Freude am Zeichnen macht nicht das ER-gebnis, sondern das ER-lebnis

SilberschmiedEs geschieht immer wie von selbst. Es funktioniert wie irgendein verdammter Mechanismus, der ausgelöst wird, sobald man mit der Absicht zu zeichnen, einen Stift in die Hand nimmt.

Von „ich möchte so gerne zeichnen“ wechselt der innere Modus sofort auf „jetzt muss ich zeichnen“ und schaltet dann noch einen Gang weiter in „jetzt kommt es darauf an, dass ich gut zeichne“.

Ruckzuck hat sich der Wunsch zu zeichnen verwandelt in eine Forderung. Eine Forderung, die uns völlig über-fordert, weil wir gar nicht wissen, WAS genau wir von uns verlangen. Was sollen wir denn eigentlich jetzt tun und wofür soll das gut sein? Macht das überhaupt Sinn?

Dass wir uns vor noch gar nicht so langer Zeit, so vor ungefähr 20 Sekunden, auf das bevorstehende Zeichnen gefreut haben, kurz bevor der Zeichenblock aufgeschlagen wurde und bevor wir den Stift in der Hand hielten, haben wir völlig vergessen.
Was? Zeichnen soll ich? Kann ich nicht!

Das Wort „zeichnen“, so schlicht und unschuldig es daher kommt, hat es in sich.
Selten darf es mal nur das sein, was es ist, ein Verb, das für eine bestimmte Tätigkeit steht.

Kaum ein Wort ist so belastet mit Vorurteilen, Schamgefühlen und der Angst zu versagen, wie dieses Wort.
Wahrscheinlich ist das Wort „zeichnen“, dasjenige, das am häufigsten gemeinsam mit „ich kann nicht“ ausgesprochen wird.

Noch nie habe ich in den vergangenen 13 Jahren, in denen ich zeichne, mich intensiv mit dem Zeichnen beschäftige und mit unzähligen Menschen über das Zeichnen gesprochen habe, von Irgendjemandem  auch nur einmal den Satz „ich KANN zeichnen“ gehört.
Von sich selbst zu sagen, man könne zeichnen, wird als ungeheure Anmaßung empfunden, eine Behauptung, der man glaubt, nicht standhalten zu können.
„Zeichnen können“ wird automatisch gleich gesetzt mit „jederzeit perfekt zeichnen können“.

Wenn also Zeichnen so etwas unvorstellbar Schwieriges ist, das, wenn überhaupt nur in höchster Vollendung getan werden sollte, um sich nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, warum sind wir dann überhaupt jemals auf die Idee gekommen, zeichnen könnte uns Freude bereiten?

Ganz einfach: Wir haben uns aufs Zeichnen gefreut, solange wir noch nicht daran gedacht haben, dass wir, um zu zeichnen, tatsächlich zeichnen müssen.
Wir haben uns nicht auf die Tätigkeit des Zeichnens gefreut, sondern auf das, was wir mit dieser Tätigkeit verbinden.
Wir haben uns darauf gefreut, was wir erleben werden beim Zeichnen und auf die Erfahrungen, die uns das Zeichnen ermöglicht.
Wir haben uns so lange auf das Zeichnen gefreut, bis uns klar geworden ist, von einer Sekunde auf die andere, dass wir uns in eine Unternehmung hinein manövriert haben, aus der es nur zwei Auswege gibt:
Entweder wir machen das hier richtig genial oder wir versagen völlig. Es gibt nur grandios gewinnen oder peinlich scheitern.

Ursprünglich hatten wir uns auf das Erlebnis des Zeichnens gefreut, aber sobald es tatsächlich ans Zeichnen geht, darum echte und sichtbare Linien auf dem Papier zu ziehen, wird in unserem Kopf plötzlich dieser Schalter umgelegt, und wir denken nicht mehr an das Erlebnis, sondern an das Ergebnis des Zeichnens.
Zeichnen hat dann plötzlich nichts mehr mit Freude zu tun, sondern mit Mühe und Erfolgsdruck.

Diese, meistens von schmerzhaften Erfahrungen in der Vergangenheit gespeisten Gedanken, die behaupten, man solle das Zeichnen lieber gleich sein lassen, weil nichts Gutes dabei herauskommen wird, kann man aber austricksen.

Wenn diese Gedanken uns das Zeichnen ausreden wollen, bitte sehr, sollen sie doch.
In Wirklichkeit geht es uns nämlich gar nicht ums Zeichnen. Wir wollen doch ganz was anderes.
Zu sagen „ich möchte gerne zeichnen“ ist doch nur eine sehr ungenaue Formulierung für etwas ganz anderes, für etwas, das über das Zeichnen, wie es allgemein verstanden wird, weit hinaus geht.

Statt „ich möchte gerne zeichnen“, kann an sagen:
„Ich möchte gerne beobachten“ und „ich möchte gerne entdecken“ und „ich möchte gerne erleben, erfahren, erkunden, erkennen, betrachten, durchschauen, erforschen, herausfinden.“

Man kann sagen „ich möchte mich gerne überraschen lassen, ich möchte mich gerne einer bestimmten Sache zuwenden, ich möchte das Papier unter der Hand fühlen, ich möchte das Geräusch des Stiftes hören, ich möchte spüren, wie sich der Druck meiner Hand verändert und mit ihm der Ausdruck meiner Linien.“

Statt „ich möchte gerne zeichnen“ kann man auch sagen, „ich möchte mich gerne über ein randvolles Skizzenbuch freuen, ich möchte mich gerne verbinden, mit dem, was mich umgibt, ich möchte gerne etwas Unvorhersehbares entstehen lassen, ich möchte genießen, ich möchte staunen, ich möchte mich wundern, mich verlieben.“

All diese Gefühle und Erlebnisse sind es, die uns das Zeichnen wertvoll machen.
Wenn wir uns aufs Zeichnen freuen, freuen wir uns in Wirklichkeit auf diese Fülle von Möglichkeiten und neuen Erfahrungen, die uns das Zeichnen bietet.
Wenn wir uns darüber im Klaren sind, lassen wir uns, sobald wir den Stift in die Hand nehmen, das Zeichnen nicht mehr vermiesen.

Ach ja, stimmt, beim Zeichnen entstehen Zeichnungen.
Wenn wir uns dafür entscheiden, das Zeichnen in dieser ganzen Fülle zu erleben, werden unsere Zeichnungen voller Leben sein.

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Der geheime magische Trick der Zeichner

 

TulpeÜber das Folgende spricht kaum ein Zeichner.
Entweder ist es ihnen ein bisschen peinlich, weil sie selbst nicht so genau wissen was sie da tun und sie sich den Vorgang und den Effekt nicht erklären können oder sie tun es unbewusst und merken es schon gar nicht mehr.
Ich spreche von einer ganz kleinen, von einem Außenstehenden kaum wahrzunehmenden Geste, die der Zeichner ausführt, bevor er mit dem Zeichnen beginnt.

Sobald man ein Motiv ins Visier genommen und einen allerersten Blick darauf geworfen hat, in diesem kurzen Moment, bevor man den Stift tatsächlich aufsetzt, streicht man mit der Hand an der Stelle über das Papier, wo die Zeichnung entstehen soll.

Das geschieht ganz rasch und wie nebenbei, fast wie zufällig und doch wird durch diese kleine Geste etwas sehr Machtvolles in Gang gesetzt.

Mit dieser Handbewegung, mit diesem flüchtigen Streichen über das Papier, stellt der Zeichner die geistige Verbindung her zwischen sich, dem Papier und dem Motiv. Es wird eine Art Pakt geschlossen.
Der Zeichner verpflichtet sich, sich dem Motiv ganz hinzugeben, sich ihm unterzuordnen und das Zeichnen so geschehen zu lassen, wie das Motiv es in diesem Moment erfordert.
Mit dieser Geste wird ein Tor geöffnet, wird das noch Unsichtbare eingeladen, sichtbar zu werden.

Der Zeichner berührt das Papier und auf geradezu magische Weise entsteht in diesem Moment die Zeichnung. Noch bevor sie gezeichnet wurde, nimmt sie, für das physische Auge noch nicht sichtbar, schon auf der geistigen Ebene Gestalt an.

Der Zeichner muss die Zeichnung jetzt eigentlich nicht mehr zeichnen im herkömmlichen Sinne von „wie fange ich an“, er muss jetzt nur noch die im Unsichtbaren wartende Zeichnung sichtbar werden lassen.
Der Zeichner erlebt dann das Zeichnen, als würde es wie von selbst geschehen und er, der Zeichner nimmt scheinbar keinerlei Einfluss darauf, wie sich der Stift übers Papier bewegt.

Die Magie dieser Geste entfaltet sich selten bei einer ersten Zeichnung, auch nicht immer bei der zweiten oder dritten, und doch ist es nötig, schon bei diesen, diese „magische“ Geste auszuführen.
Erst, wenn man sie nicht mehr zählt, geschieht es, dass Zeichnungen entstehen, die gezeichnet zu haben, man sich später nicht erinnern kann.

Selbstverständlich erlebt man diese magischen Momente nicht, wenn man glaubt, man müsse sich beim Zeichnen einen abbrechen, um einigermaßen etwas hinzubekommen und man deshalb durchgehend mit sich selbst im Clinch liegt.

Nein, das erlebt man nur, wenn man dem Zeichnen vertraut, sich vorurteilslos ins Zeichnen fallen lässt und man wirklich bereit ist das Zeichnen als etwas völlig Unvorhersehbares, Überraschendes und Wundervolles zu erleben.

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Workshop in Frankfurt „Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“ am Samstag, 24. September 2016

Senckenbergmuseum Frankfurt„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

Workshop in Frankfurt im Senckenbergmuseum Samstag, 24. September 2016

von 10.30 Uhr bis 15.30/16.00 Uhr

ausgebucht

– wieder 1 Platz frei geworden-

Um zu den Anmeldeinformationen zu gelangen, bitte diesem Link HIER folgen.

„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“   Manuela

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Es geht einem oft so, oder?

Obwohl man das Zeichnen eigentlich mag und man sich wünscht, man würde öfter zeichnen, wird es dann doch irgendwie als lästig und mühsam empfunden.
Man will zwar zeichnen, aber am liebsten hätte man die Zeichnung sofort und auf der Stelle fertig, ohne sie tatsächlich erst zeichnen zu müssen.
Man merkt oft einfach nicht, wie sehr man ausschließlich darauf fixiert ist, eine „gute“ und vorzeigbare Zeichnung zu produzieren und man das eigentliche Zeichnen am liebsten überspringen würde.
Wenn man immer nur ein fertiges Endprodukt im Kopf hat und dadurch auf einmal so viel von dessen Gelingen abhängt (Kann ich umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Finden andere gut, was ich mache. Bin ich gut. usw.), macht die ganze Sache plötzlich keinen wirklichen Spaß mehr.
Man muss es sich aber nicht so schwer machen.
Zeichnen kann etwas Leichtes sein, wenn man bereit ist, seinen Fokus zu verschieben, und zwar weg vom ‚Endprodukt Zeichnung‘ hin zum ‚Erlebnis Zeichnen.‘
 
Wenn man bereit ist, jeden Moment des Zeichnens bewusst zu erleben und zuzulassen, mit dem Stift unmittelbar auf den Moment zu antworten, anstatt einer festgelegten Vorstellung hinterher zu jagen, gelingen, wie nebenbei, ausdrucksstarke und beeindruckende Zeichnungen.
 
Wenn du erleben möchtest, wie gut es tut, endlich mühelos zu zeichnen, und zwar ohne Umwege über das konventionelle
„ich kann das nicht – Zähne knirschen – muss mehr üben“-Gedöns, würde ich mich sehr freuen, dich am Samstag, 24. September 2016 im Senckenbergmuseum begrüßen zu können.
 

Dieser Workshop wird dich dazu inspirieren mit deinem eigenen Zeichnen und mit deiner eigenen Art des zeichnerischen Ausdrucks intensiven Kontakt aufzunehmen.

Wenn du nicht so oft zeichnest, wie du es dir wünschst oder wenn du lange nicht mehr gezeichnet hast, findest du hier die Motivation dich wieder mit Freude regelmäßig dem Zeichnen zuzuwenden.
 
Wer nämlich glaubt, man müsse es zuerst irgendwelchen Konventionen entsprechend „richtig“ machen, verliert schnell die Freude am Zeichnen und greift schließlich gar nicht mehr zum Stift.
 
Wenn du dir deines eigenen unvergleichlichen Ausdrucks „selbst bewusst“ wirst, fällt es dir leicht, den inneren Kritiker zu überhören und wieder „selbstbewusst“ und mit Begeisterung zu zeichnen.
Dann lässt du deine Zeichnungen mühelos entstehen, ohne deren Entstehungsprozess ständig kritisch zu kontrollieren.
 
Ich zeige dir, wie du unmittelbar sehen kannst, ohne dir von deinem Verstand sagen zu lassen, was er glaubt, was du sehen solltest. So werden dir ausdrucksstarke Zeichnungen gelingen, die keinen Vergleich scheuen müssen, weil sie einzigartig und unvergleichlich sind.

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Das sagen Teilnehmer früherer Workshops:

„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“ Manuela

„War alles sehr spannend und lehrreich.“  Bettina

„Ich fand den Kurs für mich persönlich bereichernd. Ich schätze deine ruhige, wertschätzende Leitung, die immer wieder wichtige Impulse beim Zeichnen gibt.Waltraud

„Es ist ein völlig anderer Zugang, als in den Workshops in der Volkshochschule. Ich bin und war begeistert.“  Susanne

„Ich hatte meinen ersten Workshop mit Martina in Frankfurt… damals nach einer sehr langen Zeichenpause… Mittlerweile gönne ich mir mein eigenes kleines Atelier und es geht wirklich nicht einen einzigen Tag ohne irgend etwa gezeichnet zu haben…
Dank Martina fand ich wieder zu mir und meinen Zeichnungen zurück!“ Petra
 
„Ich war einfach sprachlos. Ich bin mit wenigen Erwartungen gekommen und wollte einfach mal ausprobieren, ob ich nicht einige neue Impulse sammeln kann.
Das Ergebnis war überwältigend! Du hast mir im großen Haus der Kunst eine Tür zu einem weiten Raum gezeigt und geöffnet.“  Klaus
 

„Ein Workshop bei Martina ist eine Reise zum eigenen, ganz persönlichen zeichnerischen und authentischen Ausdruck und ein echter Befreiungsschlag für angstfreies Zeichnen!“ Alex 

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Wie läuft so ein Workshop eigentlich ab?

Bevor ich diese Frage beantworte, will ich zunächst einmal erklären, wie meine Workshops NICHT ablaufen.

– Es werden KEINE konventionellen Zeichentechniken vermittelt, wie man sie als Lektionen in manchen Lehrbüchern findet, wie z.B. Schraffieren, Graustufenfelder anlegen oder ein Ei unter einer gedachten Lichtquelle von links oben zeichnen.

– Ich gehe NICHT während des Zeichnens herum, um den Zeichnern über die Schulter zu schauen und sie auf sogenannte Fehler aufmerksam zu machen.

– Es geht NICHT um ‚falsch oder richtig‘ oder um ‚besser oder schlechter‘ zeichnen als….

Wenn du jetzt noch Lust hast weiterzulesen, ist ein Workshop, so wie ich ihn anbiete, sehr wahrscheinlich etwas für dich.

Beim ersten Zusammentreffen der Gruppe nennen wir nur unsere Vornamen und es gibt keine dieser üblichen Vorstellungsrunden.
Das ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und ‚Was mache ich sonst noch‘ bleiben draußen vor der Tür.

Ich stelle mir die Runde der Zeichner immer gerne als eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Reisender vor, die für eine gewisse Zeit gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.

Im Laufe des Tages bitte ich die Teilnehmer, sich auf verschiedene Zeichenexperimente einzulassen.
Ich erkläre das jeweilige Experiment und los geht´s mit dem Zeichnen – jeder für sich.

Nach einer vorgegebenen Zeit kommen wir wieder zusammen, und wer mag (!), erzählt von seinen Erfahrungen, die er während des jeweiligen Reiseabschnittes sammeln konnte.
Es kommt dann immer zu einem regen Austausch, weil natürlich jeder durch die Erfahrungen der anderen auch Erkenntnisse für sich selbst gewinnen kann.

Auf diese Weise bewegen wir uns zeichnend und miteinander sprechend durch die Säle des Museums.

Die Zeichen-Experimente  sind dazu gedacht, die Zeichner herauszufordern, den Prozess des Zeichnens zu hinterfragen und neu zu erleben.

Das unmittelbare Sehen und Erleben stehen im Mittelpunkt so eines Zeichenworkshops, denn nur, was den Zeichner innerlich beeindruckt, kann er auf seine einzigartige und unvergleichliche Weise auf dem Papier adäquat zum Ausdruck bringen.

Welche Experimente das sind, verrate ich natürlich nicht. Dann wäre ja die Überraschung weg.
Aber am Ende des Tages wird sich für jeden Zeichner etwas verändert haben und für jeden wird es etwas anderes sein.

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Hast du Prüfungsangst vorm Zeichnen?

Pfingstrose2In einem Sommer vor vielen Jahren, ich weiß nicht mehr wann, aber es ist ca.10 Jahre her, unterzog ich mich selbst einer Prüfung.

Ich wollte endlich wissen, ob ich nun zeichnen kann oder ob ich es nicht kann.

Meine Prüfungsaufgabe lautete:
Zeichne eine Rose naturgetreu. Du hast nur einen Versuch und maximal eine Stunde Zeit.

Ich war der Prüfling und die Prüfungskommission in einer Person, und ich sage es lieber gleich: ich bin durchgefallen.

Der Anlass dieser Prüfung war folgender:
Ich hatte zugesagt einen Nachmittag auf einem Sommerfest für einen guten Zweck die Besucher zu portraitieren. Im ersten Moment hörte sich das nach viel Spaß an.
Ich liebte es in der Akademie in der Portrait-Klasse Menschen zu zeichnen.

Warum nicht auch öffentlich zeichnen, wo einem hunderte fremde Menschen dabei zusehen……………………….

Genau.
Keine 24 Stunden später war bei mir die Panik ausgebrochen.

War ich von Sinnen?

„Bis zu dem Termin in zwei Wochen muss ich jetzt nur noch ganz schnell zeichnen lernen“, sagte ich nur halb im Scherz zu meinem damaligen Zeichenlehrer, der mich kalt lächelnd in diese ganze Unternehmung hineingeritten hatte.

Ich hoffte darauf, von ihm etwas Aufmunterndes zu hören, etwa in der Art, „aber meine Liebe, du kannst doch ganz hervorragend zeichnen.“

Stattdessen kam er mir philosophisch.
Er sagte nur: „Wird man denn je fertig mit dem Lernen?“ und damit lies er mich stehen.

Na danke auch, das war mir keine große Hilfe.

Ich überlegte ernsthaft, die ganze Sache abzublasen. Aber zuvor wollte ich noch etwas ausprobieren. Ich beschloss, meine Zeichenfähigkeit einer ultimativen Prüfung zu unterziehen.

Wenn ich die Prüfung bestand, wollte ich die Zusage aufrecht erhalten, wenn nicht, würde ich absagen.

Ich sprang aus dem Bett, denn es war abends um 11 und ich war eigentlich schon schlafen gegangen, machte das Licht an und holte mir den Zeichenblock und einen Bleistift.
Eine einzelne Rose in einem Wasserglas stellte ich als „Modell“ auf den Nachtisch.

Ich formulierte die schon genannte Aufgabe, Rose naturgetreu, nur ein Versuch und nicht länger als eine Stunde, und begann, auf der Bettkante sitzend, zu zeichnen.

Etwas Wesentliches hatte ich allerdings vergessen und hätte ich daran gedacht, wäre mir vielleicht gleich aufgefallen, dass ich von Anfang an keine Chance hatte, diese Prüfung zu bestehen.
Ich hatte mir nämlich keine Bewertungskriterien überlegt, anhand derer ich den Erfolg oder Misserfolg meines Tuns hätte messen können.
Wie wollte ich denn beurteilen, ob ich denn nun zeichnen konnte oder nicht?

Ich hatte keine Ahnung, merkte es aber nicht.

Wahrscheinlich dachte ich, das Wort „naturgetreu“ sei als Vorgabe völlig ausreichend. Was es aber genau bedeuten sollte, davon hatte ich keine Vorstellung.

Ich wollte so zeichnen können wie jemand, der es kann. Basta.

Ich habe keine Stunde gebraucht, um festzustellen, dass meine Zeichenfähigkeit diesem diffusen Anspruch nicht genügte.
Für mich war es schnell ganz offensichtlich:

Ich konnte nicht zeichnen.

Ich glaube, dass sehr viele von uns, die gerne zeichnen, ohne sich dessen bewusst zu sein, sich immer und immer wieder dieser Art von Prüfung unterziehen. Jede neue Zeichnung soll beweisen, ob man nun dazu geboren ist zu zeichnen und ob es sich lohnt weiterzumachen.
Da wir uns aber an völlig unrealistischen Vorgaben messen, besteht keiner von uns jemals diese Prüfung.

Diese Vorgaben sind nicht unrealistisch, weil es uns etwa an Talent fehlt, sondern weil wir uns an etwas messen wollen, das mit uns, mit unserer Realität, mit unserer Person und mit unserem Wesen, NICHTS zu tun hat.

Wir glauben, um gut zeichnen zu können, so zeichnen zu müssen, wie jemand anderes, der in der Vergangenheit ein für alle mal vorgegeben hat, was es heißt, gut zu zeichnen, wie z. B. da Vinci.

Aber selbst da Vinci konnte nicht besser oder anders zeichnen als er selbst. Das liegt daran, dass er da Vinci war und nicht jemand anderes.

Wenn wir immer nur danach streben, „genauso gut wie…“ zu zeichnen, werden wir uns nie diese blödsinnigen, selbst auferlegten Prüfungen bestehen lassen.
Um so öfter wir uns durchfallen lassen, um so schwieriger wird es, diese beständig höher werdende Frustmauer zu überwinden und uns immer wieder frei und unvoreingenommen dem Zeichnen, unserem Zeichnen, zuzuwenden.
Das eigene Zeichnen wird oft grundsätzlich mit „ungenügend“ bewertet, weil wir nicht anders zeichnen, wie wir es eben tun.

Gut zeichnen zu wollen, bedeutet für uns oft nichts anderes, als „anders“ zeichnen zu wollen. Aus Prinzip glauben wir, dass die Art, wie wir zeichnen, keine gute Art sein kann.

Inzwischen weiß ich jedoch, dass jeder Zeichner, jede Zeichnerin, für sich selbst das jeweils eigene Zeichnen völlig neu finden und erfinden muss.

Ja, wir können und müssen von anderen Zeichnern und Künstlern lernen, und ja, wir können und müssen uns von anderen Zeichnern und Künstlern inspirieren lassen, aber wir werden nie zu guten Zeichnern, nach unseren eigenen, nur für uns selbst gültigen Bewertungskriterien, wenn wir nicht aufhören, uns an anderen Zeichnern zu messen.

Nachdem ich also so „versagt“ hatte, stand ich vor der Wahl tatsächlich abzusagen, und mich dann allerdings wegen Feigheit vor dem Feind zu blamieren oder die Sache halbwegs aufrecht stehend durchzuziehen.
Ich entschied mich für letzteres und ich habe an diesem Tag bei diesem Sommerfest, innerhalb von drei Stunden ungefähr 50 Gesichter gezeichnet.
Nicht wenige der Portraitierten waren von dem Ergebnis ihres zweiminütigen Modellsitzens alles andere als begeistert.
Andere wiederum freuten sich wie Schneekönige, als ich ihnen die fertige Zeichnung zusammengerollt in die Hand drückte.
Schon nach kurzer Zeit des Zeichnens, die Leute standen Schlange und ich zeichnete ununterbrochen, merkte ich, dass es mir völlig egal war, was andere über meine Zeichnungen dachten. Ja, mir war es sogar egal, was ich selbst über meine Zeichnungen dachte.
Ich dachte überhaupt nicht mehr. Ich fühlte nur noch.
Ich fühlte die Menschen, denen ich ins Gesicht blickte und ich fühlte das Zeichnen und ich fühlte, dass mit jeder Zeichnung etwas Neues, noch nie zuvor Dagewesenes entstand.

Ich zeichnete, wie nur ich zeichnen konnte, und das war verdammt gut.

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5 Tricks, wie man beim Zeichnen am besten seinen Verstand verliert

ba4Wer will schon seinen Verstand verlieren?

Einen gut funktionierenden Verstand zu haben ist das Wünschenswerteste, was man sich nur vorstellen kann. Der eigene Verstand gibt einem Sicherheit im Alltag. Er sorgt dafür, dass wir diese Welt „verstehen“ und er hilft uns, kluge Entscheidungen zu treffen.

Wir brauchen unseren Verstand. 

Der Verstand ist quasi der Käpt´n im Kopf, der in jeder Situation den Überblick behält, damit wir auf Kurs bleiben.  

 Und doch, wer wirklich ausdrucksstarke und authentische Zeichnungen machen will, kommt nicht drum herum, seinem Verstand ab und zu in den Urlaub zu schicken.

Freiwillig allerdings wird er die Kontrolle auf der Brücke nicht aufgeben. Schließlich ist er für reibungslose Abläufe zuständig, er erklärt uns, was wir sehen und hören und er sagt uns, was wir zu denken haben. Seine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir optimal durchs Leben schippern.  

 Aber blöd ist, speziell für Zeichner, der Verstand kann nicht zeichnen, er weiß das aber nicht. Und wie er es nun mal gewohnt ist, will er auch beim Zeichnen die Oberhand behalten.

Und weil er glaubt, schon alles zu kennen und alles schon mal gesehen zu haben, verleitet er den Zeichner dazu, beim Zeichnen nicht richtig hinzusehen. Er sagt zum Beispiel soetwas wie,  

„ach komm, so eine Rose habe ich schon hundert mal gesehen, eine sieht aus wie die andere.“ Dem Verstand reicht es nämlich völlig, eine Rose als eine Rose zu erkennen, als irgendeine. Dass keine Rose der anderen gleicht, interessiert ihn nicht.  

Er überredet den Zeichner zu zeichnen, was dieser weiß (nämlich alle Rosen sehe irgendwie gleich aus) und nicht, was er tatsächlich sieht (diese einzigartige Rose).

Und schon, ups, ist die Zeichnung nichts geworden.  

 „Gib dir beim nächsten Mal gefälligst mehr Mühe“, schnauzt der Verstand den Zeichner an. Wenn eine Zeichnung nicht „stimmt“, gibt es für den Verstand nur eine einzige Erklärung, der Zeichner hat sich nicht genug angestrengt.
„Das ist ja peinlich. Was sollen denn da die anderen sagen?  Du musst einfach mehr üben und die Regeln lernen. Ich kann mich nur mit Zeichnungen einverstanden erklären“, nörgelt der Verstand, „die aussehen wie die Dinge in echt. Was anderes will und kann ich nicht erkennen.“

 Armer Zeichner, der seinen Verstand nicht rechtzeitig in die Wüste geschickt hat. Jetzt produziert er nur noch langweilige und unpersönliche Zeichnungen, auf denen nichts anderes zu erkennen ist, als die Mühe, die er sich damit gemacht hat.  

 Aber es ist nie zu spät, doch noch unmittelbar authentisch und ausdrucksstark zu zeichnen. Man kann nämlich den Verstand mit ein paar einfachen Tricks überlisten:

 Trick Nr. 1 

Zeichnen ohne auf´s Papier zu schauen 

 Wenn man sich nicht die Mühe macht, während des Zeichnens aufs Papier zu schauen und sich gar nicht darum kümmert, was man da gerade zu Papier bringt und stattdessen den Blick stur ausschließlich auf das Motiv gerichtet hält, hat der überkritische Verstand keine Chance, seine Einwände vorzubringen. Er sieht nämlich nichts, also kann er auch nichts kontrollieren.

Die Zeichnungen, die mit dieser Methode entstehen, sind oft von ganz besonderem Reiz. Sie wirken frei, großzügig und ungekünstelt. 

Trick Nr. 2 

Unsichtbar zeichnen

 Häh, was ist das denn? Nein, keine Angst, ich habe keinen Knall.

Allerdings ist unsichtbar zeichnen etwas aufwändiger als das übliche Zeichnen und es ist der einzige von den 5 Tricks, für den besonderes Material benötigt wird, aber es gibt da unterschiedliche Möglichkeiten.

Man nehme

a. einen extrem harten Bleistift und einen extrem weichen Bleistift

oder

b. Maskierflüssigkeit für Aquarellmaler oder einen weißen Paint-/Lack-/ edding-Stift und irgendeine Aquarellfarbe und ein oder zwei Pinsel (Stärke egal)

oder

c. ein Stück weiße Ölpastellkreide (von der etwas cremigen Sorte, es funktioniert nicht mit einem einfachen Pastellstift) und ein Stück Graphit   

 und natürlich Papier. Weiß muss das Papier sein, denn unsichtbar zeichnet man, indem man Weiß auf Weiß zeichnet.

Auch hier bekommt der Verstand erst gar nicht gezeigt, was da mit dem sehr harten Bleistift, der das Papier eigentlich mehr einritzt, als dass der darauf abfärbt, oder mit der weißen Maskierflüssigkeit oder der weißen Ölpastellkreide gezeichnet wird. Erst wenn schon alles passiert ist, die Zeichnung im Prinzip schon entstanden ist, wird sie, wie durch Magie, sichtbar gemacht, nämlich indem man mit dem sehr weichen Bleistift oder der Aquarellfarbe oder dem Graphit über das bearbeitet Papier fährt. Plötzlich sieht man, was man da hingezaubert hat. Und das ist jedes Mal in der Tat zauberhaft. (Und spannend und es macht einen Riesenspaß.)

Trick Nr. 3 Nur eine einzige Linie zeichnen

Es ist schon ein Phänomen: Der Verstand kann mit seiner vernichtenden Kritik erst zuschlagen, wenn man ihm eine Lücke lässt.Sobald man den Stift vom Papier hebt, um neu aufzusetzen und eine neue Linie zu beginnen, in dem Moment, wo man mal kurz Luft holt, um dann die begonnene Arbeit fortzusetzen, bekommt der Verstand seinen Fuß in die Tür. Jetzt kann er loslegen mit dem Kritisieren und Besserwissen. Oder aber…..man hebt den Stift für die Dauer des Zeichnens gar nicht vom Papier und zeichnet eine einzige, ewig lange, ununterbrochene, sich windende Linie.Das ist ein bisschen so, als würde man mit angehaltenem Atem unter den Augen der Kritik hindurch tauchen. Wenn man wieder auftaucht, also sobald die Zeichnung fertig ist, ist alles schon gelaufen und der Verstand hat (mal wieder) gar nichts mitbekommen.

Trick Nr. 4 

Zeichnen auf Teufel komm raus

Bei diesem Trick läuft man dem nörgelnden Verstand einfach davon. Zehn Zeichnungen in zehn Minuten oder noch mehr – da bleibt keine Zeit zum Zweifeln. Bevor der Verstand begreift, was da gerade passiert, ist der Markt schon verlaufen. Und in Null Komma Nichts hat man ein ganzes Skizzenbuch gefüllt mit bestechend treffsicheren Zeichnungen.

Trick Nr. 5 

Liebevoll zeichnen (mein Lieblingstrick) 

Die Liebesfähigkeit des Menschen ist grenzenlos. Warum nicht einfach alles lieben, auf das der Blick des Zeichners fällt? Sei es ein Blatt, ein Topf, ein Mensch, ein Käfer, eine Landschaft.

Wer bereit ist, in allem das Wundervolle und Schöne zu erkennen, wer beim Zeichnen nicht nur seine Augen, sondern auch sein Herz öffnet, zeichnet immer mit leichter Hand.

Was gibt es Spannenderes, als das, in was man sich gerade verliebt hat, ganz genau zu betrachten, es mit den Augen der Liebe abzutasten und das Wundervolle und Einzigartige plötzlich ganz klar vor Augen zu haben.

Wer voller Liebe ist, hat in sich keinen Platz mehr für kleinliche Eitelkeiten, ob das, was man zeichnet irgendwem gefällt oder nicht oder ob es „richtig“ ist oder nicht.

Man zeichnet, weil man zeichnen muss. Das ist Nehmen und Geben, die Welt sehen und der Welt antworten.

Wer liebt, der zweifelt nicht. Wer liebt, akzeptiert.

Und was ist mit dem Verstand?

Den macht das alles einfach nur sprachlos.

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Was soll ich bloß zeichnen?

Couvert

Wer sich dabei ertappt, sich diese Frage zu stellen: ganz schnell den Rückwärtsgang einlegen und wieder zurück an Anfang.

Eine gute Methode, um das Zeichnen noch ein bisschen vor sich herzuschieben, ist, sich zuerst mit der Frage zu beschäftigen, WAS man eigentlich zeichnen will.

Diese Frage ist eine von diesen kleinen Tricks, um Zeit zu gewinnen.

Wer glaubt, zuerst ein Motiv suchen zu müssen, ist auf dem besten Weg, sich von dem Entschluss mit dem Zeichnen zu beginnen, wieder wegzubewegen.
Vor lauter Suchen kann man nämlich das Finden leicht vergessen.

Wenn du dein nächstes Motiv finden willst, musst du nicht suchen oder wählen, du musst dich nur ENTSCHEIDEN.

Du musst dich für das JETZT und für DIESEN MOMENT entscheiden und dein Motiv oder deine Idee präsentiert sich dir von selbst.

Es ist immer etwas DA. Immer. Schau dich um und entscheide dich für das, was dir nahe ist, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.
Ob es der Blick aus dem Fenster ist, die Kloschüssel oder die Idee eine Anleitung zu zeichnen wie man Möhren schält, alles ist gleich gut.

Ideen hat man viele, nur werden auch viel zu viele gleich wieder verworfen. Zu blöd, zu albern, zu sonst was. Die meisten Ideen werden abgeschossen, sobald sie am Horizont auftauchen. Oft erscheinen einem die eigenen Ideen so nahe und so „naheliegend“, dass man sie als „nichts besonderes“ und uninteressant sofort verwirft.

Aber das beste Motiv oder die beste Idee ist tatsächlich immer das nächstbeste Naheliegende.
Das „nächstbeste“ bringt dich in Bewegung, bringt dich ins Zeichnen. Von da an geht es zur nächsten Idee, zum nächsten Motiv, zur nächsten Zeichnung.

Suche nicht, FINDE!

Was?

Das!

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Wie der interessante Kick aufs Blatt kommt

verdrehte Haende1Immer wieder erreichen mich Fragen per Email oder über Facebook von Zeichnerinnen und Zeichnern, die mit ihrem Zeichnen aus irgendeinem Grund nicht mehr weiterkommen.

Meistens fallen meine Antworten etwas länger aus, weil ich aus eigener Erfahrung wirklich mit ihnen fühlen kann.
Man fühlt sich von seinem Umfeld nicht nur nicht unterstützt, sondern geradezu gehemmt.

Von überall her bekommt man Kommentare, Vorschläge und Empfehlungen, die einen sehr verunsichern, wenn man mit seinem eigenen künstlerischen Ausdruck noch nicht so viel Erfahrung hat.

Falls du mich schon ein bisschen kennst, weißt du, dass ich glaube, dass das, was andere interessant finden wollen, uns ganz besonders NICHT interessieren sollte, aber, und das ist das Interessante, genau dann kommt der „Kick“ auf´s Blatt, ob es nun jemanden interessiert oder nicht

Im Folgenden die Antwort auf eine Nachricht einer Künstlerin, der man gesagt hatte, ihren Arbeiten fehle der interessante Kick

 

Liebe E.,

 jemand sagte dir, dass deine Bilder ja gar nicht so schlecht seien, aber es fehle ihnen der Kick, um interessant zu wirken.

Jetzt, so schreibst du, fehle dir der Mut weiterzumachen.

  Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass so eine Aussage nicht gerade aufmuntert.

Aber egal, wer, was, wann und wie gesagt hat und egal, wie du dich jetzt gerade fühlst, lass dich auf keinen Fall von diesen negativen Gedanken und Gefühlen davon abhalten, deine künstlerische Arbeit fortzusetzen.

Diese Worte, Gedanken und Gefühle werden vorbei gehen und sie sind es nicht wert, deswegen deine Arbeit zu vernachlässigen oder zu verzögern.

Okay?

 Gut. Das war das eine.

Jetzt möchte ich dir noch etwas sagen:

 Um ein „interessantes“ Bild zu malen oder zu zeichnen, kann man sich nicht aus-denken, was man tun könnte, um es interessant zu machen.

Ein interessantes Bild muss man geschehen lassen.

 So ein interessantes Bild kann dann geschehen, wenn du nicht mehr daran denkst, dass du ein interessantes Bild machen willst.

 Das hört sich absurd an? Ist es aber nicht.

Lass es mich dir erklären.

 Für einen Betrachter – und es war ja so ein Betrachter, der sich quasi beschwert hat, deinen Bildern fehle der interessante Kick – für einen Betrachter wirkt ein Bild dann interessant, wenn er etwas darauf sieht, was ihm neu und unbekannt ist, wenn er eine ungewöhnliche Sichtweise gezeigt bekommt.  

 Für so einen Betrachter mag es unerklärlich sein, wie so eine, für ihn ungewöhnliche Sichtweise zustande kommt und es mag ihm sogar schwierig erscheinen, sie zu erschaffen.

Aber für dich, als Künstlerin, ist es in Wirklichkeit gar nicht schwierig, weil du dich, um eine, für andere ungewöhnlich erscheinende Sichtweise zu gestalten, gar nicht anstrengen musst.

 Deine Sichtweise ist grundsätzlich ungewöhnlich und einzigartig, weil du ein einzigartiger Mensch bist.

 Aber:

viele, und du vielleicht auch, trauen sich nicht ihre eigene Sichtweise tatsächlich auf´s Bild zu bringen, weil man sich durch diese ganz unverhüllte Darstellung sehr verwundbar macht.  

 Sich so konsequent unverstellt in seinen Bildern zu präsentieren, kann mindestens so beängstigend sein, wie im öffentlichen Schwimmbad nackt zu baden.

Man verbirgt nichts mehr, und allen steht es frei, ihren Kommentar abzugeben und alles, was sie sehen, zu bewerten.

 Diese Bewertungen fallen nicht immer positiv aus und sind auch nicht immer nett formuliert.  

 Wenn das mal nicht beängstigend ist.  

Aber erst dann, wenn deine Kunst nicht immer allen gefällt, nicht überall gut ankommt, nicht von allen hoch gelobt wird, erst wenn du merkst, dass es Menschen gibt, die mit deinen Bildern nicht nur nichts anfangen können, sondern sie geradezu ablehnen, kannst du sicher sein, dass du auf DEINEM Weg bist und DEINE Kunst machst. 

 An dieser Stelle kommt jetzt der Mut ins Spiel.

Du hast ja schon ganz richtig gesagt, es fehle dir der Mut weiterzumachen.

Das ist verständlich.

Künstler sein bedeutet nämlich auch, immer und immer wieder mutig sein.

Mut ist nichts, was man hat, wenn einen plötzlich alle toll finden oder wenn man irgendwann mal keine Angst mehr hat.

Mut ist, wenn man etwas tut, obwohl man Angst hat.

 Ich weiß nicht, in welchem Medium du arbeitest und in welchem Genre, aber unabhängig davon, mache ich dir folgenden Vorschlag:

 Lerne deine eigene Sichtweise, deinen eigenen Ausdruck, also deinen ganz eigenen „Kick“, erstmal für dich alleine kennen.

Zeichne in der Natur und nach der Natur (auch wenn du vielleicht sonst abstrakt malen solltest, das macht gar nichts) und zwar ohne davon auszugehen, dass du diese Zeichnungen irgendwann mal jemanden anschauen lässt.

Sobald du merkst, du willst ausschließlich „richtig“ und „korrekt“ zeichnen, weißt du, dass du mal wieder versuchst, deine eigene Sichtweise zu ignorieren.

Lass deine Hand zeichnen, nicht deinen Kopf.

 Lass deine Hand machen, was sie will, ohne dass sie von dir, wie von einem Sicherheitsdienst, immer wieder in ihre Schranken verwiesen wird.

 Lass deine Hand frei.

 Sei lieb zu deiner Hand und sei lieb zu deinen Zeichnungen.

 Wenn du eine Weile so gezeichnet hast und ein oder zwei Skizzenbücher gefüllt sind (denke daran, sie werden niemandem gezeigt, sie sind so privat wie dein Tagebuch), wirst du überrascht sein, wie besonders deine Ausdrucksweise ist und dass sie immer besonders und somit grundsätzlich interessant ist – und zwar für DICH. 

 So machst du dich vertraut mit deinem eigenen, unvergleichlichen Blick, mit deiner Sichtweise und du gewöhnst dich daran, sie mutig auf dem Papier zum Ausdruck zu bringen.  

 Jetzt  werden deine Bilder immer interessant, auch für andere.

Aber was andere dazu zu sagen haben, ist dann wiederum nicht mehr wirklich interessant für dich, denn du bist dabei zu lernen, dir selbst zu vertrauen und nur auf dich selbst zu hören.

 Deine Bilder entstehen jetzt ganz von alleine und ohne, dass du dir vorher etwas ausgedacht hast und ohne extra etwas dafür tun zu müssen, immer mit einem – sozusagen –  vorinstallierten „Kick“. 

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