Übst du noch oder zeichnest du schon?

iris1 - Kopieüben, üben, üben….

Wenn ich das Wort “üben” höre, werde ich sofort müde.

Und wenn ich “zeichnen üben” höre, überfällt mich die völlige Lustlosigkeit.

Wofür sollte ich zeichnen üben?

Um irgendwann mal den großen Zeichen-Preis zu erhalten, den die internationale Zeichenakademie in Klein-Brümmelsheim jedes Jahr an verdiente Zeichner vergibt?

Oder um eines Tages die ultimativ genial gelungene Zeichnung anzufertigen, die ich am Ende meines Lebens meinen Ur-Ur-Ur-Enkeln in treue Hände übergebe?

Oder soll ich üben, um, wie ich es im Vorwort eines Zeichenlehrgangs gelesen habe, mit meinen Zeichnungen meine Freunde zu verblüffen?

Nichts davon macht mir die Aussicht zeichnen üben zu müssen, erträglicher.

Auch nicht der altbekannte Spruch “Übung macht den Meister”, denn wer übt, um Meister zu werden, wird nur ein Meister im Üben.

Ein Meister im Üben zu sein, hat viele Vorteile:

- solange man übt, muss man noch nicht sagen, dass man es kann.

- solange man übt, kann man Kritik mit dem Hinweis auf´s “noch Üben”  leichter wegstecken.

-solange man übt, kann man das billige Material verwenden und muss sich nicht dem unangenehmen Gedanken aussetzen, das teure womöglich zu verschwenden.

-solange man übt, kann man jederzeit wieder damit aufhören.

- solange man übt, muss man sich und sein Leben nicht wirklich verändern, denn man hat sich für noch gar nichts entschieden.

In der östlichen Tradition hat das Wort “üben” eine etwas andere Bedeutung, die in der deutschen Sprache durch ein kleines zusätzliches Wort zum Ausdruck gebracht wird.

Man übt nicht einfach nur etwas, man übt sich “in” etwas. Man übt nicht eine Kunst, man übt sich IN einer Kunst, man übt nicht meditieren, man übt sich IN der Meditation.

Das englische Wort für üben, practice, macht das noch mal ein bisschen deutlicher, wenn man “practice” etwas plump übersetzt mit “praktizieren”. Wenn man sich IN etwas übt, praktiziert man etwas im Sinne von andauernd ausüben.

Diese scheinbar kleine Bedeutungsverschiebung von “üben” zu “sich IN etwas üben” ist eine sehr wesentliche.

Solange du nur übst, bleibst du immer außerhalb der eigentlichen Sache, die du übst. Es ist so, als würdest du draußen stehen bleiben, weil du dich nicht hinein traust.

Augenfällig wird das, wenn man sagt “ich übe FÜR etwas”.

Du übst FÜR eine Prüfung, FÜR eine gute Bewertung, FÜR die Anerkennung.

Es gibt Dinge im Leben, die kann man soundso nicht üben:

Kinder groß ziehen, zum Beispiel, oder jemanden lieben oder alt werden oder wieder gesund werden, nachdem man krank war oder eben das Leben an sich. Man muss es tun und zwar immer sofort, immer jetzt gleich. Es gibt keine Probebühne für´s Leben. Es gibt kein “heute übe ich mein Leben noch und morgen lebe ich dann richtig.”

Leben findet immer im Jetzt statt und ist unaufschiebbar.

Man kann das Leben zwar nicht üben, aber man kann und muss sich IM Leben üben.

Du kannst dich in der Liebe üben, indem du immer wieder dein Herz öffnest. Du kannst dich im gesund werden üben, indem du immer wieder auf deinen Körper achtest.

Und du kannst dich im Zeichnen üben, indem du immer wieder zeichnest, ohne darauf aus zu sein, jede Zeichnung als die endgültig fehlerlose anzustreben. Du kannst dich im Zeichnen üben, indem du jede einzelne deiner Zeichnungen als diejenige akzeptierst, die dich zu deiner nächsten führt.

Sich IN etwas zu üben bedeutet, seine Fehler hinzunehmen und sie als Erfahrungen zu er-leben, neue Erfahrungen zu machen, aus diesen zu lernen und immer so weiter.

Aus allem WORIN du dich übst, setzt sich dein Leben zusammen, aus den dadurch gemachten Erfahrungen und der Bereitschaft, dich aufgrund dieser Erfahrungen zu verändern.

Wenn du etwas “nur” übst, versuchst du von vorne herein Fehler zu vermeiden. Das sorgt dafür, dass du genau das, wofür du übst, nie erreichen wirst. Wer sich schon mal im Meditieren geübt hat weiß, dass man es entweder tut oder nicht. Während des Meditierens muss man hinnehmen, dass man immer nur so meditieren kann, wie es einem eben gerade möglich ist.

Wer das Meditieren üben wollte (abgesehen davon, dass es schlicht nicht möglich ist), um es später mal richtig zu können, würde nie das Meditieren selbst erleben, er bliebe immer außerhalb der Meditation.

Wer zeichnen immer nur übt, bleibt immer außerhalb des Zeichnens. Er schaut es nur von außen an, ohne es je wirklich zu erleben.

Der wahre Meister im Zeichnen ist nicht der, der viel zeichnen geübt hat, sondern derjenige, der nie aufhört, sich IM Zeichnen zu üben.

So wie man seinen Atem nicht zurückholen kann, einen Gedanken nicht ungedacht machen kann, hat man auch beim Zeichnen, entgegen aller Behauptungen, keinen Versuch frei.

Wenn man gezeichnet hat, ob auf Büttenpapier oder auf einem Schmierzettel, ist die Zeichnung immer schon geschehen und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden – selbst dann nicht, wenn man die Zeichnung, die Skizze, das Gekritzel wegwirft.

Der Zeichner hat seinem Leben eine weitere Erfahrung hinzugefügt und wurde durch sie verändert. Er hat einen neuen Standpunkt eingenommen, von dem aus er weiter geht.

Wer sich von dem Gedanken befreit, immer erst üben zu müssen, um später mal etwas zu können, wirft eine große Last ab. Eine Last, die zu tragen die meisten von uns sich schon viel zu sehr gewöhnt haben.

Wer sich IM Zeichnen übt, hat das Zeichnen schon erreicht und kann sich das Zeichnen üben ersparen.

Atme mal tief ein und stell´ dir vor, du musst niemals mehr etwas üben.

Das ist wie für immer große Ferien.

Du kannst sofort mit dem Zeichnen anfangen und auf der Stelle daran Freude haben.

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Reißverschluss

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Was habe ich mir nur dabei gedacht, den zu kaufen? Als hätte ich jemals die Geduld in irgendwas einen neuen Reißverschluss einzunähen.  Aber als Zeichenmotiv taugt er allemal.

 

Falsch zeichnen ist das neue richtig Zeichnen

Immer, bevor man beginnt zu zeichnen, muss man ins Leere springen, mit dem Stift in der Hand auf das leere Papier.

Und um zu springen braucht man Mut, denn kein Mensch kann voraussagen, wo man landen wird.

Sobald man gesprungen ist, glaubt man keine Fehler mehr machen zu dürfen, damit die Landung nicht zum Desaster wird.

Wenn man nicht aufpasst, könnte es nämlich geschehen, dass man sich furchtbar blamiert: vor sich und vor tausend anderen.

Auch wenn der Verstand weiß, dass die Zeichnung, die man gerade zeichnet, nie auch nur irgend jemand zu Gesicht bekommen wird, bringt das Zeichnen an sich immer das Gefühl mit sich, etwas “öffentlich” zu tun. Man “veröffentlicht” etwas aus seinem Inneren hinaus aufs Papier.

Und egal, ob jemandem tatsächlich beim Zeichnen zuschaut oder nicht, ein bisschen fühlt es sich immer so an, als schaue einem eine Menge Leute dabei über die Schulter. Sobald man den Zeichenstift in die Hand nimmt, versammeln sich all diejenigen um das Zeichenblatt herum, vor denen man, wann immer es geht, gut dastehen will, und die, so fühlt es sich an, warten nur darauf, dass man es so richtig verbockt.

Man hat es also nicht nur mit der eigenen Selbstkritik zu tun, sondern es sitzt einem auch noch die befürchtete Kritik von wer weiß wem nicht alles im Nacken.

Wenn man sich diesem ganzen Gefühls- und Gedanken-Durcheinander bewusst wird, wenn man einigermaßen mitbekommt, was in einem vorgeht, wenn man sich ans Zeichnen macht, kann man sich auch bewußt davon befreien.

Eine Möglichkeit, den Anspruch, dass jede Zeichnung ein Knaller werden muss, loszuwerden, ist:

Absichtlich und mit vollem Karacho FALSCH zeichnen. Sich keine Gedanken mehr machen, wo oben und unten ist, sondern sich “bemühen” auf jede nur erdenkliche Weise absichtlich daneben zu hauen – so falsch zeichnen, dass es schon weh tut.

Was dann passiert?

Sämtliche Kritiker gehen nach Hause, denn es gibt nichts mehr zu beurteilen. Für bekennende Falsch-Zeichner interessieren sie sich nicht. Die Kritiker wollen nur diese ängstlichen Richtigmacher zerfleischen, die zittern und zagen, diejenigen, denen es so richtig weh tut.

Endlich sind deine Lust und deine Freude am Zeichnen wieder frei!

Wenn diese beiden, deine Lust und deine Freude, wieder machen können was sie wollen, ohne auf deine mimosenhaften Befürchtungen und Ängste Rücksicht nehmen zu müssen, und du ihnen nicht mehr im Weg stehst, dann endlich können die “richtigen”, die wundervollen Zeichnungen entstehen. Die Zeichnungen, wie du sie dir nie vorstellen konntest und dir auch nie vorstellen können wirst, bevor sie tatsächlich entstanden sind.

Eine unvorstellbar falsch gezeichnete Narzisse.

unvorstellbar falsch gezeichnete Narzissen

 

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Zeichenworkshop in Frankfurt am Main am Samstag, 27. September 2014

 

FÜR FRANKFURT NUR NOCH 2 PLÄTZE FREI!!!

AUSGEBUCHT

Anfang  September hatte ich mich mit 11 Zeichnern in Köln im Römisch-Germanischen Mueum getroffen.

Es gab viele Aha- Momente und so manches “WOW”-Erlebnis.

Eine Besucherin des Museums war so nett, zum Abschluss des Workshops die ganze fröhliche Gruppe zu fotografieren.

Leider ist das Foto unscharf, man hätte blitzen müssen (darf man nicht im Museum), aber unsere sehr gute Laune nach immerhin 5 Stunden zeichnen, ist trotzdem sehr deutlich erkennbar.

Die fröhlichen Zeichner zu Köln

Die fröhlichen Zeichner zu Köln

 Der nächste Zeichenworkshop findet statt

im Frankfurter Senckenberg-Museum

“Mühelos ins Zeichnen kommen”

am Samstag, 27. September 2014

10.00 Uhr bis 15.00 Uhr (plus eine halbe Stunde länger bei Bedarf)

Wer noch mitmachen will, der kann sich HIER anmelden.

Es sind nur noch 2 Plätze frei!