Unsichtbares sichtbar machen

Richtig gute Zeichen-Übung Nr. 2

Was unsichtbare Zeichnungen sind? Unsichtbare Zeichnungen sind die Zeichnungen, die erst dann sichtbar werden, wenn ein Mensch sie mit seinem Blick und seiner Fantasie sichtbar werden läßt.

Diese unsichtbaren Zeichnungen sind überall. Wirklich: Überall.

Dort ist eine, da an der Wand auf der Tapete, da sehe ich die Zeichnung einer gebeugten Gestalt…und dort unter dem Stuhl auf dem Fußboden kann ich einen fliegenden Vogel erkennen…und schau nur, schau genau hin, zwischen den Vorhangfalten – nein, nicht da unten, ein Stück weiter oben – da liegt ein schlafender Bär. Siehst Du ihn?

Eine gute Einstiegshilfe ist, um dich in diese Art des Sehens reinzufinden, dir zuerst einen Fleck zu suchen, den du dir als Auge vorstellen kannst. Sobald du erst einmal ein Auge ausgemacht hast, ergibt sich das Gesicht, die Gestalt oder das Tier, zu dem das Auge gehört, ganz von selbst. Das ist wie Zauberei.

Das ist es natürlich nicht. Das menschliche Gehirn ist seit Urzeiten darauf programmiert, so schnell wie möglich eine uneindeutige Erscheinung in etwas eindeutig Erkennbares zu verwandeln. Es ist besser, einen langen Ast einmal zuviel mit einer giftigen Schlange zu verwechseln als ein mal zu wenig. Auch die Gesichter-Erkennung muss flott gehen, um rechtzeitig Freund und Feind auseinanderzuhalten.

In unseren heutigen Höhlen bzw. Wohnzimmern ist das Leben zwar nicht mehr ganz so gefährlich, aber den grimmigen Tiger, der sich in der Rauhfasertapete versteckt, können wir noch immer sehr gut erkennen.

Nimm dir Stift und Papier, welcher Art auch immer, schau dich in aller Ruhe um und lasse die unsichtbaren Gesichter, Tiere, Formen und Gestalten, sichtbar werden. Zum Eingewöhnen halte Ausschau nach „Augen“. Lass dir und den Bildern Zeit. Zeichne was Du siehst, erfinde dazu, ergänze Formen, mache hier einen dicken Strich, dort einen dünneren. Punkte, Striche, Flecken….lass alles enstehen, was auf´s Papier will und zensiere nicht. Experimentiere mit verschiedenen Stiften.

Der Sinn der Übung?

Du schaust in den Spiegel deiner Fantasie

Alles was du siehst, ist deine Erfindung. Mache dir klar, welch großen Reichtum innerer Bilder du in dir hast.

Es wird dir bewußt, wie gut du zeichnen kannst

Du könntest keine dieser unsichtbaren Zeichnungen sehen, wenn du nicht ganz genau wüßtest, wie die Linien und Schatten angeordnet sein müssen, um sie sichtbar werden zu lassen.

Deine Seele freut sich

Endlich ist dein dauernd nörgelnder Verstand mal ruhig gestellt, und du kannst ungestört und spielend Bilder erfinden und zeichnen.

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In einem alten Hotel in Wien wollte ich gar nicht mehr aus dem Bad rauskommen. Es war voll mit (Marmor-)Bildern.

Und das sind einige meiner Entdeckungen:

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13 Gedanken zu „Unsichtbares sichtbar machen

  1. hab ich auch schon mal gemacht. ist interessant, was dabei rauskommt. dank deinen erklärungen bin ich jetzt bißchen schlauer in der hinsicht. danke.
    glg von hendrik

  2. Love this! It really is amazing what patterns the human mind can put together. Sometimes this is useful, as you point out, and sometimes it’s deceptive – in paranormal circles they call this „matrixing,“ when people see supposedly ghostly faces in windows or mirrors or shadows, or hear voices in running water, etc. It can cause a lot of confusion sometimes. But next time they can just draw them! 🙂

  3. Also mal ehrlich, langsam wird es gruselig, was du hier mit mir machst! 😀 ich sitze grade lachend in meiner Küche, weil ich mich so freue, dass ich so tolle tipps gefunden habe, wie ich mich dazu aufraffen kann mal eben schnell zu zeichnen. dazu kommen die lustigen figuren, die ich meiner raufasertapete und den dreckigen fenstern sehe! Juhuu! Deine Seite ist der Kracher!
    Danke!!!!

  4. Phantasie ist nicht gleich Phantasie.
    Ich sehe in den Marmor-Fließen ganz andere Bilder.
    Versteckt sich da im Marmorbild zwei etwa ein Panda zwischen Steinformationen? X3

  5. Ein wieder mal toller Zeichentipp! So etwas in der Art gibt es auch in Carla Sonheims Zeichen Lap, nämlich mit Linien/Sprüngen in Gehwegplatten. Aber natürlich kann man solcherlei Inspiration überall finden 🙂 Danke für’s Teilen!

  6. Liebe Martina, diese Sichtweise kenne ich schon seit meinen Kindertagen, im Blätterwald Tiere und Menschengesichter, auf dem Gehweg Monster. Und ähnliches, ein Papersack bekam ein missmutiges Gesicht, einige davon habe ich auch gezeichnet, wie diesen Papiersack.
    Ich wußte lange nicht woher das kommt, dachte lange, ich wäre ganz alleine mit diesem „Blick“. Bis ich mich mal getraut habe, darüber zu sprechen und siehe da, für andere war das ganz normal. Und einige kannten auch den Grund, den du uns ja auch verraten hast.
    Ein toller Spaß ist es, selber Farbkleckse zu produzieren und anschließend darin zu suchen und zu finden, mit wenigen Strichen das Werk zu „vollenden“.
    Liebe Grüße Angela

    • Das freut mich sehr, dass du von deinen Erfahrungen hier berichtest, Angela. Mir ging es als Kind ganz genauso wie dir, aber ich traute mich nicht darüber zu sprechen. Es gibt wohl Menschen, die können nicht auf diese Weise sehen, aber ich glaube, sie wehren ab und wollen das nicht wahrhaben. Herzliche Grüße an dich! 🙂

  7. Als ich Kind war, gab es bei uns einen Esstisch mit wild gemusterter Melaminplatte. Ein Urwald voller absonderlicher Pflanzen und Tiere! eines langweiligen Nachmittags habe ich viele dieser Gestalten mit dem Bleistift herausgearbeitet. Meiner Mutter hat diese Verschönerung nicht gefallen, mein Vater hat eine transparente Plastiktischdecke darüber gebreitet, und der „Urwald“ durfte eine Zeitlang bleiben 😉 bis heute liebe ich es, in Wolkenformationen Figuren, Tiere, Szenen zu erkennen oder „Baumgesichter“ zu entdecken.

    • Was für eine schöne Erinnerung, liebe Maria. Am besten daran gefällt mir, dass dein Vater deine Kunstfertigkeit wertgeschätzt hat anstatt darüber verärgert zu sein. Das war ein wertvolles Geschenk für dich.

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