Meditationshilfe

KopfhörerWährend der Meditation quatsche ich immer so laut in meinem Kopf. Ich erzähle mir nichts, was ich nicht schon wüsste oder irgendwie hilfreich wäre. Musik hilft mir, mich selbst zu überhören.

 

 

 

 

Ein schwarzes Schäfchen für Alex

SchafAlex hat in einem Kommentar zum Bild der Schafzüchterin gefragt, ob ich nicht noch eines ihrer Schäfchen zeichnen wolle. Voilá, so schnell kann´s gehen. Das ist für dich, Alex. :-)

Die Schafzüchterin

Die Schäferin2“Es ist wunderbar hierher zu kommen. Ich gehe umher, setze mich für einen Moment und ruhe mich aus. Dann kommen die Schafe mit denen ich schmuse. Sie gehen wieder und fressen ein bisschen. Das ist einfach herrlich.” arte tv

Auf den ersten Blick….oder wie man lernt, seinen Augen zu trauen

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Was man auch anschaut, bevor man beginnt zu zeichnen, sieht man immer irgendein einzelnes Detail zuerst.

Und dann sieht man mehr und mehr und im nächsten Moment weiß man nicht, wohin man zuerst und zuletzt schauen soll.

Aber es gibt immer diesen allerersten Blick, dieses allererste Erkennen.

Dieser erste Blick ist der erste Kontakt, den der Zeichner wie einen Anker auswirft, um mit dem Motiv eine Verbindung herzustellen.

Dieser erste Blick ist gedanken-los und somit sprach-los.

Dieser erste Blick nimmt wahr – “wahr” wie in Wahrheit.

Mit diesem ersten Blick auf das Motiv erkennt der Zeichner – “erkennen” wie in Erkenntnis – was für ihn hier und jetzt und in diesem Moment, das Wesentliche ist.

Doch diese stumme Sprachlosigkeit währt nicht lange.

Schon mit dem zweiten Blick setzt das Denken ein und die Gedanken beginnen im Kopf des Zeichners zu sprechen. Diese Gedanken kommentieren, kategorisieren und beurteilen, was der Zeichner sieht.

Das wortlose Fühlen des ersten Momentes, des ersten Blicks, wird abgelöst vom ständig plappernden und alles besserwissenden Verstand.

Sobald wir etwas wahrgenommen haben und dann der erste Blick abgelöst wird vom nächsten Blick, kommt unser Verstand angerannt und redet mit. Anstatt zu erkennen und zu fühlen, was wir sehen, lassen wir es uns nun von unserem Verstand erklären.

Und was passiert mit dem ersten Blick, dem ersten wortlosen Gefühl?

Vergessen.

Verschwunden.

Als hätte es ihn nie gegeben.

Da war schon alles erkannt, erfasst und gewusst mit diesem ersten Blick, aber du hast ihm nicht getraut.

Du traust deinen Augen nicht und fragst stattdessen lieber deinen Verstand, was er glaubt, was du sehen solltest. Diese, deine Gedanken sind voller Wörter, doch das Zeichnen selbst ist wort-los.

Dein erster Blick auf das Motiv und dein erstes, noch sprachloses Gefühl bestimmen den Grundton für die Beziehung zwischen dir als Zeichner und deinem zu zeichnenden Motiv.

In diesem allerersten Moment des klarsichtigen Erkennens ist schon die ganze Zeichnung entstanden, du müsstest jetzt nur noch deiner Hand erlauben, sie auf dem Papier entstehen zu lassen.

Aber was machst du stattdessen?

Du beginnst zu grübeln.

Da ist so viel zu sehen, sagen dir deine Gedanken. Wir müssen hier rational und strukturiert vorgehen, behaupten sie. Überlege, wo du anfängst und wo du aufhörst, ermahnen sie dich, zuerst musst du wissen, welche Linien die wichtigsten sind und welche weniger wichtig, bevor du mit dem Zeichnen beginnst.

Anstatt frei und gedanken-los zu zeichnen, denkst du nach. Wenn du aber darüber nach-denkst, also deinem ersten Blick, deinem unmittelbaren Sehen, hinterher denkst, um herauszufinden, was es alles zu sehen gibt, verlierst du die Erkenntnis des ersten Blicks. In deinem ersten Blick war jedoch alles Wesentliche schon enthalten.

Das Wesentliche, das nur für dich und nur für diese einzigartige Zeichnung in nur diesem einzigartigen Moment das Wesentliche ist.

Die Herausforderung hier ist, den ersten wortlosen Blick zuzulassen und dem ersten sprachlosen Erkennen zu vertrauen.

Wenn du von Anfang an ausschließlich deinen Augen traust, gleich im ersten Moment und ohne zu zögern zu zeichnen beginnst, kommt DEIN Blick, dein ganz eigener Blick, mit auf die Zeichnung.

Du siehst, was ich nicht sehe und ich sehe, was du nicht siehst. Deshalb interessiert uns Kunst. Wir zeigen einander, was wir nie gesehen hätten, gäbe es des anderen Blick nicht.

Was wir auf den ersten Blick erkennen, erscheint uns immer unspektakulär und deswegen wird dem, was wir da sehen, nicht viel Bedeutung beigemessen und es wird sehr leicht über-sehen. Man macht sich stattdessen doch lieber auf die Suche nach dem  vermeintlich Besonderen.

Das Geheimnis jedoch ist:

DEIN Blick ist immer ein besonderer und mit DEINEM Blick siehst du immer das Besondere.

Suchst du jedoch absichtlich nach dem Besonderen, findest du nur das Gewöhnliche.

Schau dich um und wirf deine Blicke umher.

Dein Blick fällt auf etwas und für die Dauer eines Atemzuges siehst du ein bestimmtes Detail ganz klar und deutlich:

ein Lichtreflex auf einem Glas, eine einzelne Falte in deinem Pullover, die Neigung dieses kahlen Astes vor dem Fenster.

Das alles erkennst du schon, bevor du auch nur einen einzigen Gedanken dazu gedacht hast.

Sobald du wieder ausatmest und sich ein Gedanke in deinem Kopf formt, ist der Moment des ersten Blicks vorbei.

Anstatt dir jetzt von diesem Gedanken erklären zu lassen, was du gesehen hast und wie und was du zeichnen sollst, lass´ schnell deiner Hand den Vortritt. Du wirst feststellen, deine Hand kann ganz ohne deine Anweisungen zeichnen, denn sie weiß schon längst, was du gesehen hast.

Und nun kehre zum nächsten “ersten Blick” zurück.

Jedes Mal, wenn du den Blick vom Papier löst, um ihn auf das Gesicht, die Landschaft, die schlafende Katze zu werfen, siehst du von neuem etwas zum ersten Mal.

Deine zeichnende Hand ist die Simultanübersetzerin deines ersten, sprachlosen Blicks und aller folgenden.

Deine Hand zeigt dir auf dem Papier, was du wirklich siehst.

Trau´dich, deinen Augen zu trauen!

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Die Wüstenläuferin

Die Wüstenläuferin“An einem Ort zu sein, der so extrem, so schwierig ist, so hart ist zu leben für Tiere, Pflanzen, Menschen, das verlangt von einem aufmerksam zu sein. Das Leben kann davon abhängen, aufmerksam zu sein.” arte tv