Warum die Bilder im Kopf nicht aufs Papier gehören.

Neulich eine Email mit einer Frage:

„Bilder im Kopf…immer wieder…aber ich schaffe es nicht sie umzusetzen und auf´s Papier zu bringen…Rat? S.“

Meine Antwort:

Liebe S., ja, ich weiß, es wird immer wieder behauptet, es sei Kunst, wenn man das, was man sich (im Kopf) vorstellt, ganz genau zu Papier bringen kann. Diese Annahme ist so weit verbreitet, weil sehr viele einfach nicht mehr als das können wollen.

Mein Rat? Lass deine Bilder im Kopf – denn sie gehören dort hin, wo sie entstanden sind, nämlich im Kopf.

Es sind sicher wunderbare Bilder und dein Verstand denkt sie sich aus, weil er dadurch deine, dir innewohnende Kreativität zum Ausdruck bringt. Das ist auch gut so.

ABER: diese Bilder in deinem Kopf haben nichts mit den Bildern zu tun, die du in deinem Herzen hast. Zu diesen Bildern hast du vom Verstand her, also über den Kopf, keinen Zugang.

Deshalb weißt du sehr wahrscheinlich gar nicht, dass es diese Bilder gibt. Diese Bilder kannst du dir sichtbar machen, aber NUR und ausschließlich auf dem Papier. Wenn sie auf dem Papier erscheinen, lernst du sie selbst erst kennen.

Diese, DEINE Bilder, die unsichtbar in dir sind, musst du erlauben auf dem Papier zu entstehen. Sie trauen sich aber nur hervor, wenn sie sich bei dir sicher aufgehoben fühlen. Wenn du es dir angewöhnt haben solltest, das meiste, was du zeichnest, erst mal überkritisch zu beurteilen bzw. zu verurteilen, dann ist es deinen wahren inneren Bildern viel zu gefährlich, sich auf dem Papier zu zeigen.

Ich rate dir, schaff dir ein dickes Skizzenbuch an und zeichne nach der Natur.

Blätter die Seiten um und schaue dir deine Zeichnungen erst wieder an, wenn du das ganze Skizzenbuch voll gezeichnet hast. Ja, das ist schwierig durchzuhalten – nicht das Zeichnen, sondern das nicht Nachschauen, denn man hat sich ja so daran gewöhnt, sofort zu kontrollieren, wie es geworden ist. Du musst dich aber darin üben (wieder: nicht im Zeichnen, das geht von alleine) – du brauchst Übung darin, nicht automatisch auf deine Zeichnungen bewertend zu reagieren. Lass deine Zeichnungen eine nach der anderen entstehen, so selbstverständlich wie Äpfel vom Baum fallen. Wenn du das tatsächlich machst und 2 oder 3 Skizzenbücher lang durchhältst, verspreche ich dir, wirst du zu deinen Zeichnungen und zu dem, was du durch Kunst (malen oder zeichnen) ausdrücken willst, eine ganz neue Beziehung haben.

Du wirst dann nicht mehr vom Kopf ausgehend arbeiten wollen, weil inzwischen dein Herz die Gelegenheit hatte, sich dir auf dem Papier zu offenbaren. Deine Themen, deine Motive werden sich dir aufdrängen, weil sie wissen, dass sie bei dir in guten Händen sind.

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Zeichnest du, um etwas zu bekommen oder um etwas zu geben?

Es gibt kaum etwas Schöneres, als für seine Arbeit, für seine Zeichnungen Anerkennung zu bekommen.Rose296
Die Frage ist aber, ist einem die Anerkennung wichtiger als das Zeichnen selbst?

Oft sehnen wir uns so sehr nach Anerkennung, dass wir unsere eigene Persönlichkeit beim Zeichnen nicht zum Zuge kommen lassen. Wir fürchten, wenn wir zeichnen wie wir sind, dafür nicht nur nicht anerkannt, sondern, noch viel schlimmer, abgelehnt zu werden.
Das bedeutet, wir verstellen uns, passen uns an, machen uns klein, verstecken uns – alles, um ja keine Ablehnung zu erfahren und die ganze Zeit glauben wir, wir machen das Richtige.

Ich hatte ein sehr einschneidendes Erlebnis mit meinem Zeichenlehrer in der Akademie.
In meiner Erinnerung ist daraus eine Action-Szene in Zeitlupe geworden.
Ich sehe mich selbst, wie ich zu Boden gehe, weil mich etwas hart getroffen hatte.
Es war Montagmorgen und bevor der Unterricht begann, hatten die Zeichenschüler die Gelegenheit, dem Lehrer die Arbeiten der vergangenen Woche vorzulegen.
Ich hatte den ganzen Sonntag damit verbracht, ein Selbstporträt zu zeichnen. Weil ich nur im Schlafzimmer einen passenden Spiegel hatte, zeichnete ich auf dem Bügelbrett.
Ich benutzte verschiedene farbige Kreiden. Wenn ich in den Spiegel sah, lächelte ich und wenn ich nach unten aufs Papier schaute, biss ich mir vor Anstrengung auf die Lippe, um mein Porträt genauso lächeln zu lassen wie das Gesicht im Spiegel.
Mir tränten schon die Augen. Ich wollte so sehr, dass es gut wird. Ach was, gut. Die Zeichnung sollte umwerfend werden.
Sie wurde gut – im konventionellen Sinn und ich war ziemlich begeistert.
Ich konnte es kaum erwarten, sie endlich dem Lehrer und der Zeichenklasse zu präsentieren.
Wie erhofft, hörte ich dann auch von den Umstehenden ein mehrstimmiges Oh und Ah, als ich die Zeichnung aus der Mappe nahm und sie vor dem Lehrer auf den Tisch legte.
Er blickte darauf und sagte lange Sekunden gar nichts.
„Ist das nach einem Foto gezeichnet“, fragte er schließlich, in einem für meinen Geschmack viel zu wenig enthusiastischen Tonfall.
Ich wusste nicht, ob ich geschmeichelt oder beleidigt sein sollte und spielte sicherheitshalber die Empörte, als ich verneinte.
Und dann hob er den Arm und holte aus – er tat es nicht wirklich, sondern nur im Film meiner Erinnerung, die sich nachträglich ein paar Special Effects dazu erfunden hat.
„Frau Wald“, sagte er, „hören Sie doch endlich auf, gefallen zu wollen.“
In diesem Moment traf mich ein Schlag mitten ins Gesicht und das, was er soeben gesagt hatte, dröhnte mir in den Ohren.

„Hören Sie doch endlich auf, gefallen zu wollen.“

Äußerlich hatte ich mich nicht bewegt. Ich stand da und hielt mich mit den Händen am Tisch fest, aber innerlich ging ich in die Knie.
Ich fühlte mich durchschaut, bloß gestellt und zutiefst beschämt.
Ich selbst hatte mich plötzlich durchschaut und was ich sah, gefiel mir nicht.
Das war eigentlich schon alles. Mehr war nicht geschehen. Ich packte meine Zeichnung weg, jeder ging an seinen Platz und der Unterricht begann.

Aber mit dem Satz „Hören Sie doch endlich auf, gefallen zu wollen“ flog ich aus meinem Wolkenkuckucksheim.

Selbstverständlich hatte ich mit meinen Zeichnungen ausschließlich gefallen wollen.
Bis dahin gab es für mein Zeichnen überhaupt keine andere Motivation, aber mir selbst war das nicht bewusst gewesen.
Auf die Idee, etwas freiwillig zu zeichnen, das nicht jedem gefallen sollte, war ich noch nie gekommen, denn ich benutzte – nein, ich missbrauchte das Zeichnen, um Anerkennung zu finden.
Ich wollte gefallen. Mehr war da nicht.
Diese Erkenntnis tat weh.


Ich hatte ausschließlich gezeichnet, um zu bekommen und nicht, um zu geben. 


Aber genau darum geht es. Als Künstler hat man etwas zu geben, was andere brauchen. Künstler bringen ihren Eindruck von der Welt zum Ausdruck, was wiederum die Welt anderer Menschen bereichert. Wir werden gebraucht. Du wirst gebraucht. Keine Stimme darf fehlen.

Das, was mein Lehrer damals in mir erkannte, sehe ich heute bei vielen Zeichnerinnen und Zeichnern.

Viele gehen beim Zeichnen auf Nummer sicher.
Sie lassen sich vom oft sehr engen Erfahrungshorizont der Menschen ihres persönlichen Umfeldes begrenzen und trauen sich nicht, diese Grenzen zu überschreiten.
Das „gefallen wollen“ steht an erster Stelle, wenn sie etwas zeichnen, malen oder gestalten, weil sie glauben, das, was sie tatsächlich zu geben hätten, ist wertlos.

Die Anerkennung, die man für diese Art von Kunst erhält, hat immer einen faden Beigeschmack. Man spürt, dass man nicht selbst gemeint ist und nur für das „brav sein“ gelobt wird, für die Rolle, die man spielt.
Und die Menschen, die man beeindrucken will, und die vielleicht ein freundliches Lob aussprechen, sind auch gar nicht wirklich beeindruckt. Sie sind nicht tief berührt oder fühlen sich persönlich angesprochen. Das können sie auch nicht sein, denn es wurde ihnen nicht mehr als die leere Hülle einer Zeichnung gegeben, nichts wirklich Persönliches und Wertvolles.

Man hat erst die Chance mit seinem künstlerischen Ausdruck zu beeindrucken, wenn es einem egal ist, ob und wen man beeindruckt. Denn nur ein unverfälschter Ausdruck, der keinen Anspruch hat gefallen zu wollen, kann tatsächlich beeindrucken.

Deshalb ist es so wichtig beim Zeichnen und Malen die eigenen Grenzen, die man sich nur allzu oft von anderen definieren lässt, zu überschreiten und das Risiko einzugehen, eben NICHT zu gefallen.

Unzufriedenheit mit sich selbst, mit der eigenen Arbeit, mit seinem angeblichen nicht Vorankommen, ist eigentlich nur ein Zeichen, dass man etwas von sich verlangt, das an sich wertlos ist, nämlich das Gefallen wollen.

Wenn man tatsächlich das Risiko eingeht, mit seinen Zeichnungen niemandem gefallen zu wollen, passiert etwas Unangenehmes:

Sie gefallen nicht allen.

Wenn man sich mit seinen Arbeiten an die Öffentlichkeit traut – das erfordert Mut – wird es auch immer Menschen geben, die einem genau das sagen. Davon darf man sich aber nicht beeinflussen lassen. 

Man muss lernen, das auszuhalten und zu akzeptieren, dass man nicht ständig „everybody´s Darling“ sein kann.
Das künstlerische Selbstbewusstsein darf nicht von irgendwelchen bedeutungslosen Meinungsäußerungen abhängig sein.

Jeder Künstler, jede Künstlerin hat etwas zu geben, was andere dringend brauchen.

Deshalb machen wir Kunst.
Und manchmal bekommen wir etwas dafür zurück.

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Snob Mops

Eigentlich wollte ich schreiben. Aber manchmal will man ja genau dann lieber etwas anderes machen, wenn man beschlossen hat, sich einer bestimmten Arbeit zuzuwenden. Zum Glück lag eine Zeitschrift herum und es war plötzlich ganz unaufschiebbar wichtig, dass ich so viele Gesichter wie möglich in mein Notizbuch zeichne. Es war so ein Hochglanz-Friede-Freude-Eierkuchen-Heft, deshalb lächeln alle so selig. Nur die Hunde nicht. Das sind kultivierte Snobs. Und die verknautschte Schnauze vom Mops hat sich mir nicht sofort erschlossen, deshalb sieht diese besonders mopsig aus.

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Zeichenworkshop in Köln am Samstag, 13. August 2016, ausgebucht

Köln Museum„Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“

Workshop in Köln

im Römisch-Germanischen Museum

am Samstag, 13. August 2016
von 10.30 Uhr bis 15.30/16.00 Uhr
– nur noch 1 Platz frei –

– ausgebucht –

HIER geht es zu den Informationen für die Anmeldung.

Dieser Zeichentag wird dich dazu inspirieren mit deiner eigenen Art des zeichnerischen Ausdrucks wieder intensiven Kontakt aufzunehmen.

Wenn du dir deines eigenen unvergleichlichen Ausdrucks „selbst bewusst“ wirst, fällt es dir leicht, den inneren Kritiker zu überhören und wieder „selbstbewusst“ und mit Begeisterung zu zeichnen.

Du kannst deine Zeichnungen mühelos entstehen lassen, ohne den Entstehungsprozess ständig kritisch zu kontrollieren und zu hinterfragen.

Ich zeige dir, wie du unmittelbar sehen kannst und wie dir ausdrucksstarke und authentische Zeichnungen gelingen, die keinen Vergleich scheuen müssen, weil sie einzigartig und unvergleichlich sind.


„Der Tag hat einen riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre, die Struktur des Ablaufs und auch die Gruppe fand ich perfekt.“ Manuela
„War alles sehr spannend und lehrreich.“ Bettina
„Es ist ein völlig anderer Zugang, als in den Workshops in der Volkshochschule. Ich bin und war begeistert.“ Susanne
“Ich fand den Kurs für mich persönlich bereichernd. Ich schätze deine ruhige, wertschätzende Leitung, die immer wieder wichtige Impulse beim Zeichnen gibt.” Waltraud

Wenn du am Workshop „Mit Freude und Leichtigkeit zeichnen“ am Samstag, 13. August teilnehmen möchtest, findest du HIER die Anmeldeinformation.

Wie läuft so ein Workshop eigentlich ab?

Zunächst allerdings will ich erst mal erklären, wie meine Workshops NICHT ablaufen:

– Es werden KEINE konventionellen Zeichentechniken vermittelt, wie man sie als Lektionen in manchen Lehrbüchern findet, wie z. B. Schraffieren, Graustufenfelder anlegen oder ein Ei unter einer gedachten Lichtquelle von links oben zeichnen.

– Ich gehe NICHT während des Zeichnens herum, um den Zeichnern über die Schulter zu schauen und sie auf sogenannte Fehler aufmerksam zu machen.

– Es geht NICHT um ‚falsch oder richtig‘ oder um ‚besser oder schlechter‘ zeichnen als….

Wenn du jetzt noch Lust hast weiterzulesen, ist ein Workshop, so wie ich ihn anbiete, vielleicht tatsächlich etwas für dich.

Die Zeichenworkshops finden jeweils in einem Museum in Frankfurt, München, Köln oder Wien statt, in Frankfurt auch im Zoo.

Beim ersten Zusammentreffen der Gruppe nennen wir nur unsere Vornamen und es gibt keine dieser üblichen Selbstvorstellungsrunden.
Ich möchte, dass das ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und das ‚Was mach ich sonst noch‘ draußen vor der Tür bleibt.

Ich stelle mir die Runde der Zeichner immer gerne als eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe Reisender vor, die sich vorgenommen haben, für eine gewisse Zeit gemeinsam Entdeckungen zu machen.

Im Laufe des Tages bitte ich die Teilnehmer, sich auf verschiedene Zeichenexperimente einzulassen.
Ich erkläre das jeweilige Experiment und los geht’s mit dem Zeichnen, jeder für sich.

Nach einer vorgegebenen Zeit kommen wir wieder zusammen, und wer mag(!), erzählt von seinen Erfahrungen, die er während des jeweiligen Reiseabschnittes sammeln konnte.

Es kommt dann immer zu einem regen Austausch, weil natürlich jeder durch die Erfahrungen der anderen auch Erkenntnisse für sich selbst gewinnen kann.

Auf diese Weise bewegen wir uns zeichnend und miteinander redend durch die Säle des Museums.

Die Zeichen-Experimente sind dazu gedacht, die Zeichner herauszufordern, den Prozess des Zeichnens zu hinterfragen und neu zu erleben.

Das unmittelbare Sehen und Erleben stehen im Mittelpunkt so eines Zeichenworkshops, denn nur, was den Zeichner innerlich beeindruckt, kann er auf seine einzigartige und unvergleichliche Weise auf dem Papier auch adäquat zum Ausdruck bringen.

Welche Experimente das sind, verrate ich natürlich nicht. Dann wäre ja die Überraschung weg.

Aber am Ende des Tages wird sich für jeden Zeichner etwas verändert haben und für jeden wird es etwa anderes sein.

HIER findest du die Anmeldeinformationen

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Das sagen Teilnehmer früherer Workshops:

„Ich hatte meinen ersten Workshop mit Martina in Frankfurt… damals nach einer sehr langen Zeichenpause… Mittlerweile gönne ich mir mein eigenes kleines Atelier und es geht wirklich nicht einen einzigen Tag ohne irgend etwa gezeichnet zu haben…
Dank Martina fand ich wieder zu mir und meinen Zeichnungen zurück!“
Petra

„Ich war einfach sprachlos. Ich bin mit wenigen Erwartungen gekommen und wollte einfach mal ausprobieren, ob ich nicht einige neue Impulse sammeln kann.
Das Ergebnis war überwältigend! Du hast mir im großen Haus der Kunst eine Tür zu einem weiten Raum gezeigt und geöffnet.“
Klaus

„Seid dem Workshop gehe ich nicht mehr ohne Papier und Stift aus dem Haus…manchmal zeichne ich nur mit den AUGEN, aber ich habe einen neuen Zugang zum Zeichnen gefunden…dank Dir.“
Ruth

„Du hast uns einfach zum Zeichnen gebracht, man könnte fast sagen ‚verführt‘ und dabei jeden so genommen, wie er ist, ohne zu vergleichen und zu beurteilen. Ich bin fast nach hause getanzt, weil ich so beschwingt war.“
Alex

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„Ein Workshop bei Martina ist eine Reise zum eigenen, ganz persönlichen zeichnerischen und authentischen Ausdruck und ein echter Befreiungsschlag für angstfreies Zeichnen.“ Alex 

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Ich zeichne, um zu sehen

Neulich habe ich in der Mediathek des Bayrischen Rundfunks eine Sendung über den Autor Michael Köhlmeier gesehen. Er wurde gefragt: „Was ist deine Poetik?“
Und er antwortete kurz und knapp: „Schreibend etwas zu lesen.“
Puh. Das musste ich erst mal setzen lassen.
Michael Köhlmeier sagt damit, er schreibt nicht, um zu schreiben, was man ja eigentlich denken könnte, nein, das Schreiben ermöglicht ihm, etwas zum Lesen zu finden. Und während des Schreibens liest er schon.
Es ist ein Unterschied, ob man schreibt, damit andere etwas zu Lesen haben, also etwas er-findet, oder ob man schreibt, um das zu Lesende lesbar zu machen, das ohne den Schreibprozess ungelesen geblieben wäre.
Verwirrend, ich weiß.
Wenn mich jemand fragte, was ist deine Zeichen-Poetik (ich weiß gerade nicht, wie man den Begriff „Poetik“ auf die bildende Kunst übertragen kann. Wahrscheinlich wäre es am ehesten das Wort „Ästhetik“), würde ich sagen, ich zeichne, um etwas zu sehen.
Ich weiß nicht, was ich sehe, bevor ich es nicht gezeichnet habe. Das heißt, ich sehe nicht, um zu zeichnen, sondern ich zeichne, um zu sehen.
So mag es Michael Köhlmeier auch gemeint haben. Um zu erfahren, was es zu lesen gibt, muss er es schreiben und um zu erfahren, was es zu sehen gibt, muss ich es zeichnen.

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Worum es beim Zeichnen wirklich geht

pavian2Es geschieht immer wie von selbst.

Es funktioniert wie irgendein verdammter Mechanismus, der ausgelöst wird, sobald man mit der Absicht zu zeichnen, einen Stift in die Hand nimmt.

Von “ich möchte zeichnen” wechselt der innere Modus auf “jetzt muss ich zeichnen”.

Ruckzuck hat sich der Wunsch zu zeichnen verwandelt in eine Forderung.

Eine Forderung, die uns völlig überfordert, weil wir gar nicht wissen, was genau wir von uns da verlangen. Was sollen wir denn jetzt eigentlich tun und wofür soll das gut sein?

Dass wir uns vor noch gar nicht so langer Zeit, so vor ungefähr zwanzig Sekunden, auf das bevorstehende Zeichnen gefreut hatten, kurz bevor der Zeichenblock aufgeschlagen wurde und bevor wir den Stift in der Hand hielten, haben wir völlig vergessen.

Was? Zeichnen soll ich? Kann ich nicht.

Das schlichte Wort “zeichnen” hat es in sich. Kaum ein Wort ist so belastet mit Vorurteilen, Schamgefühlen und der Angst zu versagen. Wahrscheinlich ist das Wort “zeichnen” dasjenige, das am häufigsten gemeinsam mit “ich kann nicht” ausgesprochen wird.

Während dieser vielen Jahre, in denen ich mich intensiv mit dem Zeichnen beschäftige und mit vielen Menschen über das Zeichnen gesprochen habe, hörte ich kaum einmal den Satz “ich kann zeichnen”.

Von sich selbst zu sagen, man könne zeichnen, wird als ungeheure Anmaßung empfunden, eine Behauptung, der man glaubt, nicht standhalten zu können.

“Zeichnen können” wird gleichgesetzt mit “jederzeit alles perfekt zeichnen können”.

Wenn Zeichnen also so etwas unvorstellbar Schwieriges ist, das, wenn überhaupt, nur in höchster Vollendung getan werden sollte, um sich nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, warum sind wir dann überhaupt jemals auf die Idee gekommen, zeichnen könnte uns Freude machen?

Ganz einfach? Wir haben uns auf´s Zeichnen gefreut, solange wir noch nicht daran dachten, dass wir, um zu zeichnen, tatsächlich zeichnen müssen.

Wir hatten uns nicht auf die Tätigkeit des Zeichnens gefreut, sondern auf das, was wir damit verbinden.

Wir hatten uns darauf gefreut, was wir erleben werden beim Zeichnen und auf die Erfahrungen, die uns das Zeichnen ermöglicht.

Wir haben uns so lange auf das Zeichnen gefreut, bis uns klar geworden ist, von einer Sekunde auf die andere, dass wir uns in eine Unternehmung hinein manövriert haben, aus der es nur zwei Auswege gibt:

Entweder wir machen das jetzt hier richtig genial oder wir versagen völlig.

Es scheint nur diese zwei Möglichkeiten zu geben: Es gibt grandios gewinnen oder peinlich scheitern.

Sobald es darum geht, echte und sichtbare Linien auf dem Papier zu ziehen, wird in unserem Kopf dieser Schalter umgelegt und wir denken nicht mehr an das Er-lebnis, sondern nur noch an das Er-gebnis.

Zeichnen hat dann nichts mehr mit Freude zu tun, sondern mit Mühe und Erfolgsdruck.

Diese, meistens von Erfahrungen in der Vergangenheit gespeisten Gedanken, die behaupten, man solle das Zeichnen lieber gleich lassen, weil nichts Gutes dabei herauskommt, kann man aber austricksen.

Wenn diese Gedanken uns das Zeichnen ausreden wollen, bitte sehr, sollen sie doch.

Denn in Wirklichkeit geht es uns gar nicht ums Zeichnen. Uns geht es um etwas ganz anderes, wichtigeres.

Zu sagen, “ich möchte gerne zeichnen”, ist doch nur eine sehr ungenaue Formulierung für etwas, das über das Zeichnen, wie es allgemein verstanden wird, weit hinaus geht.

Statt “ich möchte gerne zeichnen” kann man sagen:

“Ich möchte gerne beobachten” und “ich möchte gerne entdecken” und “ich möchte gerne erleben, erfahren, erkunden, erkennen, betrachten, durchschauen, erforschen, herausfinden.”

Man kann sagen “ich möchte mich überraschen lassen, ich möchte mich einer bestimmten Sache zuwenden, ich möchte das Papier unter der Hand fühlen, ich möchte das Geräusch des Stiftes hören, ich möchte spüren, wie sich der Druck meiner Hand verändert und mit ihm der Ausdruck meiner Linien.”

Statt ” ich möchte zeichnen” kann man auch sagen, “ich möchte mich über ein randvolles Skizzenbuch freuen, ich möchte mich verbinden, mit dem, was mich umgibt, ich möchte etwas Unvorhersehbares entstehen lassen, ich möchte genießen, ich möchte staunen, ich möchte mich wundern, mich verlieben.”

All diese Gefühle und Erlebnisse sind es, die uns das Zeichnen wertvoll machen. Wenn wir uns aufs Zeichnen freuen, freuen wir uns in Wirklichkeit auf diese Fülle von Möglichkeiten und neuen Erfahrungen, die uns das Zeichnen bietet.

Wenn wir uns darüber im Klaren sind, lassen wir uns, sobald wir den Stift in die Hand nehmen, das Zeichnen nicht mehr vermiesen.

Ach ja, stimmt, beim Zeichnen entstehen Zeichnungen.

Wenn wir uns dafür entscheiden, das Zeichnen in dieser ganzen Fülle erleben zu wollen, werden unsere Zeichnungen immer Zeugnisse von all diesen Erlebnissen sein.

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Die wahre Belohnung für´s Zeichnen

Iris2Neulich, während der Pause im Zeichenworkshop in Köln, zeigte uns eine der Teilnehmerinnen ein ausgedrucktes Zitat, das sie sich in ihr Skizzenbuch geklebt hatte. Da war zu lesen:

“Practice any art to experience ‘becoming’, to find out what´s inside of you, to make your soul grow”
(“Übe jegliche Kunst aus, um zu erleben ‘zu werden’, um herauszufinden, was in dir steckt, um deine Seele wachsen zu lassen” – Kurt Vonnegut, US-amerikanischer Schriftsteller

Ich kannte dieses Zitat, denn ich hatte es mir auch schon notiert. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, hier an dieser Stelle von der Geschichte zu erzählen, die mit diesem Satz verbunden ist.

Im Jahr 2006 bekamen Schüler einer amerikanischen High School von ihrer Englischlehrerin die Aufgabe, an ihren Lieblingsschriftsteller einen Brief zu schreiben, mit der Bitte, ihre Schule zu besuchen.

Einige der Schüler schrieben an Kurt Vonnegut. Er war der einzige der angeschriebenen Autoren, von dem die Klasse eine Antwort erhielt.

In diesem Brief ruft er die Kinder auf, sich ganz der Ausübung der Kunst zuzuwenden und er gibt ihnen eine ungewöhnliche Hausaufgabe.

Ich weiß nicht, ob sie die Herausforderung dieser Hausaufgabe tatsächlich angenommen haben. Ich jedenfalls fühle mich nicht in der Lage, es zu tun und doch würde ich jeden dazu ermuntern, es zu versuchen – wenn er denn den Mut dazu aufbringen kann.

Am besten, du liest selbst, um welche Hausaufgabe es sich handelt.

November 5, 2006
Liebe Xavier High School und Ms. Lockwood,
ich danke euch für eure freundlichen Briefe.
Ihr versteht es wirklich, einen alten Zausel (84) auf seine alten Tage aufzumuntern.
Ich trete nicht mehr in der Öffentlichkeit auf, weil ich eher, mehr als allem anderen, einem Leguan gleiche.
Was ich euch zu sagen hätte, würde außerdem nicht lange dauern. Nämlich:
Übt jegliche Kunst, Musik, Gesang, Tanz, Schauspielern, Zeichnen, Malen, Bildhauern, Poesie, Schreiben, egal ob gut oder schlecht, nicht für Geld aus oder um berühmt zu werden, sondern um die Erfahrung zu machen “zu werden”, um herauszufinden, was in euch steckt, um die Seele wachsen zu lassen.
Ich meine es ernst!
Fangt jetzt in diesem Moment damit an, macht Kunst und macht sie für den Rest eures Lebens. Zeichnet ein lustiges oder ein hübsches Portrait von Ms Lockwood und gebt es ihr. Tanzt nach der Schule nach Hause, singt unter der Dusche und so weiter und so weiter. Zeichnet ein Gesicht in euren Kartoffelbrei, tut so, als wärt ihr Graf Dracula.
Hier ist eine Hausaufgabe für heute Abend, und ich hoffe Ms. Lockwood wird euch durchfallen lassen, wenn ihr es nicht tut:
Schreibt ein sechszeiliges Gedicht über irgendetwas, aber es muss sich reimen. Macht es so gut wie möglich, aber sprecht mit niemandem darüber. Zeigt es niemandem und lest es niemandem vor, noch nicht mal euren Freunden oder euren Eltern oder Ms. Lockwood. Ok?
Zerreißt es dann in winzig kleine Stücke und verteilt sie in weit voneinander entfernt stehenden Mülleimern. Ihr werdet feststellen, dass ihr für das Gedicht schon großartig belohnt worden seid. Ihr habt es erlebt “zu werden”, wisst eine Menge mehr darüber, was in euch steckt und ihr habt eure Seele wachsen lassen.
Gott segne euch alle!
Kurt Vonnegut

Na? Wäre das etwas für dich, etwas zu schreiben, zu zeichnen, zu malen mit deinem ganzen Herzen und es dann zu zerreißen und wegzuschmeißen, weil es dir dabei ausschließlich darum gehen sollte, deine eigene Seele wachsen zu lassen?

Ich könnte das nicht. Aber ich denke, diese Idee ist es wert, dass man eine Weile darüber nachdenkt.

Vonnegut sagt ja nicht, dass man grundsätzlich mit seiner Kunst so verfahren soll, sondern dass man es einmal tut, ein einziges Mal, um sich bewusst zu werden, wie sehr jegliches künstlerisches Tun das eigene Wesen, die eigene Person, bereichert.

Wie oft, und ich nehme mich da wirklich nicht aus, zeichnen wir, damit andere von uns oder von unserer Zeichnung beeindruckt sein sollen? Wie oft zeichnen wir, um damit von Irgendjemandem eine “gute Note” zu bekommen?

Wenn wir von Anfang an diese erhoffte gute Note im Blick haben, fühlt sich das Kunst machen dann nicht ganz anders an? Beschränken wir uns dann nicht in unserem Ausdruck, um ja auch niemandem nicht zu gefallen?

Auch ich liebe es, wenn Anderen meine Arbeiten gefallen und wenn sie sich positiv darüber äußern. Nicht immer steht bei mir, während meines Zeichnens, das Wachstum meiner Seele an erster Stelle.

Aber: Ich weiß, dass ich tiefer schöpfe, mehr eigene Grenzen überschreite, mehr bis dahin Unentdecktes und Unbekanntes auf dem Papier erscheint, wenn ich es zulasse, etwas zu zeichnen, dass niemandem gefallen muss, auch mir selbst nicht.

Wie oft schon habe ich etwas gezeichnet, mit dem ich zuerst nichts anfangen konnte, es sogar schlecht fand und später, wenn ich es nach einer Weile unbefangen anschaute, darauf etwas entdeckte, von dem ich selbst nicht wusste, dass es in mir gewesen ist.

In solchen Momenten fühle ich mich für meine Arbeit wahrhaft belohnt und ich weiß, dass meine Seele wieder ein bisschen gewachsen ist.

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