut“ zu zeichnen. Wer sich mit dem Ziel, „richtig gut“ zeichnen zu wollen an das Zeichnen macht und von Anfang an plant, ein richtig gutes Porträt zu zeichnen, hat für das Porträt zeichnen und auch allgemein für das Zeichnen, ganz schlechte Karten.

Vor lauter Panik einen Strich ungenau zu setzen, denn das geht ja angeblich sofort auf Kosten der Ähnlichkeit, kann man sich kaum darauf konzentrieren, sich diesen Menschen, dessen Porträt man zeichnen möchte, auch tatsächlich ganz aufmerksam anzuschauen.

Porträt zeichnen könnte so viel Freude machen, aber an was soll man nicht alles denken: nicht nur „genauso aussehen wie…“ soll es, nein, auch der Charakter und am besten noch das ganze innere Wesen der zu porträtierenden Person soll bitte auch noch erkennbar werden.

Mir ist das ja immer alles ein bisschen viel auf einmal.

Die „richtig guten“ Zeichnungen entstehen nämlich erst dann, wenn man beim Zeichnen nicht an die Zeichnung denkt und was und wie darauf zu sehen sein wird, sondern nur an das Zeichnen selbst. Das Wichtigste beim Zeichnen ist immer das Zeichnen und nicht die Zeichnung!!!! (diesen Satz aufschreiben und an den Spiegel hängen oder an die Staffelei oder neben das Klo.)

Noch mal: Beim Zeichnen geht es ums Zeichnen. Wenn wir zeichnen, lassen wir das Zeichnen entstehen. Die Zeichnung ist nur das Nebenprodukt des Zeichnens. (ebenfalls aufschreiben und neben den anderen Satz kleben.)

Wenn man nicht sehr oft zeichnet, also jedes einzelne Zeichnen eine Ausnahme-Angelegenheit ist, fällt es einem natürlich nicht leicht, diese innere Haltung, „zeichnen selbst ist wichtig, nicht die Zeichnung“, einzunehmen. Ganz schnell kommt da nämlich die Wenn schon/Denn schon-Regel zum Einsatz, die lautet: „Wenn ich mich schon mal hinsetze und zeichne, dann muss hinten auch die bestmögliche Zeichnung dabei herauskommen.“

Ein Teufelskreis entsteht: Ich zeichne nicht oft, es ist etwas Besonderes, also soll auch eine besondere Zeichnung entstehen. Weil ich nicht oft zeichne, entsteht keine besondere Zeichnung, deshalb bin ich enttäuscht, deshalb zeichne ich nicht oft….und von hier aus zurück an den Anfang.

Eine Maßnahme, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen oder erst gar nicht hineinzugeraten ist, wer hätte das gedacht, das sehr oft Zeichnen. Wer oft zeichnet, gewöhnt sich an das Zeichnen, er macht das Zeichnen zu einer Gewohnheit, zeichnen ist alltäglich. Man kann es sich erlauben, das Produkt Zeichnung zu vernachlässigen. Der Komponist Camille Saint-Saens sagte über seine Art zu arbeiten: „Ich produziere Musik wie ein Apfelbaum Äpfel produziert.“ So kann es ein Zeichner, der oft zeichnet, auch sehen. Die einzelnen Zeichnungen sind keine Sensation mehr, sie entstehen einfach eine nach der anderen.

Wenn man sich ganz auf das Zeichnen selbst konzentriert, dann wird Zeichnen ganz wundervoll, und zwar ganz wörtlich genommen: voll der Wunder. Jetzt endlich kann etwas Neues entstehen, man löst sich vom Wunsch etwas perfekt abbilden zu wollen und gelangt zum Neuerschaffen.

So auch beim Porträt zeichnen.  Ein Porträt, das die Anforderungen erfüllt, welche das Lexikon fordert, Ähnlichkeit, Herausarbeitung der Persönlichkeit, Wesenstiefe, kann nicht unter dem Druck entstehen, genau dies alles zum Ausdruck bringen zu wollen. Ein Porträt muss man geschehen lassen. Der Zeichner stellt nur seine Mittel zu Verfügung. Diese sind seine Art zu zeichnen und seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit und nicht mehr. Er stellt sich dem Porträt nicht in den Weg, in dem er dessen Entstehung und Perfektion erzwingen will.

Beim Zeichnen nicht an die Zeichnung zu denken, scheint auf den ersten Blick unmöglich. Egal ob es sich um die allererste Zeichnung im Leben eines Zeichners handelt oder um die erste Zeichnung des Tages einer erfahreneren Zeichnerin, ihre Entstehung wird während des Zeichnens vom jeweiligen Zeichner aufmerksam und bewußt verfolgt. Sich beim Zeichnen nicht ständig selbst auf die Finger zu schauen, nicht zu versuchen das „Produkt Zeichnung“  zum Gelingen hin bewußt zu beeinflussen, bedarf immer wieder der tatsächlich erlebten Erfahrung, dass man den eigenen Zeichnungen erlauben kann, ganz sie selbst zu werden.

Die folgende Übung kann der Beginn sein, solche Erfahrungen und solche Zeichnungen zu sammeln.

Suche Dir 30 bis 50 Fotos von Gesichtern zusammen, schwarzweiß oder farbig ist egal. Es sollten nicht weniger sein, eher mehr. Extra für diesen Zweck hebe ich mir Verlagsprospekte und Veranstaltungsprogramme auf. In solchen Publikationen sind immer viele Menschen abgebildet. Aber wenn man ein paar Ausgaben der Tageszeitung durchpflügt, bekommt man auch schnell die entsprechende Anzahl der Fotos zusammen.

Zeichne nun ein Gesicht nach dem anderen. Die Vorgaben sind:

– Zeichne mehrere Gesichter auf ein Blatt, am besten bis das Blatt voll ist, die Anordnung ist unwichtig.

– Zeichne zügig und schnell. Leider habe ich vergessen auf die Uhr zu schauen, aber ich schätze für die unten gezeigten Beispielblätter mit 33 Gesichtern habe ich weniger als eine Stunde gebraucht.

– Zeichne UN-perfekt. Das heißt, und das ist jetzt der wichtigste Hinweis zu dieser Zeichenübung: Betrachte ein Gesicht sehr genau, aber antworte mit dem Stift auf dem Papier, als wäre dir die Zeichnung, die entsteht, völlig gleichgültig.

Zeichne so nachlässig wie du nur kannst, aber schaue so aufmerksam wie du nur kannst.

Noch mal:

Zeichne so nachlässig wie du nur kannst, aber schaue so aufmerksam wie du nur kannst.

Und so machst Du eine perfekte unähnliche Porträtzeichnung nach der anderen. Das macht so einen Spaß. Wenn du erst einmal angefangen hast, könnte es sein, dass du nicht mehr so schnell wieder aufhören willst.

Sinn der Übung:

Vielleicht sollte ich es vorab nicht verraten, weil ich dir ein wenig die Überraschung verderbe, aber ich schaffe es nicht, es für mich zu behalten. Du wirst nämlich folgendes feststellen: du kannst es nicht verhindern, dass diese Porträts, die du da zeichnest, mit den Porträtierten große Ähnlichkeit habe werden. Je mehr du dich dem aufmerksamen Betrachten widmest und je gleichgültiger dir das Zeichen-Ergebnis ist, um so ausgeprägter wird diese Ähnlichkeit ausfallen.___________________________________________________________________

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Der Schatten an der Wand

Richtig gute Zeichenübung Nr. 4

Ich zeichne täglich. Ich frage mich nicht mehr, will ich heute zeichnen oder nicht. Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, ich tue es einfach. Oft ist es die reine Freude und manchmal ist es Routine.

Ja, richtig gehört. Aber Routine nicht im Sinne von, ach wie langweilig, sondern Routine im Sinne von, das ist, was ich tue, das ist, was ich gerne tue, das ist, woran ich mich gerne und freiwillig gewöhnt habe.

Und manchmal, nicht sehr oft, aber es kommt vor, ist Zeichnen schwierig.

Zum Beispiel am Sonntag vor zwei Wochen: Ich setze mich an den Tisch, vor mir steht meine „aktuelle“ Rose. Ich schaue die Rose an. Ich will den Stift auf´s Papier setzen und dann……nichts.

Funkstille.

Meine Augen und meine Hand haben sich nichts zu sagen.

Mir wird schnell klar warum: es ist mir einfach alles zu viel. Der Anblick dieser Rose ist mir zu viel, ihre weiche Wölbung, die übereinanderliegenden Blütenblätter mit den umgeschlagenen und teilweise eingerissenen Rändern. Dann sind da die gezackten Blätter am Stiel. Sie sind von feinen Adern durchzogen und auch sie sind aufgeworfen, umgeknickt und verdreht. All das zu sehen, hat mich in diesem Moment völlig überfordert.

Vielleicht hatte ich an diesem Tag schon so viel anderes ganz genau angeschaut, vielleicht gingen mir zu viele Gedanken durch den Kopf oder ich hatte zu viel Kaffee getrunken. Was auch immer. Fakt war: Meine Augen wollten nicht sehen und meine Hand wollte sich nicht bewegen.

Keine Große Sache, dachte ich, dann lege ich den Stift bei Seite und stell´ die Rose wieder zurück. Heute wird halt nicht gezeichnet.

Gerade wollte ich die Vase auf das Regal zurück stellen, als ich den Schatten bemerkte. Diese Rose, angeleuchtet von einer Deckenlampe, warf einen scharf geschnittenen, pechschwarzen Schatten. Er sah aus wie ein perfekter, an die Wand gehefteter Scherenschnitt. Wunderschön. Ich merkte, wie ich mich entspannte. Diesen Anblick konnte ich gut aushalten, da erschien mir nichts zu viel. Alles war klar und deutlich zu erkennen.

Ich holte mir einen schwarzen Markerstift und zeichnete, vor dem Regal stehend, den Schatten der Rose. Die Rose selbst beachtete ich nicht mehr.

Nimm dir irgendein Objekt, es muss keine Rose sein, aber vielleicht eines, das dir eher als schwierig zu zeichnen erscheint, und positioniere es so vor eine Lampe, dass dieses Objekt einen klar umrandeten Schatten an die Wand wirft und zeichne es als Schattenriss. Verändere einige Male die Position des Objekts und beobachte, wie sich die Form des Schattens verändert. Mit einem dicken schwarzen Filzstift oder einem schwarzen edding zeichne zuerst nur die Kontur und fülle dann die Fläche, den Schattenraum.

Sinn der Übung?

Ver-einfachung wörtlich nehmen

Kein Vorne, kein Hinten und kein Dazwischen zu berücksichtigen, kann so erholsam sein. Diese ganze doofe Dreidimensionalität einfach (!) mal über-sehen und sich nur auf die Konturen konzentrieren:  alles ist plötzlich so ein-fach.

Vom Gegenstand absehen

Das Sichtbare kann einen leicht vom Wesentlichen ablenken.

Der Zeichner Max Weiler sagte: „Auf der Bildfläche spielt sich alles ab. Nicht der Gegenstand, und sei es das Wertvollste, trägt etwas bei. Nur was auf der Bildfläche ist, was sich auf dieser Zeichenfläche zeigt, das ist das Wertvolle, das ist der Wert, das ist die ganze Kunst.“

Den Schatten zu betrachten und zu zeichnen anstatt den Gegenstand selbst, erinnert daran, dass es mehr zu entdecken gibt, als das, was sich uns auf den ersten Blick aufdrängen will.

Schatten lassen mehr erkennen, als man glaubt.

Man könnte glauben der Schatten anonymisiert, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ein Schatten ist unverwechselbar. Man denke nur an die im 19.Jh so beliebten Scherenschnitt-Porträts. Der Schlagschatten eines Objekts oder auch eines Menschen ist immer eine klare Aussage: So ist die Form und nicht anders. Ich verschiebe das Objekt, und wieder: jetzt ist die Form so und nicht anders. Die Rose wurde mir plötzlich nicht nur viel deutlicher sichtbar, ich erkannte auch, was sie unverwechselbar machte.

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doodle-di-dum doodle-di-da

Richtig gute Zeichenübung Nr. 3

madamewalroc39f

Das Wort „doodle“ klingt wie etwas, das man nicht ernst nehmen muss und das Spaß macht. Auf jeden Fall klingt es wie etwas, das man definitiv öfter tun sollte, und zwar nicht nur beim Telefonieren oder um bei einer langweiligen Vorlesung nicht einzuschlafen, sondern ganz bewußt um zu zeichnen.

Nimm irgendein Stück Papier und einen Stift, der in greifbarer Nähe liegt. Man kann auf Büttenpapier oder auf Schreibpapier doodle-n, mit Füller, Filzer oder Bleistift. Ich doodle gerne mit meinem Kugelschreiber auf dem sehr glatten Papier meines Schreibblocks.

Fülle das ganze Blatt von oben nach unten, von unten nach oben, in alle Richtungen, mit schwungvollen Linien und Kreisen. Stell Dir vor, du fährst Schlittschuh auf dem Papier und du hast die gesamte Eisfläche ganz für dich alleine. Es ist niemand da, der dich anrempelt. Du hast freie Fahrt. Du genießt die ruhige Bewegung deiner Hand und den Anblick der dabei entstehenden Formen.

Früher oder später wirst du anfangen, in diesen Linien Formen oder Gegenstände zu erkennen. Laß dir Zeit. Sobald sich eine Form für dich deutlich genug abzeichnet (!), folge ihr mit dem Stift. Lasse dich leiten von dem Bild, das du beginnst zu erkennen. Wie will dieses Bild gezeichnet werden? Ziehe weiter deine Linien und Kreise und lass dich führen. Was ist es, was auf deinem Blatt entstehen will? Hilf ihm. Bring es an die Oberfläche.

Hier noch ein weiteres Entstehungs-Beispiel:

Der Sinn der Übung?

– Du lernst, der Bewegung deiner Hand und deinen Linien zu vertrauen.

– Du lässt sichtbar werden, was dich gerade berührt oder amüsiert oder interessiert.

– Du erfindest mühelos, ohne auf das berühmt berüchtigte weiße Blatt starren zu müssen.

– Du hörst auf, dich selbst zu beobachten und zu kontrollieren, ob du richtig oder gut zeichnest. Du zeichnest ganz entspannt. Du gibst die Kontrolle auf und LÄSST zeichnen.

Dumbo

Madame Wall Ross

Madame Schier-Raff

Madame Präschtig

Unsichtbares sichtbar machen

Richtig gute Zeichen-Übung Nr. 2

Was unsichtbare Zeichnungen sind? Unsichtbare Zeichnungen sind die Zeichnungen, die erst dann sichtbar werden, wenn ein Mensch sie mit seinem Blick und seiner Fantasie sichtbar werden läßt.

Diese unsichtbaren Zeichnungen sind überall. Wirklich: Überall.

Dort ist eine, da an der Wand auf der Tapete, da sehe ich die Zeichnung einer gebeugten Gestalt…und dort unter dem Stuhl auf dem Fußboden kann ich einen fliegenden Vogel erkennen…und schau nur, schau genau hin, zwischen den Vorhangfalten – nein, nicht da unten, ein Stück weiter oben – da liegt ein schlafender Bär. Siehst Du ihn?

Eine gute Einstiegshilfe ist, um dich in diese Art des Sehens reinzufinden, dir zuerst einen Fleck zu suchen, den du dir als Auge vorstellen kannst. Sobald du erst einmal ein Auge ausgemacht hast, ergibt sich das Gesicht, die Gestalt oder das Tier, zu dem das Auge gehört, ganz von selbst. Das ist wie Zauberei.

Das ist es natürlich nicht. Das menschliche Gehirn ist seit Urzeiten darauf programmiert, so schnell wie möglich eine uneindeutige Erscheinung in etwas eindeutig Erkennbares zu verwandeln. Es ist besser, einen langen Ast einmal zuviel mit einer giftigen Schlange zu verwechseln als ein mal zu wenig. Auch die Gesichter-Erkennung muss flott gehen, um rechtzeitig Freund und Feind auseinanderzuhalten.

In unseren heutigen Höhlen bzw. Wohnzimmern ist das Leben zwar nicht mehr ganz so gefährlich, aber den grimmigen Tiger, der sich in der Rauhfasertapete versteckt, können wir noch immer sehr gut erkennen.

Nimm dir Stift und Papier, welcher Art auch immer, schau dich in aller Ruhe um und lasse die unsichtbaren Gesichter, Tiere, Formen und Gestalten, sichtbar werden. Zum Eingewöhnen halte Ausschau nach „Augen“. Lass dir und den Bildern Zeit. Zeichne was Du siehst, erfinde dazu, ergänze Formen, mache hier einen dicken Strich, dort einen dünneren. Punkte, Striche, Flecken….lass alles enstehen, was auf´s Papier will und zensiere nicht. Experimentiere mit verschiedenen Stiften.

Der Sinn der Übung?

Du schaust in den Spiegel deiner Fantasie

Alles was du siehst, ist deine Erfindung. Mache dir klar, welch großen Reichtum innerer Bilder du in dir hast.

Es wird dir bewußt, wie gut du zeichnen kannst

Du könntest keine dieser unsichtbaren Zeichnungen sehen, wenn du nicht ganz genau wüßtest, wie die Linien und Schatten angeordnet sein müssen, um sie sichtbar werden zu lassen.

Deine Seele freut sich

Endlich ist dein dauernd nörgelnder Verstand mal ruhig gestellt, und du kannst ungestört und spielend Bilder erfinden und zeichnen.

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In einem alten Hotel in Wien wollte ich gar nicht mehr aus dem Bad rauskommen. Es war voll mit (Marmor-)Bildern.

Und das sind einige meiner Entdeckungen:

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100 Zeichnungen in 30 Minuten

Richtig gute Zeichen-Übung Nr. 1:

Nimm 100 Blatt von irgendeinem billigen Papier, z.B. von einem Notizblock-Würfel oder von einem alten Tageskalender, und lege sie als Stapel links von Dir auf den Tisch (oder rechts, je nach Händigkeit).

Entscheide Dich für einen einzigen Stift, wie z.B. einen Kugelschreiber oder einen weichen Bleistift oder einen schwarzen Filzstift.

Und jetzt zeichne was das Zeug hält, ein Blatt nach dem anderen.

Das Einstellen eines Küchenweckers auf 30 Minuten ist optional. Es ist nicht wichtig, ob man tatsächlich in 30 Minuten fertig wird oder schon in 25 Minuten oder in 45 Minuten. Wichtig ist, in relativ kurzer Zeit sehr viele Zeichnungen anzufertigen.

An dieser Stelle könnte ich jetzt sagen: Auf die Plätze, fertig, LOS!

Doch zuvor noch ein paar Hinweise:

– Bevor Du anfängst, überlege NICHT was Du zeichnen willst und lege Dir auch nichts zurecht, um es abzuzeichnen. Du kannst darauf vertrauen, dass Du einen großen Vorrat innerer Bilder hast. In Dir drin findet sich genug was Du zeichnen kannst.

– Lass Deine Hand entscheiden, wohin die Linie geht, nicht Deinen Kopf. Schau einfach nur zu, was Deine Hand auf dem Papier entstehen läßt. Gegenständlich oder abstrakt, lass Dich überraschen.

– Es geht hier um´s schnell zeichnen, d.h. Du musst mit jeder Zeichnung schnell fertig werden. Zeichne schnell und hör mit dem Zeichnen auch schnell wieder auf. Du wirst es fühlen, sobald eine Zeichnung fertig ist. Vertraue diesem Gefühl und greife schnell zum nächsten Blatt.

– Ja, irgendwann wirst Du schlapp machen. Bei Kilometer/Zeichnung 30 oder 55 denkst Du, ich hör jetzt auf, ich kann nicht mehr, das macht doch keinen Sinn. Wenn Du DANN weitermachst, TROTZDEM  weiter zeichnest, auch wenn Du glaubst nur noch sinnlos zu kritzeln (was Du ganz sicher glauben wirst, mach Dir da nichts vor), wirst Du am Ende den großen Preis gewinnen. Versprochen. Vielleicht nicht sofort und auf der Stelle, denn Du bist ja dann erstmal total erschöpft, aber Du wirst bald erkennen, wieviel Dir das Durchhalten gebracht hat.

– Und jetzt doch noch was Schwieriges : Wenn Du 100 Zeichnungen fertig hast, der Stapel Papier von der einen Seite zur anderen gewandert ist, verkneife es Dir, Deine Zeichnungen sofort anzuschauen. Pack den Stapel irgendwohin und hole ihn frühestens nach einer Woche wieder hervor. Was Du dann siehst, wird Dich überraschen.

Der Sinn der Übung?

– Du übst, ohne zu zögern zu Stift und Papier zu greifen und ohne zu zögern, den Stift aufs Papier zu setzen und loszulegen.

– Du lernst, Dich selbst als ZeichnerIn wahrzunehmen.

-indem Du Dir keine Zeit läßt, das „Gelungensein“ jeder einzelnen Zeichnung lang und breit zu hinterfragen, lernst Du Deine eigenen Zeichnungen zu akzeptieren und zu respektieren so wie sie sind.

– Du übst, Deiner inneren Kritikerstimme einfach davonzurennen und mit der Zeit gewöhnst Du Dich daran, sie gar nicht mehr zu hören.

– Das Zeichnen verliert den Nimbus des Außergewöhnlichen. Wer erst einmal 100 Zeichnungen gezeichnet hat, hängt kein Schild mehr raus mit der Aufschrift „Achtung, ich zeichne jetzt!“, bevor er beginnt zu zeichnen. Zeichnen wird dann schnell zu etwas Alltäglichem.

Hier zeige ich ein paar meiner eigenen Zettel-Zeichnungen. Die gestreiften Flächen sind entstanden, indem ich die Oberflächen-Struktur eines Buchdeckels durchgerieben habe. Die Gesichter mit den aufgerissenen Augen habe ich wahrscheinlich in dem Moment gezeichnet, als ich einfach n.i.c.h.t.  m.e.h.r  w.e.i.t.e.r.  m.a.c.h.e.n. w.o.l.l.t.e. und dann eben doch weiter gezeichnet habe.

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15 Erste-Hilfe-Tipps für blockierte Zeichner (plus ein Zusatztipp)

Nicht nur Schriftsteller leiden ab und zu unter dem berühmt berüchtigten „Writer´s Block“, auch Zeichner rennen immer wieder mal gegen innere Blockaden. Nicht jede kleine Lustlosigkeit muss sich gleich zur großen Schaffenskrise auswachsen, aber grundsätzlich ist es wichtig, darauf zu achten, dass man seiner Arbeit nicht allzu lange fernbleibt.
Lähmende Selbstzweifel können sich nämlich am stärksten aufplustern, wenn man seine Arbeit tatenlos mit hängenden Schultern von außen betrachtet, anstatt damit beschäftigt zu sein, sie tatsächlich zu machen.
„Machen“ ist das Wichtigste, egal was, egal wie.

1. Vor lauter Erschöpfung abends doch wieder vor dem Fernseher gelandet und ans Zeichnen war den ganzen Tag sowieso nicht zu denken?
Du kannst den (Zeichen-)Tag noch retten. Während du den Nachrichten lauschst, zeichnest du ganz nebenbei, das fast unbewegliche Gesicht des Nachrichtensprechers.

2. Du weißt nicht, was zur Hölle, du zeichnen sollst?
Entwirf ein Ornament oder zeichne ein Mandala. Mit nur wenigen, sich wiederholenden Kringeln und Kreisen entstehen, wie von selbst, himmlisch schöne Gebilde.

3. Das Papier des Zeichenblocks erscheint dir stumm und leer, es spricht dich so gar nicht an?
Grundiere es mit schnellen farbigen Pinselstrichen oder lasse Tee oder Kaffee darauf tropfen. Schon habt ihr beiden, du und das Papier, eine interessante Gesprächsgrundlage.

4. Du fühlst dich zu ungeduldig und zu unruhig, um dich aufs Zeichnen zu konzentrieren?
Lies ein Gedicht.
Und dann noch mal.
Merke, wie deine Gedanken zur Ruhe kommen, wie sich deine Augen auf ihre unmittelbare Umgebung einstellen. Jetzt kannst du wieder mehr wahrnehmen, als ausschließlich diese Polka tanzenden Gedanken in deinem Kopf.
Schau dich um.
Atme tief….
Und wieder aus.
Zeichne, was dir jetzt am nächsten ist.

5. Du machst dir seit Wochen Vorwürfe, weil du schon so lange nicht mehr gezeichnet hast und eigentlich wolltest du doch….?
Hier ein kleiner Trick: Du verbietest dir, vor nächsten Dienstag, 15.30 Uhr, einen Zeichenstift in die Hand zu nehmen. Unter keinen Umständen darf vor diesem Termin gezeichnet werden. (Es juckt dich wahrscheinlich jetzt schon in den Fingern.)

6. Wer sagt, dass man immer auf Papier und mit Bleistift zeichnen muss?
Man kann zeichnen mit dem dicken Eddingstift auf die Steine, die man am Seeufer gesammelt hat, mit Straßenkreide auf die asphaltierte Einfahrt des Nachbarn oder man kann sich mit dem Kugelschreiber ein Tattoo auf den Unterarm zeichnen.

7. Du fühlst dich viel zu müde, um zu zeichnen?
Prima. Das ist die beste Voraussetzung mit der schönsten LMA-Stimmung, trotzdem zu zeichnen. Es ist dir viel zu anstrengend, darauf zu achten, ob die Zeichnung gelingt oder nicht. Bäh. Egal. Kommt doch nicht drauf an.
Aber gezeichnet hast du.

8. Zeichnen fühlt sich anstrengend an?
Dann lass mal dein inneres Kind ran. Das weiß nämlich, wie man Spaß damit hat und besorge ihm auch gleich diese dicken Wachsmalstifte. Auf ganz glattem Papier kann man in die Wachsschicht mit dem Plastikschaber Linien hinein ritzen und man kann sich darüber freuen, wie die Farben leuchten und dann kann man weiter damit experimentieren und alles Mögliche ausprobieren und, und, und….und bald wird es wieder hell im Kopf und du erinnerst dich, dass die Freude dein Antrieb sein sollte und nicht die Pflicht.

grashuepfer-29. Du kannst dich einfach nicht überwinden, anzufangen?
Stell dir den Küchenwecker auf fünf Minuten und zeichne genau fünf Minuten. Nicht länger. Wenn die Uhr klingelt, legst du sofort den Stift aus der Hand. Jetzt hast du das gute Gefühl, wenigstens etwas gezeichnet zu haben. Das ist viel, viel besser, als mit diesem dumpfen Gefühl zu leben, wieder nicht das gemacht zu haben, was du dir vorgenommen hast. (Oder: nach fünf Minuten willst du den Stift gar nicht mehr aus der Hand legen. Klappt nicht immer, ist aber gut möglich.)

10. Du musst noch den Einkaufszettel fürs Wochenende schreiben?
Warum statt es aufzuschreiben, nicht einfach alles aufzeichnen: Frühlingszwiebeln, Zitronen, Tiefkühlpizza….

11. Du findest Zeichnen langweilig?
Nimm dir drei Buntstifte, am besten in den Grundfarben Rot, Gelb und Blau, und klebe sie oben und unten mit Klebeband zu einem einzelnen Zeichenstift zusammen. Jetzt kommt Schwung in den Laden. Deine Zeichnungen fangen an, im harmonischen Dreiklang zu vibrieren.

12. Du machst dich mit den besten Vorsätzen mit dem Skizzenbuch in der Tasche auf den Weg, aber plötzlich ist dir alles zu viel? Zu viele Menschen, zu viele Bäume, zu viele Häuser?
Zeichne nicht die ganze Allee mit allen 238 Bäumen, zeichne auch nicht einen ganzen Baum – zeichne ein einziges einzelnes Blatt.
Zeichne nicht die ganze Caféhaus-Atmosphäre mit allen Tischen, Lampen und Plüschsesseln – zeichne eine einzige, einzelne Kaffeetasse.
Zeichne nicht die ganze Opernhausfassade, auch nicht die Quadriga über dem Portal – zeichne nur ein einziges, einzelnes Ornament, das dort links oben, über dem Fenster im ersten Stock.

13. Du kannst einfach nicht mehr sehen, was du da zeichnest?
Dann schau halt nicht hin – beim Zeichnen.
Deine ständige Kontrolle und deine Mäkeleien nerven mehr, als dass sie nützlich sind. Den Blick fest aufs Motiv gerichtet, ohne aufs Papier zu schauen, synchronisierst du deine Augenbewegungen mit denen deiner Hand und du hast nichts mehr zu sagen. So zeichnest du dich frei von deinen Erwartungen und du wirst verblüfft sein, was du da zu sehen bekommst – nach dem Zeichnen.

14. Der Stift liegt dir schwer in der Hand?
Dann zeichne mit der anderen. Die andere Hand – man sagt ihr oft nach, sie sei die Ungeschicktere von beiden. Ist sie in Wirklichkeit nicht einfach nur die Fantasievollere, die, die sich mehr traut, der es egal ist, was die Leute sagen? Sie kann deiner ersten Hand zeigen, wie man mit Spaß bei der Sache ist und dass das Zeichnen nicht schwerwiegend sein muss.

15. Alles um dich herum ist dir gleichgültig? Du siehst nichts Bedeutsames, was du zeichnen könntest?
Dann gib dem Baum vor deinem Fenster einen Namen und achte darauf, was geschieht.
So wie ein Kind dem Stofftier einen Namen gibt, um es zu seinem einzigartigen Spielgefährten zu machen, kann man auch sein Zeichenmotiv mit einem Namen personalisieren. Wenn du dein Motiv persönlich ansprichst – „Hallo Ben, ich sehe dich“ – wird dir dieser Baum plötzlich so viele Besonderheiten und Details offenbaren, die er vor dir verborgen hielt, als ihr euch noch nicht persönlich kanntet.

Zusatz-Tipp:
Entrümple deine Sammlung von Zeichenlehrbüchern.
Jedes Buch, bei dessen Anblick du nicht sofort Lust bekommst zu zeichnen, fliegt raus. Jedes!
Nichts da von wegen, ja, aber da steht vielleicht noch etwas Wichtiges drin, damit wollte ich mich mal beschäftigen, weil, ich glaub, das muss man wissen und wenn ich mal Zeit habe, dann lerne ich das Zeichnen endlich mal von Grund auf….mäh, mäh, mäh.
Jedes Buch, das dich eher runterzieht anstatt dich zu begeistern, belastet nicht nur dein Bücherregal, sondern auch deine Seele. Schließlich muss man sich nicht auch noch von seinen eigenen Büchern Vorwürfe machen lassen. Behalte nur die Zeichenbücher, die dich inspirieren und ermuntern, und die dir auch tatsächlich helfen, wenn du ihre Hilfe brauchst.

grashuepfer-kleinThe Summer Day
(The Grasshopper) by Mary Oliver

Who made the world?
Who made the swan, and the black bear?
Who made the grasshopper?
This grasshopper, I mean
the one who has flung herself out of the grass, the one who is eating sugar out of my hand,
who is moving her jaws back and forth instead of up and down
who is gazing around with her enormous and complicated eyes.
Now she lifts her pale forearms and thoroughly washes her face.
Now she snaps her wings open, and floats away.
I don’t know exactly what a prayer is.
I do know how to pay attention, how to fall down
into the grass, how to kneel down in the grass,
how to be idle and blessed, how to stroll through the fields,
which is what I have been doing all day.
Tell me, what else should I have done?
Doesn’t everything die at last, and too soon?
Tell me, what is it you plan to do
with your one wild and precious life?

 

 

 

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„Man sollte ermutigt werden…die Dinge zu lieben.“

sir-kyffin-williams-artist-mittel

Sir Kyffin Williams

Der Maler Sir Kyffin Williams über den Maler Robert Dawson:

„Er ist einer von denen, die es, fürchte ich, heutzutage nur noch sehr selten gibt – Maler, die die Welt um sich herum lieben. Studenten wird in den Kunstschulen nicht beigebracht, irgendetwas zu lieben, ihnen wird nicht das Zeichnen beigebracht. Aber der einzige Weg, um deine Liebe zu etwas zu zeigen, ist, es festzuhalten.

Wenn du nicht zeichnen kannst, muss das sehr frustrierend sein….

Man sollte ermutigt werden, um sich zu schauen und die Dinge zu lieben. Heutzutage muss alles aus dem Inneren kommen, neue Ideen und so etwas.

Bob (Robert Dawson) war völlig zufrieden damit, die Welt um sich herum zu malen. Er liebte die Welt. Das war eine Form der Religion, denke ich.“ (Übersetzt von M.W.)

aus: Robert Dawson, Just Being An Artist, youtube, Goldmark Gallery channel, veröffentlicht 25.08.2014

Original Mitschrift: „He is one of these people who today I´m afraid, are rare these days – these painters who love the world around them. The students in art school are not taught to love anything, not thaught to draw. And the only way to show your love of something is to put it down. If you can´t draw it must be very frustrating….You should be encouraged to look around and love things. Today all has to come from inside the head. New Ideas and things like that. Bob (Robert Dawson) was perfectly content just to paint the world around him. He loved the world. It was a form of religion I think.“

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Wie haben Sie Ihren eigenen Stil gefunden?- Interview mit Martina Wald, Jazz Colours, Mensile di musica jazz, Aprile 2015

trumpet57Wann hatten Sie sich dazu entschieden, Künstlerin zu werden?

Ich glaube nicht, dass es jemals eine bewusste Entscheidung war. Allerdings kann ich mich an einen ganz bestimmten Moment erinnern, als ich meine Zeichnungen betrachtete – ich war dabei, eine Ausstellung in einem Jazzclub vorzubereiten – dass mir meine Jazz-Zeichnungen sehr gut gefielen. Für diesen kurzen Augenblick war es mir möglich, neben mir zu stehen und sie wie eine Fremde zu sehen, und diese Fremde dachte, wow, die sind wirklich gut.
Mir gelang es, wertzuschätzen was ich tue und seitdem denke ich von mir selbst als eine Künstlerin. Es ist nicht mehr länger eine Bezeichnung, die ich mir von außen anhefte.
Wissen Sie, andere Leute können einem immer wieder erzählen, dass sie deine Arbeiten mögen. Man wird es ihnen niemals glauben oder sie sogar ignorieren, solange man nicht selbst wertzuschätzen weiß, was man tut.

Wie haben Sie sich Ihre künstlerischen Fähigkeiten angeeignet, in einer Schule oder eigenständig?

Wie viele, wenn nicht gar wie alle, wurde ich als Künstlerin geboren, aber ich wurde nicht gefördert und man hat es mir sogar ausgeredet. Das geht vielen so.
Allerdings hat mich die Kunst nie ganz losgelassen und so habe ich Kunstgeschichte studiert, um mit der Kunst wenigstens auf intellektueller Ebene verbunden zu sein. Und wissen Sie was? Ich wurde sehr unglücklich. Eines Tages habe ich mich endlich für eine Zeichenklasse in einer privaten Kunstakademie angemeldet. Von diesem Tag an, begann ich innerlich gesund zu werden. Endlich erlaubte ich mir, das zu tun, wofür ich geschaffen wurde.

Fühlten Sie sich von einem speziellen Künstler inspiriert oder von einer bestimmten Kunstepoche?

Schon immer fühlte ich mich zu der Einfachheit und Ausdruckskraft der Zen-Kunst hingezogen. Ich bewundere, wie viel ein einzelner Strich eines Tuschepinsels aussagen kann. Ich stelle fest, dass ich im Laufe der Zeit bei meinen Zeichnungen immer weniger Linien setze. Ich strebe das nicht bewusst an. Es geschieht einfach.

Warum haben Sie sich für das Zeichnen entschieden und nicht, zum Beispiel, für das Malen oder Bildhauern?

Als ich die Kunstschule besuchte, habe ich eine Weile gebraucht, um zu begreifen, dass ich keine Malerin werden wollte wie alle anderen. Ich musste lernen, dass Farben nicht mein Arbeitsmaterial sind.

Im Allgemeinen wird das Zeichnen der eigentlichen Kunst als untergeordnet angesehen. Ausschließlich zu zeichnen ist eher ungewöhnlich. Ich werde oft gefragt, was ich denn mit meinen Zeichnungen mache. Die Leute glauben, ich müsste noch etwas mit ihnen anfangen, wie richtige Bilder danach malen. Nicht viele können die Ausdruckskraft einer einzelnen Linie wertschätzen, weil wir in unserer Kultur zugeschüttet werden mit farbigen Bildern. Verstehen Sie mich richtig, ich liebe Farben, aber sie sind einfach nicht das Material meines künstlerischen Ausdrucks.
Wie haben Sie Ihren eigenen Stil entwickelt?

Um seinen künstlerischen Stil zu entwickeln, muss man einfach nur tun, was man eben tun muss. Man muss ein starkes Gefühl dafür entwickeln, was man als Künstler wirklich benötigt, damit es einem gut geht. Man muss es tun, ohne sich von den Meinungen anderer Leute ablenken zu lassen. Zum Beispiel musste ich immer wieder darauf beharren, keine Farben zu benutzen, obwohl das die meisten Mitstudenten nicht verstehen konnten. Ich hatte darauf zu bestehen, nicht auf großen Leinwänden zu arbeiten, was ungewöhnlich war, und stattdessen an meinem kleinen Zeichenblock festzuhalten.

Wenn man bereit ist, anderer Leute Erwartungen zu enttäuschen, entwickelt man sehr schnell einen eigenen Stil.

Warum ist bei manchen Zeichnungen eher das Porträt des Musikers ausgearbeitet, bei anderen wiederum eher das Instrument?

Mein Zeichnen begann mit dem Portraitzeichnen und ich liebe es immer noch. Manchmal, während ich einen Musiker zeichne, lasse ich mich von seinem Gesichtsausdruck fesseln und der individuelle Mensch kommt zum Vorschein. Aber grundsätzlich geht es mir bei meinen Zeichnungen um die Musik und nicht um den individuellen Musiker.
Wie haben Sie den Jazz entdeckt und was war daran für Sie anziehend?

Rückblickend ist mein Mann an allem schuld. Er hat mir den Jazz geschenkt. Ich wuchs ohne Musik auf und hatte auch überhaupt kein Gefühl für Musik. Als ich meinen Mann kennenlernte und ich mit ihm Jazzkonzerte besuchte, habe ich zuerst gar nichts verstanden. Dann aber langsam, sehr langsam, begann ich etwas zu hören. Ich lernte zuzuhören und das, was ich hörte zu mögen. Als wir das erste Mal in New York waren, 1989, ist dann der Funke endgültig übergesprungen. Ich weiß gar nicht, was genau passierte, aber seitdem bin ich dem Jazz verfallen. Wenn ich Jazz höre, ist es für mich, als würden die Möbel in meinem Kopf immer wieder umgestellt. Ich kann dann völlig neue Gedanken denken und ich fühle mich erfrischt und energiegeladen.

Wie haben Sie sich entschieden mit dieser Musik zu arbeiten?

Ich muss zugeben, ich langweile mich sehr schnell. Wenn sich etwas nicht bewegt, verliere ich das Interesse. Stillleben zeichnen in der Akademie war die Hölle. Ich wollte schon immer Menschen zeichnen, echte Menschen, keine Fotos oder so. Ich habe nicht viele Leute gefunden, die gewillt waren, mir als Modell zu dienen, also habe ich begonnen, in öffentlichen Räumen zu zeichnen, wie im Zug, bei Vorträgen oder in Cafés. Ich hatte mich daran gewöhnt, immer einen Zeichenblock bei mir zu haben. Der nächste logische Schritt war, auch während der Jazzkonzerte zu zeichnen. Ich habe festgestellt, dass das Zeichnen meine Wahrnehmung für die Musik noch steigert.
Zeichnen Sie auch, wenn Sie zuhause Musik hören oder zeichnen Sie nur bei Konzerten?

Ich zeichne die Musik nur, wenn ich sie in Konzerten live höre, sehe und erlebe. Neulich hat jemand vorgeschlagen, ich könnte doch nach Youtube-Videos zeichnen. Es gibt so viele Videos von Konzerten, da könnte ich doch zeichnen, wann immer ich wollte. Aber das wird nicht geschehen. Ich brauche einfach die lebendige Atmosphäre eines Live Konzertes.

Was ist es genau, was Sie während dieser Konzerte einfangen und abbilden wollen?

Während der Konzerte improvisiere ich mit meinem Zeichenstift. Ich werfe Linien aufs Papier, um die Essenz der Musik und der Musiker einzufangen. Ab einem bestimmten Punkt zeichne ich wie in Trance. Ich halte meinen Blick fest auf den Musiker gerichtet und gleichzeitig mache ich eine schnelle Zeichnung nach der anderen. Während des Musikmachens wird die Verbindung zwischen dem Musiker und seinem Instrument so eng, dass sie miteinander zu verschmelzen scheinen und dadurch ein völlig neues Wesen entsteht. Das ist dann der Moment, in dem Jazz sichtbar wird und auf diese Weise kommt der Jazz in die Zeichnung hinein.

Ich will keine „Fan-Art“ produzieren, durch die Zeichner ihre Bewunderung für einen bestimmten Künstler zum Ausdruck bringen, indem sie deren Porträts zeichnen. Das ist auch eines der Dinge, gegen die ich mich durchsetzen musste, um meinen eigenen Stil zu entwickeln, weil die Leute von jemandem, der Jazzmusiker zeichnet, erwarten, dass dann Musiker mit bekannten Namen zu erkennen sind. Ich werde oft darum gebeten, einen bestimmten Jazzmusiker zu zeichnen und dann erkläre ich, einmal mehr, dass mich das nicht interessiert. Vielmehr interessiert mich der einzigartige Moment der Musik, der durch beide, den Musiker und das Instrument, lebendig wird.

Sie titeln Ihre Zeichnungen nach den dargestellten Instrumenten und einer laufenden Nummer. Das ist ungewöhnlich. Warum das?

Auch hier wieder wurde ich konfrontiert mit der Erwartungshaltung der Leute. Wenn ich sie schon nicht nach den abgebildeten Musikern benenne – und es wären tatsächlich berühmte Namen darunter – könnte ich ihnen dann nicht wenigstens einen phantasievollen Titel geben, anstatt dieser langweiligen Nummern? Einmal hätte ich fast nachgegeben. Das war kurz vor einer Ausstellungseröffnung und ich begann, die Zeichnungen nach den Titeln der Stücke, die während des Zeichnens gespielt worden waren, zu benennen. Aber dann habe ich gemerkt, dass diese Titel von der Zeichnung selbst ablenken. Sie würden sich wie eine zusätzliche Schicht auf die Zeichnung legen. Ich will sie aber so einfach und zugänglich wie möglich haben. Und was ist einfacher, als sie durchzunummerieren. Außerdem habe ich dadurch ein sehr gutes Ablagesystem und ich kann jede Zeichnung jederzeit auffinden.

Allerdings bekommt der größte Teil der Zeichnungen überhaupt keine Nummer. Wenn dem so wäre, wären die Nummern schon vierstellig. Alle paar Monate schaue ich die Zeichnungen durch und wenn mir eine zurück spielt, was ich während des Zeichnens gehört habe, dann wird sie mit einer Nummer sozusagen geadelt. Dann hat sie auch eine gute Chance, öffentlich gezeigt zu werden.

Welche sind Ihre Lieblingsmusiker?

Die Jazzszene ist so reichhaltig, ich könnte mich niemals für einen Lieblingsmusiker entscheiden. Meine Liste der Lieblingsmusiker wird nach jedem Konzert länger.
Spielen Sie ein Instrument?

Ich spiele kein Instrument. Aber manchmal denke ich, dass meine Art des Zeichnens sehr der Improvisation im Jazz ähnelt. Ich antworte diesem einzigartigen Augenblick in diesem Moment auf dem Papier und um das zu tun, benutze ich ebenfalls ein Instrument, meinen Zeichenstift.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Manchmal, wenn ich einen Schritt zurücktrete, kann ich erkennen, dass meine Zeichnungen immer schlichter werden. Ich mag das, aber ich kann es nicht erzwingen. Ich muss einfach weitermachen, immer eine Zeichnung nach der anderen.

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zeichnen ohne Bezeichnung

Rose265Einen Gegenstand zu sehen und zu benennen (Stuhl, Rose, Tisch) ist etwas anderes, als einen Gegenstand zu sehen und zu zeichnen.

Wenn ich einen Gegenstand benenne, trenne ich mich von diesem. Es entsteht ein Abstand zwischen mir und der Rose. Hier bin ich, dort ist die Rose.
Durch das Wort “Rose” muss ich diese Rose nicht mehr anschauen, um zu wissen, wie eine Rose aussieht. Ich kenne Rosen. Ich habe schon viele Rosen gesehen. Das Wort ersetzt den Gegenstand. Das Wort ist die Bezeichnung.
Wenn ich jedoch einen Gegenstand zeichne, verbinde ich mich mit diesem – ich und diese Rose sind gemeinsam hier.
Erst wenn ich das Wort, die Bezeichnung, zur Seite schiebe, kann ich zeichnen, was ich tatsächlich sehe.
Wenn es das Wort nicht mehr gibt, weiß ich plötzlich nichts mehr. Jetzt muss ich genau hin-sehen, um zu erfahren, was „da“ ist.“.

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unvermeidliche Fortschritte

orang utan - kleinDas mit dem unbedingt Fortschritte machen wollen im Zeichnen, ist so eine Sache. Wenn man beim Zeichnen dran bleibt, kann man gar nicht verhindern Fortschritte zu machen, das heißt, das eigene Zeichnen verändert sich beständig, manchmal sichtbarer, manchmal weniger sichtbar. Wenn man schon unbedingt den Ehrgeiz haben will, irgendwie voran kommen zu wollen, dann investiere man seine Anstrengung ganz allein ins weiter zeichnen, ins Weitermachen. Allein dadurch verändert sich der Zeichner, die Zeichnerin so sehr, dass dem zeichnerischen Fortschritt nichts mehr im Weg steht.

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9 doofe Gedanken übers Zeichnen, die wir für wahr halten

rose2741. doofer Gedanke:
Wenn ich tatsächlich gut zeichnen könnte, würden mir alle meine Zeichnungen immer gefallen.

Das ist nicht wahr. Manchmal gefällt einem eine Zeichnung sofort nach der Fertigstellung, manchmal nicht. Manchmal gefällt einem eine Zeichnung, mit der man zuerst nichts anfangen konnte, zwei Wochen später ausgesprochen gut und eine Zeichnung, die man zunächst für gut hielt, findet man später langweilig. Das sind alles nur momentane Meinungen. Eine Zeichnung hat ihren Platz innerhalb aller entstehenden Zeichnungen. Manche sind ausdrucksstärker, manche weniger.

2. doofer Gedanke
Wenn ich tatsächlich gut zeichnen könnte, würde es mir jederzeit Freude machen.

Das ist nicht wahr. Es ist völlig normal, dass auch die Freude beim Zeichnen bei unterschiedlichen Anlässen und unter unterschiedlichen Umständen nicht immer dieselbe ist.
Manchmal fühlt man sich im Alltag müde und lustlos, manchmal fühlt man sich im Alltag optimistisch und ist voller Tatendrang. Manchmal fühlt man sich eben auch beim Zeichnen müde und lustlos und manchmal fühlt man sich beim Zeichnen optimistisch und ist voller Tatendrang. (That´s life.)

3. doofer Gedanke
Wenn ich tatsächlich gut zeichnen könnte, würden alle meine Zeichnungen gut finden.

Das ist nicht wahr. Wenn alle deine Zeichnungen gut finden, zeigst du sie entweder nur deiner Oma und deiner Katze oder du bemühst dich, ausschließlich Zeichnungen zu machen, an denen keiner was zu meckern hat. Aber eigentlich sind alle nur tief beeindruckt von der Mühe, die du dir gemacht hast, um diese Zeichnungen anzufertigen. Erst wenn du Menschen begegnest, die mit deinen Zeichnungen nichts anfangen können, weißt du 1. dass du sie schon ziemlich vielen unterschiedlichen Menschen gezeigt hast und 2. dass nur etwas auf deutliche Ablehnung stößt, dass eine eigenständige und unmissverständliche Position bezieht. Und aus denselben Gründen, aus denen es manchen nicht gefällt, gefällt es anderen wiederum ausgesprochen gut.

4. doofer Gedanke
Wenn ich tatsächlich gut zeichnen könnte, könnte ich alles zeichnen, was von mir erwartet wird…

…wie z.B. das Firmenlogo für die Schneiderei meiner Schwester, die Illustrationen für den Gedichtband des Freundes und die Entwürfe für die neuen Küchenmöbel. Das ist aber nicht wahr. Werbegraphiker, Illustrator und Designer sind eigenständige Ausbildungsberufe, für deren Ausübung man sich Spezialwissen aneignen muss, das mit der Fähigkeit zu zeichnen nichts zu tun hat.

5. doofer Gedanke
Wenn ich tatsächlich gut zeichnen könnte, könnte ich Menschen in allen Positionen und alle Tiere und alle Erscheinungsformen dieser Welt aus dem Kopf zeichnen.

Das ist nicht wahr. Auch erfahrene Zeichner können nicht alles „einfach so“ aufs Papier bringen, dass es so aussieht wie eine perfekte Abbildung von was auch immer. Illustratoren, z.B., die unterschiedliche Themen bearbeiten, orientieren sich an Referenzfotos oder bauen auf früheren Arbeiten auf. Realistisch „aus dem Kopf“ zeichnen kann ohne aufwändige Vorstudien niemand.

6. doofer Gedanke
Wenn ich tatsächlich gut zeichnen könnte, hätte ich schon längst meine ganze Familie porträtiert.

Warum das denn? Jedenfalls ist es nicht wahr. Nur weil einem die Familie das Wichtigste und Liebste ist, heißt das nicht, dass man sie automatisch auch zum Thema seiner Kunst machen muss. Wenn man sich tatsächlich zum Porträtisten berufen fühlt, zeichnet man ohnehin so viele Porträts, dass man für die der Familie keine Zeit hat. Außerdem ist genau dieser Wunsch, geliebte Familienangehörige zu zeichnen, ein Vorwand, um seine Zeit, die man mit Zeichnen verbringt, zu rechtfertigen. Man weiß, dass man mit solchen Porträts bei der Familie (und auch bei sich selbst) am höchsten punkten könnte.

7. doofer Gedanke
Wenn ich tatsächlich richtig gut zeichnen könnte, würde ich nie daran zweifeln, dass ich gut zeichnen kann.

Das ist nicht wahr. Das Gefühl zeichnen zu können, ist ein fluktuierendes. Mal fühlt man sich diesbezüglich relativ sicher und dann wieder so unsicher, dass man manchmal nicht weiß, was man mit diesem Stift in der Hand eigentlich anfangen soll.
Nicht nur Künstler, sondern alle Menschen müssen sich immer wieder mit Selbstzweifeln herumschlagen.
Immer dort, wo wir an uns zweifeln, liegt auch unser Schatz begraben. Unsere Zweifel zeigen uns unsere Grenzen auf, die wir dann TROTZ der Zweifel überwinden. Wir zweifeln, wir entscheiden uns zu handeln, wir handeln, wir kommen ein Stück voran und wir zweifeln wieder und immer so weiter.

8. doofer Gedanke
Wenn ich tatsächlich gut zeichnen könnte, würde ich alle auf der Welt bekannten Zeichentechniken beherrschen müssen.

Das ist nicht wahr. Zeichentechniken sind Geschmackssache und je nach Charakter mag man die eine sehr und die andere überhaupt nicht. Der eine mag mit dem Minen-Bleistift ausgeführte exakte Schraffierungen, der andere mit dem Daumen verwischte Schatten. Warum sollte man Zeit verplempern mit etwas, das einem überhaupt nicht liegt? Ausprobieren, ja, das immer, aber sich mit irgendetwas herumquälen? Nein, das macht nicht nur keinen Sinn sondern auch schlechte Laune.

9. doofer Gedanke
Wenn ich richtig gut zeichnen könnte, hätte ich in der Schule in Kunst eine bessere Note gehabt.

Das ist nicht wahr. Haben gute Noten schon jemals mehr über einen Menschen ausgesagt, als in wie weit er sich einem rigiden Schulsystem anpassen kann? Solange es keine grundlegende Reform gibt, müssen wir damit leben, dass wir in unseren Schulen dazu ausgebildet werden, uns zu vergleichen und uns dadurch aneinander anzugleichen. Wer in der Schule aus der Reihe tanzt, bekommt eine schlechte Note. Wer in der Kunst NICHT aus der Reihe tanzt…..der macht sehr wahrscheinlich keine Kunst.

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